Portrait:

Name: Jonas Nillson

Wohnort: Tyreså bei Stockholm

Instrument: Gitarre (früher Gesang und Gitarre)

Beruf: Werbefotograf für Autos oder ähnliches

Lieblingsessen: Spaghetti Bolognese

Lieblingsgetränk: Bier (Carlsberg und Staropramen)

Aktuelle Top 5:

Use Your Illusion I – Guns `n` Roses

Are You Dead Yet? – Children of Bodom

Black Album – Metallica

Rabbit Don`t Come Easy – Helloween

Into The Mirror Black – Sanctuary

OM: Kommen wir zur ersten Frage Jonas. Erst mal etwas aus der Vergangenheit. Von „Holy Target“ auf „Not Dead Yet“ habt ihr einen krassen Sprung gemacht. Von evil zu funny. Wie kam das?

Jonas: Das „Holy Target“ – Album war mehr ein Experiment. Wir probierten viel an unserem Stil herum. Wir waren wirklich Blackmetal und evil. Nicht im Sinne von evil aber im musikalischen Sinne. Als wir die „Not dead yet“ geschrieben haben waren wir ein bischen älter und ein bischen erwachsener.

OM: …Vielleicht auch ein bischen mehr Rock `n`Roll? Für mich hört sich die Scheibe immer ein wenig nach Death `n`Roll an.

Jonas: Ja, ich denke auch. Wir waren immer experimentell und wir wollten immer Musik schreiben, die lustig und cool zu hören ist. Ich denke „Not dead yet“ ist erwachsener, aber auch eher nicht. Es hat lustige Lyrics und geht über die Dinge die man macht, wenn man 20 Jahre alt ist. Sowas wie Partys und Mädchen und so was. Ein bischen so was wie eine Reflektion unseres Lebens in der Musik. Haha. Viele Texte sind über Sachen aus unserem Leben. Das ist also der Hauptgrund warum wir uns verändert haben. Als wir „Holy Target „ geschrieben haben waren wir mehr hinter Musik wie Dissection, Dark Funeral und natürlich Slayer her. Wir wollten schnell spielen. Aber es hat sich gezeigt, das es schwer ist die Songs von „Holy Target“ live zu spielen. Es machte einfach nicht soviel Spass. Es war mehr wie ein Workout. Das ist auch einer der Gründe warum wir uns entwickelt und verändert haben. Halt Rock ´n´ Roll, Metal…jap.

OM: OK. In der letzten Zeit hat es bei euch viele Veränderungen gegeben. Es gab erst mal einen neuen Sänger. Wie kam das?

Jonas: Ich war selbst der Sänger vorher. Als ich Gitarre spielte und gesungen hab, hat es sich immer angefühlt als wenn beides nicht 100% sein. Es war schwer beide Sachen gleichzeitig zu machen. Ich war nach Konzerten nicht zufrieden. Ich musste mich aufs Singen und auf die Gitarre konzentrieren. Das war sehr anstrengend. Ich hatte mich zu entscheiden zwischen Gesang und Gitarre, so das ich 100% geben konnte. Fucking Rock`n`Roll halt. Ich habs auch nur mit Gesang probiert, ich hab in Wacken 2000 gesungen. Es war auch cool mal zu singen, aber ich musste auf die Gitarre umsteigen. Ich schreibe ungefähr 90% der Musik und ich fand es leichter den Jungs die Riffs zu zeigen, wenn ich Gitarre gespielt hab. Ich hab mich auch für die Gitarre entschieden, weil ich es liebe Gitarre zu spielen.

OM: Und Jimmy ist jetzt der neue Sänger.

Jonas: Yeah. Er ist ein alter Freund von uns. Wir haben zusammen bei Immortal Worship gespielt. Jimmy, Dennis und Ich haben da in unserer Schulzeit gezockt. Wir haben diesen Guns ´n` Roses, Skid Row Stil gespielt, mit Jimmy am Gesang. Und wir dachten Jimmy würde gut zu Raise Hell passen. Wir dachten es wäre cool mit ihm neue Sachen zu machen. Deswegen haben wir ihn ausgesucht. Er ist ein cooler Rock `n` Roll Typ.

OM: Eine weitere Veränderung war der Wechsel von Nuclear Blast zu Black Lodge. War es besser zu wechseln oder war der Vertrag ausgelaufen?

Jonas: Der Vertrag war nicht ausgelaufen. Aber Nuclear Blast war mehr interessiert an den grossen Bands wie Hammerfall. Wir haben nicht die gleiche Unterstützung von ihnen bekommen, die wir vorher hatten. Sie signten die grossen Bands. Wir standen still, sie waren einfach nicht mehr interessiert an unserer Band. Das haben sie uns auch gesagt. Deswegen haben wir gewechselt. Black Lodge zeigte interesse an uns und wir sprangen bei ihnen auf. Die sind wirklich grossartig. Es ist einfach besser.

OM: Dieses mal hattet ihr einen grossen Abstand zwischen den Alben. Etwa vier Jahre sogar. Woran lag das? An den Wechseln?

Nun, es ist so. Man verdient nicht so viel Geld, damit. Man muss also arbeiten und man verändert sich damit.

OM: Also aus Zeitgründen?

Jonas: Ja. Aber wir gehen auch nicht auf Rehearselsessions und so was. Wir wollen aus jedem Song das beste machen. OK, wir waren ein bischen langsam, aber wir werden uns bessern. Es ist meistens wirklich die Zeit, die uns fehlt.

OM: Ich denke aber, es hat sich gelohnt. Das letzte Album mochte ich nicht, aber das neue ist echt klasse.

Jonas: Danke.

OM: Besonders auch das Cover. Wer hat das gemacht?

Jonas: Das hat Mattias Norén gemacht, er ist bei Progart Media. Er hat auch das neue Evergrey Cover gemacht. Er hat viele Sachen gemacht. Nicht für berühmte Bands, aber er ist ein guter Künstler.

OM: Ich hab gelesen, das ein Typ namens Henrik Jonsson das neue Album gemastert hat. Er soll unter anderem aber auch die Hellacopters und ABBA gemastert haben.

Stimmt das?

Jonas: Das ist wahr.

OM: Sehr seltsam…

Jonas: Ja das stimmt. Johan von Black Lodge hat uns den Vorgestellt. Er ist ein guter Masterguy, er schafft es noch einiges aus der Musik herrauszuholen. Er hat auch nicht die alten ABBA Sachen gemacht. Das waren irgendwelche Rereleases. Für die alten Sachen ist er zu jung.

OM: Der müsste dann ja auch bald über 60 sein.

Jonas: Ja, er war aber erst ungefähr 35. Also kann das nicht sein.

OM: Gut, dann lass uns jetzt mal in die Zukunft schweifen. Kommt ihr auf Tour? Auf irgendwelche Festivals?

Jonas: Wir sind auf dem Sweden Rock Festival.

OM: Verdammt, das ist so teuer, besonders wenn man aus Deutschland kommt. Spielt ihr irgendwo hier?

Jonas: Im Moment ist nichts geplant, aber ich denke das kommt noch. Wir würden gerne in Deutschland spielen, die Resonanz ist dort immer sehr gut. Ich liebe Deutschland. Wir haben noch einen weiteren Auftritt beim Close Up Festival, dort werden, glaube ich, auch Satyricon spielen.

OM: Wo wir bei Auftritten sind. Was war dein Bester und dein schlimmster Gig?

Jonas: Der beste war natürlich Wacken Open Air 2000. Ich hatte einen gebrochenen Arm und konnte nur singen, aber nicht Gitarre spielen. Wir haben vor etwa 3000 Leuten gespielt. Das war grossartig. Der schlechteste…Ich glaube wir hatten noch keine schlechten Gigs. Hahaha. Es macht immer Spass zu spielen. Doch, äh, wir hatten einen in Schweden, bei dem mir nach 2 Songs eine Seite gerissen ist. Ich hatte keine Ersatzgitarre dabei und musste das ganze Konzert Backstage sitzen. Das war echt scheisse.

OM: Ihr habt auch eine Tour mit Destruction gespielt. Wie war da die Akzeptanz von den alten Hasen. Gut oder wurdet ihr eher wie Kinder behandelt? Ihr seid ja noch nicht so alt.

Jonas: Es war eine coole Tour. Destruction haben wohl bei Nuclear Blast angefragt und wollten uns haben. Schmier und die anderen sind schon coole Typen, also war die Akzeptanz gut.

OM: In Deutschland wird in letzter Zeit viel über Religion im Metal diskutiert. Was denkst du darüber, besonders weil ihr ja mal satanisch ward?

Jonas: Es interessiert mich nicht wirklich. Jeder sollte machen was er will. Ich bin nicht religiös, aber jeder kann tun was er will. Religion sollte einem nicht erzählen, was man im Leben zu tun hat. Viele Leute fühlen sich schwach und brauchen Hilfe. Die versuchen das dann in der Religion zu finden, aber eigentlich sollten sie sich lieber selbst hefen.

OM: Gute Antwort, das seh ich auch so. Erzähl doch mal ein bischen was über die schwedische Metalszene.

Jonas: Deutschland ist viel besser. Hier in Schweden hören nicht viele Leute Metal, aber in den vergangenen Jahren ist es mehr geworden. Wir haben hier 2 Radiosender, die Metal senden. Viele Leute fahren auch auf Bands wie The Hellacopter ab. Allgemein ist die Szene hier aber wohl nicht so gross.

OM: OK, letzte Frage. Unsere Seite ist doch eher für den Osnabrücker Raum. Ward ihr schon mal da? Habt ihr schon mal da gespielt?

Jonas: Ja, das heisst, ich glaube. Ich weiss es gerade nicht so genau. Du weißt ja wie es auf Tour ist. Wir waren ständig betrunken und ich weiss nicht mehr wo wir überall waren. Ich würd ja gerne „Ja“ sagen, aber ich weiss es wirklich nicht.

OM: OK, vielleicht nächstes mal. Das wars, danke fürs Interview Jonas.

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