OM: Hi Judy 69 und first of all: HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH zum Sieg beim “Rock in der Region 2006”.

Wie fühlt ihr euch?

Jules: Momentan ist die Stimmung in der Band natürlich ganz ausgezeichnet. Mit dem Finalsieg bei Rock in der Region haben wir eine weitere Sprosse auf einer verdammt langen Leiter erklommen – derzeit freuen wir uns einfach, dass Alles so rund läuft!

OM: Ihr wurdet ja schon im Vorfeld als heißer Kandidat für den Sieg gehandelt. Hat euch das Ergebnis trotzdem überrascht?

Jules: Natürlich! Wir waren schon überrascht, dass wir den Vorentscheid überlebt haben. In Georgsmarienhütte waren unsere Fans klar in der Unterzahl. Dass es dennoch gereicht hat, hat uns damals schon irre gefreut.

Snaky: Wir denken, dass die Bands im Finale alle hervorragend waren. Wir wurden vor unserem Konzert öfters gefragt, was wir so erwarten und wir hatten vor und nach unserem Konzert keine Ahnung, wer das Rennen machen würde. Überrascht wäre vielleicht jedoch übertrieben, da wir uns schon den Sieg zugetraut haben. Wirklich damit gerechnet hat jedoch keiner von uns, eben wegen der hohen Qualität aller Bands.

OM: Was wird sich ab jetzt für euch ändern – außer dass ihr nun von dem Preisgeld 250 Kisten „Stände Pils“ für eine Proberaum auf Vorrat kaufen könntet.

Jules: Wir werden nach diesem Erfolg unsere Musikwelt nicht neu erfinden, das steht fest. Doch fest steht auch, dass es noch an vielen Dingen zu arbeiten gilt, wenn wir weiter vorankommen wollen. Im letzten halben Jahr gab es schon Einiges für uns zu tun; dass wir nun, am Ende des Jahres, mit diesem Erfolg belohnt werden, gibt uns noch mal Antrieb für 2007, das für uns nach Möglichkeit noch abgedrehter werden soll als 2006!

Snaky: Was wir konkret mit der Kohle anstellen, wissen wir noch nicht, aber sie wird sicher eine Verwendung finden, die uns und euch zu Gute kommt.

Vielen Dank übrigens noch mal für die OsnaMetal-Stände-Kiste im Backstagebereich!

OM: Blicken wir auf´s Jahr 2006. Zweifelsohne euer Erfolgreichstes in eurer erst jungen Bandgeschichte. Fast 30 Konzert, die Veröffentlichung der ersten EP „No Bucks“ mit teilweise hervorragenden Kritiken (u.a. 4,0 von 5 Punkten bei OsnaMetal.de) und jetzt aktuell natürlich der Sieg beim „Rock in der Region“ – worin seht ihr die Gründe eures Erfolges?

Jules: Dass, was wir nach Auftritten an Feedback oft zu hören bekommen, ist einfach, dass man uns die Lust zu rocken und die Authentizität anmerkt. Da zählt es nicht, ob 15 oder 150 Leute vor der Bühne stehen; wenn wir dabei sind, dann sind wir dabei – und zwar mit 110%!

Snaky: Außerdem haben wir mit Vente `ne verdammt geile Sau an der Gitarre!

OM: Ihr habt euch ja nicht nur musikalisch, sondern auch von der Lebenseinstellung dem Rock ´n Roll verschworen. Was genau ist Rock ´n Roll eigentlich für euch?

Jules: Lebensausdruck auf alle Fälle! Meiner Ansicht nach verkörpert Rock ‚N’ Roll heutzutage das, was den Punkrock mal ausgemacht hat: Unbequemtheit, Lautstärke und Schnelligkeit!

Punkrock ist einfach hip geworden. Sicher gibt es Ausnahmen, aber von Green Day über die Ramones bis zu den Ärzten oder den Toten Hosen hin, ist alles massentauglich geworden.

Das sieht beim Rock ‚N’ Roll anders aus. Man hört dieser Tage kaum noch erfolgreiche Rock ‚N’ Roll-Bands im Radio. Ob das nun gut ist oder nicht, sei jedem selber überlassen; es zeigt jedenfalls, dass Rock ‚N’ Roll derzeit zweite Wahl und, wenn man das Wort benutzen will, Alternative ist!

Ich würde jederzeit ein Hellacopters-Clubkonzert einem Toten-Hosen-Stadiongig vorziehen!

Snaky: Das ist schwer zu erklären, da Rock ‚N’ Roll ein Lebensstil ist und Lebens- oder Lebensphasenstile schwer in Worte zu fassen sind. Die Musik trifft das Gefühl eigentlich schon ganz gut.

Die Grundstruktur ist wild. Die Strophen meist dreckig und rotzig, dann jedoch im Refrain harmonisch und ausgeglichen; im Solo einfallsreich, vielleicht mal mit `nem schiefen Ton, aber geil!

Im Prinzip gehört zum Rock ‚N’ Roll-Leben Begeisterungsfähigkeit, Aktivität, ein leicht dionysischer Hang und eine gehörige Portion Selbstironie.

Wer sind eure Vorbilder, bzw. was hat euch in eurer Musik beeinflusst oder inspiriert?

Jules: Da gibt es viele Namen zu nennen. Im Großen und Ganzen ist es so, dass Vente und Bolle die eine Rockfraktion bilden und Snaky und ich die andere. Anscheinend lauscht man im Ibbenbürener Raum eher Kalibern wie Led Zeppelin, Aerosmith und Skid Row, im Osnabrücker Südkreis eher Peter Pan Speedrock, Gluecifer oder Danko Jones.

Aus anderen Bereichen der Musik kommen sicherlich noch eine Menge mehr Einflüsse, aber das ist dann eher was für abendfüllende Unterhaltungen…

Auf alle Fälle spielen unsere teils verschiedenen Einflüsse eine sehr wichtige Rolle im Proberaum beim Schreiben neuer Songs!

Snaky: Ja, außerdem haben wir musikalisch Einiges voneinander lernen können, eben aufgrund unserer verschiedenen Einflüsse!

Wir sind gerade auf dem Weg, unsere Musik individueller zu gestalten! Dadurch finden sich mittlerweile auch Joe Cocker oder das eher unbekannte El Guapo Stuntteam in unserer Musik wieder.

OM: Jules; Du musst derzeit mit der Doppelbelastung leben, in 2 regional sehr erfolgreichen Combos deine Stimme zu maltretieren. Neben Judy singst Du noch in der Spass-Ska-Punk Kapelle „8 on the Run“.

Wird jetzt nach dem Sieg Judy 69 dein Haupt-Baby oder wirst Du weiterhin den „flotten 3er“ schieben?

Jules: Erst einmal darf man ja nicht vergessen, dass wir mit 8 On The Run mit dem zweiten Platz ebenfalls ein hervorragendes Ergebnis erzielt haben. Außerdem bin ich über 8 On The Run und im Speziellen über meinen Kumpel GG erst an die Musik gekommen; das lasse ich nicht einfach unter den Tisch fallen!

Bisher hat der Spagat zwischen Rock und Punk immer recht gut geklappt; ich sehe die Dinge eigentlich so, dass ich mir erst Gedanken mache, wenn Probleme wirklich existieren – solange das nicht der Fall ist, bin ich für jeden flotten Dreier zu haben!

Snaky: An 8 On The Run: Macht euch schon mal auf die Suche nach einem neuen Sänger! (lacht)

OM: Seit einigen Auftritten werdet ihr von einer jungen Dame unterstützt, welche die Background-Vocals trällert.

Wie kam es dazu und welche Rolle spielt sie in der Band?

Snaky: Wie gesagt, wollen wir unseren Horizont in Bezug auf unsere Musik erweitern, so dass heute mehr verschiedene Musikstile in unserer Musik Platz finden.

Feli, die schon viel Banderfahrung durch ihre Band Blattgrün und als Backgroundsängerin des Osnabrücker Hip-Hoppers Jimmy Spliff gesammelt hat, kam bei dem Versuch, ein bisschen Gospel- oder Soul-Backings in unsere Musik zu integrieren, dazu. In nächster Zeit wird sie hoffentlich noch Verstärkung bekommen. Wir arbeiten dran.

Jules: Wie konkret es mit ihr weitergeht, muss sie entscheiden. Sie weiß, dass wir gerne weiter mit ihr spielen würden!

Ansonsten melden wir uns demnächst gerne bei euch auf der Musikersuche „Judy 69 suchen weibliche Backgroundsängerinnen für Musik und mehr…“ (lacht)

OM: Wo ihr auch derzeit auftretet werdet ihr von den Fans gefeiert.

Was denkt ihr generell über die Osnabrücker Szene?

Snaky: Erstmal finden wir es wunderbar, dass überhaupt eine Szene vorhanden ist. Ohne diese hätten lokale Bands überhaupt keine Chance. Jedoch denken wir, dass speziell die Osnabrücker Szene noch etwas Anschwung benötigen könnte. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass in der Osnabrücker Musikszene viel Potenzial steckt, jedoch ist es immer schwer in Osnabrück Rockevents zu organisieren ohne damit rechnen zu müssen, dass keiner kommt!

Aber das Problem kennt ihr ja auch!

Jules: Wir freuen uns jedenfalls über jeden Fan, der unser Konzert besucht, doch dafür, dass Osnabrück nicht gerade eine Kleinstadt ist, geht hier, man muss es leider so klar sagen, arg wenig!

OM: Und welche Rolle kann OsnaMetal.de darin spielen? 😉

Snaky: OsnaMetal.de entwickelt sich gerade zu einer wirklichen Musikinitiative. Angefangen als eine Seite, auf der sich Bands vorstellen konnten und auf der Bands bewertet wurden, wobei, um ehrlich zu sein, nicht immer alles richtig lief, fangt ihr an, wirklich Gutes für die Osnabrücker Bands zu tun. Von Hilfe zur Proberaumsuche bis zur Konzertorganisation. Ihr seid mittlerweile ein echte Hilfe! Vielen Dank dafür. Vielleicht werdet ihr ja der nötige Anschwung für die Osnabrücker Szene. Schön wär’s ja!

Jules: Musikportale wir OsnaMetal.de sind ein wichtiger Bestandteil beim Aufbau einer Szene. Über die Rolle des Internets brauchen wir seit MySpace wohl nicht mehr diskutieren.

Wir, die Musiker, müssen dankbar sein, dass es Menschen gibt, die sich um die Musik bemühen und so versuchen, mehr Leute für die Musik zu gewinnen.

Daher ein fettes Dankeschön dafür von Judy 69 an OsnaMetal.de, aber auch an alle anderen Portale, die sich darum bemühen, dass hier wieder Leben in die Bude kommt!

OM: Was sind eure Pläne für die Zukunft? Sowohl musikalisch wie auch privat.

Jules: Derzeit steht viel in den Sternen. Es hängt einfach auch viel von dem Erfolg ab, den wir musikalisch in näherer Zukunft verbuchen können. Gerne würden wir im nächsten Jahr noch mehr von der Republik sehen und einige Gigs stehen auch schon. Vielleicht lässt sich ja auch ein ganzes Album aufnehmen…warten wir es ab!

Vieles wird einfach der Zufall oder das Glück entscheiden! Das Glück ist gerade in der Musik einfach ein ungeheurer Faktor, der Dich über Nacht bekannt machen oder in der Versenkung verschwinden lassen kann.

Wir tun alle gut daran, uns ein fettes Netz aufzuspannen, falls es uns komplett vom Drahtseil haut.

Im Moment lieben wir es aber, auf dem Seil zu tanzen!

Snaky: Musikalisch hoffen wir natürlich nach so einem erfolgreichen ersten Jahr on Stage, dass es so weiter geht. Wir sind privat noch an einem Punkt, der uns offene Wege für die Zukunft lässt. Ohne Verpflichtungen wie Beruf etc. wollen wir in der nächsten Zeit so viel reißen wie möglich.

OM:Nun noch unser beliebtes „Entweder/Oder- Spielchen“!

2 Möglichkeiten; ihr entscheidet euch für eine! Mit Erläuterung natürlich!

Scotch oder Bourbon?

Jules: One bourbon, one scotch and one beer…genau in dieser Reihenfolge!

Snaky: Hmmm…Bourbon…

Gott oder Teufel?

Jules: Wer A sagt, muss auch B sagen…vermutlich ist die Stimmung in der Hölle aber aufgeheizter, daher Teufel!

Werder oder Bayern?

Snaky: Wenn schon, dann Werder…

Schlucken oder Spucken?!

Jules: Mir fallen nur Vorzüge des Schluckens gegenüber des Spuckens ein – also Schlucken!

AC/DC oder Motörhead?

Jules: Um hier Kriterien zu finden, wer geiler ist, muss man schon bis zum Namen gehen…da gewinnt AC/DC dann knapp vor Motörhead, würde ich meinen!

Snaky: Ja, also wirklich! Was für eine Frage!

Blond oder Dunkel?

Jules: Ich trinke lieber ein dunkles Hefe als ein kühles Blondes!

OM: So, das war´s dann auch schon! Vielen Dank für eure Zeit und für die weitere Zukunft alles Gute!

Zum Schluss habt ihr noch die fantastische Möglichkeit, ein Wort an eure Fans da draussen zu richten! Ich bitte um kreative Beiträge! 🙂

Snaky: Wir danken Allen, die das Jahr 2006 für uns unvergesslich gemacht haben. Jedes zweite Wochenende irgendwo auf einer Bühne zu stehen ist einfach das Geilste, was man sich vorstellen kann.

Jules: Ja, wenn man dann noch ab und an dieselben Gesichter sieht, setzt das dem Ganzen noch die Krone auf!

For those about to rock: Wir sehen uns 2007!

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