OM: Hallo Juhana! Da AMORAL bislang noch nicht großartig auf OsnaMetal.de vorgestellt wurde, gibt doch bitte einen kurzen Überblick über die Geschichte der Band wieder.

Juhana: Hallo! Die Geschichte von AMORAL reicht bis 1997 zurück, als ich Ben (Ben Varon, Gitarrist) kennen lernte und wir einige Metal-Klassiker beim Jammen spielten. Schon bald stieß Silver (Silver Ots, ebenfalls Gitarre) zu uns und wir begannen mit dem Komponieren von eigenem Material. Niko (Niko Kalliojärvi) kam 2002 als Sänger zur Band als wir auch unsere ersten Konzerte spielten. Während der ganzen Karriere hatten wir bereits mehrere Bassisten in der Band und der Platz ist wieder einmal offen, da Erkki (Erkki Silvennoinen) kürzlich die Band verlassen hat. Momentan haben wir einige Sessionmusiker, die uns bei Auftritten am Bass aushelfen.

Wir haben 2 Demos und 3 Alben aufgenommen und mehrere Konzerte in verschiedenen Ländern gespielt. Unsere Musik ist eine Art technischer Metal, angereichert mit einer gesunden Dosis Melodie und Rock-Feeling. Bislang war es jedenfalls ein cooler Ritt!

OM: Euer drittes Album “Reptile Ride” ist nun raus und sofort seit ihr auf einem hohen Platz in die finnischen Charts eingestiegen. Herzlichen Glückwunsch! Wie fühlst Dich dabei, dass eine Death Metal Band wie AMORAL die Top 5 knacken konnte?

Juhana: Vielen Dank! Der 5. Platz in den Album Verkaufscharts war für uns alle eine große Überraschung. Wir haben wohl einen Platz in den Top 40 erwartet, aber als wir die aktuellen Zahlen hörten konnten wir es nicht glauben. Zur Zeit gibt es viele Metal Bands in Finnland, die in die Charts eingestiegen sind, aber Platz 5 war trotzdem eine verdammt gute Platzierung für uns. Natürlich sind wir sehr glücklich darüber, weil mehr und mehr Leute auf uns aufmerksam werden. Ich denke, dass Metal Fans sehr aktive Album-Käufer sind, weil sie den Künstler unterstützen wollen. Was gut ist, denn es ermöglicht mehr und bessere Auftritte.

OM: Im Rückblick auf eure Veröffentlichungen denke ich, dass „Wound Creation“ ein typisches Debüt einer hoch motivierten jungen Band war, mit „Decrowning“ wolltet ihr beweisen, dass AMORAL auf einem technischen Level sehr talentiert sind und mit „Reptile Ride“ beweist ihr eure Qualitäten als Songwriter. Würdest du dem zustimmen? An was denkst du, wenn du auf eure Alben zurückblickst?

Juhana: Oh, ich denke, du bist auf dem richtigen Weg. In unseren frühen Tagen wollte wir etwas verdrehte und technische Parts spielen, um etwas „zu zeigen“. Wir mussten einfach die Songs um ein paar technische Elemente bereichern um uns wohl zu fühlen. Das ist aber heutzutage nicht mehr der Fall. Wir müssen nichts mehr beweisen was unsere spielerischen Fähigkeiten anbelangt oder so was ähnliches, sondern wir können uns mehr am Fluss des Songs orientieren.

Wenn ein einfacher Drum-Beat das ist, was der Song braucht, dann kann ich ihn jetzt auch spielen ohne dabei denken zu müssen: „hm… ich könnte eigentlich was komplexeres hier machen“. So sind wir also heutzutage nicht ängstlich davor, mal was einfaches zu spielen. Aber auch nicht davor was noch komplexeres zu komponieren. 🙂 Es hat einfach gut zu klingen und zum Song zu passen. Wir bringen auch mehr und mehr melodische Elemente und etwas Rock’n’Roll in die Songs, so dass man sagen könnte, dass wir uns ständig vom Death Metal Genre befreien.

OM: Eure ersten beiden Alben hatten eher „künstlerische“ Cover, das Artwork von „Reptile Ride“ ist da aber völlig anders. Es erinnert mich an die guten alten Thrash Metal Cover von Bands wie EVIL DEAD oder NUCLEAR ASSAULT. Ein wenig im Comic-Stil gehalten, aber mit einer ernsten Botschaft dahinter. Euer Cover zeigt AMORAL (es ist doch die Band, oder?) in einem Flugzeug sitzend, dass gerade vor einem großen Totenkopf-geformten Atompilz in eine Art Kriegsszenario stürzt.

Was war die Idee hinter diesem Bild? Ist Krieg ein Thema in euren Songtexten?

Juhana: Das Artwork ist eher ironisch gemeint und keiner unserer Songs handelt vom Krieg. Wir wollten nur was komplett anderes als auf den vorherigen Alben machen und uns auch von anderen Bands in der finnischen Metalszene unterscheiden (die meistens sehr langweilige Cover haben unserer Meinung nach). Und wenn du das „Reptile Ride“ Artwork als ganzes betrachtest, sind dort verschiedene Themen auf verschiedenen Seiten, das Kriegsszenario auf dem Cover ist nur eine Sache. Und ja, es sind wir, die da im Flugzeug sitzen. 🙂

Wir sind sehr zufrieden mit dem Bild und es scheint unterschiedliche Meinungen zu provozieren. Die Leute hassen oder lieben es. Und das ist zehnmal besser als ein Artwork, über das niemand ein Wort verliert.

OM: Außer zwei langen Touren (u.a. war man als Vorband von DARK FUNERAL im Jahre 2006 auch im Tor 3 in Georgsmarienhütte) sieht es so aus, als ob ihr nicht sehr häufig außerhalb von Finnland gespielt habt.

Siehst du durch den Erfolg mit “Reptile Ride” jetzt mehr Chancen live zu spielen? Die Tour mit NORTHER sieht nach einer guten Möglichkeit aus, mehr Fans für euch zu gewinnen.

Juhana: Es ist schwer für eine kleinere Band im Ausland und auf längeren Touren zu spielen weil es so teuer ist. Wir hoffen aber, dass die Dinge jetzt besser laufen und wir mehr Gigs außerhalb Finnlands spielen können. Wir lieben das Tourleben und können wir es gar nicht abwarten endlich zu starten! Die Jungs von NORTHER kennen wir bereits, also denke ich, dass wir eine gute Zeit im Tourbus verleben werden!

OM: Euer Bassist Erkki hat nun die Band verlassen. Hab ihr bereits einen Kandidaten zum füllen der Lücke gefunden oder wollt ihr euch erst auf die Europa-Tournee konzentrieren, bevor ihr nach einem neuen festen Bandmitglied umschaut?

Juhana: Nun, wir haben eine paar sehr talentierte Leute an der Hand, die uns am Bass als Sessionmusiker aushelfen werden, also müssen auch keine Konzerte abgesagt werden. Wir haben es nicht eilig zu entscheiden, wer der nächste feste Bassist sein wird. Wir wollen erstmal einige Kandidaten genauer antesten und schauen wie die Zusammenarbeit klappt. Für die finnischen Gigs und die Europa-Tour haben wir zwei verschiedene Bassisten, so dass wir danach darüber nachdenken können, wer nun der nächste Bassist für die Zukunft sein wird.

OM: Ihr habt zu “Leave Your Dead Behind” für einen Videoclip ausgesucht. Warum diesen Song? Verlangte eure Plattenfirma nach einem Video und hat sich für diesen entschieden, oder unterlag alles eurer Kontrolle?

Juhana: Es war die ganze Zeit unsere Entscheidung. Wir dachten, dass „Leave Your Dead Behind“ den besten Ersteindruck von „Reptile Ride“ abgibt. Und ich persönlich denke, dass es unser bester Song ist, den wir bisher geschrieben haben. Außerdem fasst er den Sound von AMORAL 2007 sehr gut zusammen. Er vermischt die Elemente des technischen Metals, Melodie & Rock zu einem höllischen Gebräu.

OM: Auf eurer Homepage habt ihr die Fans aufgefordert zu Videodreh zu kommen. Wie viele waren denn gekommen und wie lange hat es gedauert, bis alles aufgenommen war?

Juhana: Das Video zu drehen dauert einen (langen) Tag und danach konnte ich „Leave Your Dead Behind“ erstmal nicht mehr hören, denn wir haben so viele Takes aufgenommen und den Song wohl über einhundert mal gehört an dem Tag. Es sind aber genug Fans aufgetaucht um einige Publikumsszenen möglich zu machen, also lief alles bestens. Und sie waren nach dem Dreh auch die ersten, die das Album in seiner vollen Länge zu hören bekamen.

OM: Habt ihr irgendwelche speziellen Pläne für AMORAL in der näheren Zukunft?

Juhana: Wir wollen nur so viele Gigs wie möglich spielen, an so vielen Orten wie möglich um „Reptile Ride“ vorzustellen und neue Fans zu gewinnen. Also… nichts besonderes in diesem Business denke ich. 🙂 Live spielen und einige neue Orten und Menschen sehen ist das beste am Spielen in einer Band. Ich freue mich wirklich auf das Touren!

OM: Vielen Dank für das Interview und ich hoffe, euch auf der Tour mit NORTHER sehen zu können.

Die typischen letzten Wort hast du.

Juhana: Kommt und seht uns live falls ihr irgendwo in der Nähe seit, ihr werdet es nicht bereuen! Und schnappt euch ein Exemplar von „Reptile Ride“, falls ihr es nicht schon getan habt.

Danke für das Interview!!

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