OM: Hey Mario! Vielen Dank für eure Zeit!

Erzähl mir mehr über Emergency Gate, was zeichnet euch aus, welche

Musikalischen Einflüsse habt ihr?

Mario: Das geht quer durch die Bank, das belegen erfreulicherweise auch

diverse Reviews, die vor allem die Vielseitigkeit unserer musikalischen

Vorlieben erkennen, da wir diese auch zielgerichtet in die

verschiedenen Songs einfließen lassen. Das geht vom klassischen Heavy

Metal über Powermetal bis hin zu Blackmetalpassagen – also für jeden

Musikgeschmack etwas dabei. Ob es Chris (Drums) ist mit seinen Erfahrungen bei der Band Stormhammer, Vladi aus dem Grindcore und Deathmetal, Ryb aus dem EBM etc. Jeder bringt seine Einflüsse zur Geltung und daraus entsteht der Stil

„Emergency Gate“ .

OM: Wie würdest du eure Musik beschreiben?

Mario: Das überlasse ich den Kritikern, Zuhörern, den Fans, anderem Publikum

und Dir. Wie gesagt, verschiedene Einflüsse. Manche legen uns unter Speed Metal ab, andere wiederum bei Heavy Rock, Trash etc. Man kann uns in keine direkte Schublade stecken und das ist gut so.

OM: Ich habe auf eurer Homepage www.emergency-gate.com gelesen das ihr

auf Tour mit MERCENARY kommt, u.a. werdet ihr auch in Osnabrück ein

Konzert geben. Wer hatte die Idee dass ihr mit MERCENARY auf Tour geht?

Mario: Die Idee kam von unserer Seite, da wir immer wieder auf der Suche sind nach namhaften Bands, die noch einen bis jetzt kleinen, aber sehr feinen

Support benötigen. Wer suchet, der findet, also suche ich gerne und hatte in diesem Fall Glück, weil die örtlichen Verantwortlichen quasi ein offenes Ohr hatten und sich durchaus von unserer Musik und Performance einen adäquaten Anheizer versprechen. Das gibt uns freilich wieder die Chance, auch außerhalb unserer heimischen Fanbase zu zeigen, dass wir und was wir draufhaben – also seid gespannt! Wir freuen uns schon tierisch auf die „Tour“ und studieren auch schon Songs aus dem kommenden Album dafür ein, damit man gleich vor Ort testen kann, wie der Sound ankommt und denken, das wird es.

OM: Was können die Zuschauer von euren Konzerten erwarten? Wie lange

werdet ihr spielen, Bühnenshow etc.

Mario: Unter anderem auch neue Songs. Wir werden so lange spielen, wie es die Konzertplanung vor Ort zulässt. Bühnenshow ist logischerweise mit im Programm – zwar kein Feuerschlucker oder nackte Mädels, aber langweilig dürfte es bei uns eigentlich nicht werden – Druck, Melodic und der Spaß zu performen tun das Übrige!

OM: Euer Album „Nightly Ray“, erschien im Mai 2006. Die Kritiken in den Print-Magazinen und teilweise in den Online Magazinen waren nicht so berauschend. Wie erklärt ihr das?

Mario: Zunächst: Die Geschmäcker sind verschieden, und man muss damit leben,

dass der eine oder andere einfach mit dem Stil nicht zurechtkommt. Außerdem gibt es Dauernörgler, die grundsätzlich nur ihre Lieblingskapellen umjubeln und es gibt Leute, die lediglich aus Pflicht und wegen des Zeilenhonorars ihren Griffel schwingen. Denen liest man förmlich an, dass sie gerade null Bock haben, sich jetzt mit Newcomern ihre kostbare Zeit zu vertreiben. Andererseits hatten wir aber auch

reichlich hervorragende Reviews, was wieder zeigt, dass unser Stil eben

nicht immer einzuordnen ist: Der eine mag es, der andere eben nicht. Und

dass z.B. in einer Kritik drinsteht, wie geil der Sänger performed, in der anderen dann aber, dass eben derselbe nicht mal zum Guten Tag sagen taugen würde, ja das liegt in der Natur der Sache – damit können wir selbst als Newcomer bereits ganz gut umgehen. Ähnliches gilt übrigens auch für die Rockversion von Falcos „Amadeus“. Was den Rezensenten missfällt, bringt live die Halle zum Kochen! No Risk, no Fun!

Zu guter Letzt: Reviews sind hilfreich – ob gute oder schlechte Bewertung. Man kann daraus durchaus seine Schlüsse ziehen, wenn man bereit ist, selbstkritisch damit umzugehen. Zu guter Allerletzt: Unsere Reviews waren nicht von irgendwelchen

Anzeigenschaltungen oder gekauften Titelseiten abhängig, also im weitesten Sinne „objektiv“ beurteilt. Deshalb lieben wir die Rezis im Grunde alle!

OM: Am schlechtesten kam euer Falco Cover „Rock me Amadeus“ an. Bereut ihr

es aufgenommen zu haben?

Mario: Sicher nicht! Falco war ein musikalisches Genie! Mozart feierte vergangenes Jahr seinen 250., also wollten wir da was drehen und up to date sind wir auf jeden Fall – denn 2007 hätte Falco seinen 50. Geburtstag. Das Stück zu spielen macht höllischen Spaß. Das Teil auf ein Newcomer-Album zu pressen ist sicherlich mutig und „gefährlich“ – aber es rüttelt auch auf. Wir würden es jederzeit wieder tun. Vielleicht

beim nächsten Album ein Cover von Abba, Karl Moik oder Roland Kaiser, wer

weiß? 🙂 Und: Live ist Rock Me Amadeus eine Granate!

OM: Trotz der schlechten Kritiken habt ihr es geschafft „Nightly Ray“ in den USA veröffentlichen zu lassen. Wie kommt ihr dort an und wie kam es dazu?

Mario: Die Veröffentlichung ist dort gerade erst am Laufen. Es kam über Kontakte zustande,

aber letztendlich dadurch, dass den Verantwortlichen in den USA schlichtweg unser Silberling sehr gut gefallen hat und die drüben meinen, dass dieser Sound den Amis mächtig ins Gebein fahren wird. By the way: Was haben denn die hiesigen Kritiken mit so einem Deal zu tun.

Unsere Partner in den USA arbeiten doch nicht im Kindergarten!

OM: Wie sieht es mit der Zukunft aus. Habt ihr schon neue Songs geschrieben?

Ist ein weiteres Album in Planung? Wenn ja, erzähl mir doch mehr darüber.

Mario: Ja und ja. Mehr dazu gibt´s nach der Mercenary-Tour…

OM: Seit wann spielst du Bass und wie kam es dazu? Man wird ja morgens

nicht plötzlich wach und denkt sich „Hey, ich lerne jetzt Bass spielen“.

Mario: Na ja hört sich zwar unglaubwürdig an, war aber so. Eines Tages (ich war ca.13 Jahre) unterhielten sich zwei Langhaarige, die zwei Klassen höher waren als ich, auf unserem Schulhof – ich ging zu Ihnen rüber und sie fragten mich, ob ich einen Basser für deren Band wüsste. Mir fiel in diesem Moment ein, dass meine Mama aus Suzi Quattro-Zeiten von ihrem Opa einen Bass und einen Verstärker bekommen hatte und der noch irgendwo auf dem Dachboden liegen muss. Also antwortete ich im

jugendlichem Leichtsinn: „Ich wäre gern euer Basser!“ Sie meinten Ok, ich solle am Sonntag zur Probe kommen. Somit hatte einige Tage Zeit und mir war nicht sehr wohl bei der Sache. Aber: gesagt – getan! Nach Hause, sofort auf den Dachboden – den Staub von der Gitarre wischen und keinen Plan haben, wie so was funktioniert, geschweige denn, wie der Bass gestimmt wird. Nun denn – auf in den Kampf! Am Sonntag ging ich zum Proberaum, sagte dem Gitarrenmann er solle mir bitte meinen Bass stimmen. Dass es ein Stimmgerät gibt, wusste ich von meiner Mama – habe aber noch nie eines gesehen bis zu diesem Zeitpunkt. Ja …daraufhin wollten sie einen Jam machen. Die Töne waren E,G,A und ich dachte, Punkte auf dem Gitarrenhals müssen was bedeuten und griff diese abwechselnd – Somit war ich in der ersten Band ….und unglaublich stolz! So fing alles an… und das Schicksal nahm seinen Lauf.

OM: Abgesehen vom Bass-Spielen hast du noch mehrere „Jobs“ in der Band,

welche sind das?

Mario: Ich bin Mädchen für alles, so wie die anderen Bandmitglieder auch….mal

hat der eine mehr zu tun, mal der andere. Momentan ist z.B. Rybi, unser Keyboarder, schwer mit den Vorbereitungen für sein Examen in Chemie engagiert. Der muss momentan nur sehen, dass er es zu den Bandproben schafft – wegen der Mercenary-Tour.

OM: Erinnere dich einmal an deine Schulzeit zurück. Welche Art von Schüler warst du? Der mit den vielen Freunden und Frauen oder eher der Turnbeutelvergesser, dem immer die Brote geklaut wurden?

Mario: Ich war kein schlechter Schüler. In der Pause und auf dem Nachhauseweg ist mir / uns natürlich schon immer wieder mal der eine oder andere Schwachsinn eingefallen….also im Großen und Ganzen ein normaler Schüler wie jeder andere auch, allerdings immer schon durch den Heavy Metal vorbelastet und stolz, eine Kutte mit Aufnähern und Nieten zu besitzen, die mir meine Mama liebevoll in stundenlanger Arbeit draufgenäht hat.

OM: Hast du einen großen Traum? Wenn ja – welchen?

Mario: Träume hat man viele: Ein Haus, gesund bleiben, irgendwann Kinder… Wenn du auf Träume in der Musikszene raus willst, gibt es diese auch – einige sind bereits Wirklichkeit geworden, wie z.B. in großen Studios seinen Stuff aufzunehmen oder der Plattenvertrag mit The Electric Co. / Universal. Andere sind in Planung und manche sind noch weiter weg. Allerdings eines sei gesagt: Jeder dieser Träume ist mit sehr viel Schweiß, Disziplin und harter Arbeit verbunden, das war so und wird

auch in Zukunft so sein – von nichts kommt nichts und einen Versuch ist es allemal wert.

Dies war zudem ein kleiner Ansporn für alle Leser dieses Interviews:

Versucht immer euer Bestes, denn später sagen zu müssen: „Hätte ich es nur versucht“ und sich dann Vorwürfe zu machen, das hilft keinem weiter. Frei nach dem Motto: keep on rockin.

OM: OK, dann sind wir auch schon am Ende! Vielen Dank für das Interview und CU in Osnabrück!

Mario: Danke dir auch – hat Spaß gemacht! Bis zum nächsten Mal.

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