OM: Hallo Leute und herzlich willkommen zum ersten Interview im neuen Jahr!

Seit nunmehr anderthalb Jahren gibt es Euch in der Form von ME12M. Was ist in der verstrichenen Zeit passiert und in wie weit seid Ihr Eurem erklärten Ziel „Black-Jack und Nutten“ näher gekommen?

Linc: Ich einen ganzen Schritt. Obwohl ich von Black Jack nichts halte – ich bevorzuge Barry White…hahaha. Insgesamt können wir auf ein recht erfolgreiches Jahr 2006 zurückschauen. Im Jahre 2005 war alles noch sehr sperrig, doch 2006 kam dann alles Schlag auf Schlag. Das Songwriting funktionierte blendend und es folgte ein Gig auf den anderen. Ich sehe mich bereits im Jahre 2015 als Rentner mit großem Eigenheim.

Chris: Nutten sind zu teuer und Black Jack lohnt sich ebenfalls nicht ohne Geld. Nein, wir hatten im letzten Jahr einige gute Konzerte mit guten Resonanzen. Auch die Planung des Jahres 2007 sieht sehr gut aus, da bereits einige Gigs geplant sind.

OM: Olli und Linc haben (laut Bio) den Namen My Enemies.12.Mistakes erfunden. Zur Definition des Bandnamens verweist Ihr auf eure Texte und eine später erfolgende Erklärung. Was verbirgt sich denn jetzt hinter dem Namen?

Jens: Wir halten es wie Tool – wir liefern keine Interpretation zum Bandnamen und sagen auch nichts zu den Texten. So können sich die Leute die Texte durchlesen und sich eine eigene Meinung zu uns und unseren Texten bilden.

OM: Bis auf Linc kommen alle Mitglieder aus dem früheren Carpathian Dream-Umfeld. Wie kam es zur Stilllegung/Auflösung dieser Band. Habt Ihr euch alle in die gleiche Richtung entwickelt? Schließlich waren auch schon auf dem letzten CD-Album „A Story About Those Who Tell“ deutliche Alternative-Elementen vernehmbar.

Chris: Mit Carpathian Dream erlebten wir einen musikalischen Stillstand. Da bis auf unseren alten Bassisten (Zwiebel/jetzt Lunarsphere; Anm.d.Red.) alle einen persönlichen musikalischen Wandel durchlebten und wir mit Carpathian Dream bereits mehrere Stilwechsel vollzogen, war es Zeit für etwas Frisches. Die einzige Möglichkeit hierfür lag bei einem konsequenten Schlussstrich für Carpathian Dream.

Jens: Wir hatten damals unsere musikalische Grenze erreicht. Bei der Zukunftsplanung der Band ergaben sich dann sehr große Diskrepanzen, die man so nicht hätte vereinen können. So beschlossen wir eine kreative Pause einzulegen.

OM: Kürzlich habt Ihr eine Split-EP mit den Nienburger Kollegen von Tomorrow Never Knows veröffentlicht. So weit ich es beurteilen kann, sind die Reviews, bis auf wenige Ausnahmen, durchaus positiv ausgefallen. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit und was schließt Ihr daraus für den weiteren Werdegang?

Linc: Wir vereinen auf der Platte Schwuchtel- mit haariger Eiermucke. Wir mögen und schätzen Tomorrow Never Knows und ihre Musik. Mit dieser CD hatten wir die einmalige Möglichkeit ein genreübergreifendes Werk zu schaffen und allen Klischees der Unvereinbarkeit dieser Stile, welche von dummen Menschen aufgebaut werden, zu durchbrechen. Dieses geschafft zu haben ist eine gute Tendenz für die Zukunft.

OM: Auch Ihr musstet bereits Erfahrungen mit dem weit verbreiteten Klischee des Emocores sammeln. Erklärt doch mal der unwissenden Masse, warum sich manche Rezensenten eurer Platte lieber mit Stil und Aussehen und weniger mit den Songs beschäftigen.

Chris: Mein Scheitel ist mehr als nur eine Frisur! Wir wollen ja gar nichts Neues erfinden und wenn Menschen Musik, wie die unsere im Internet suchen, geben sie Emocore ein und können uns finden. Was wollen wir mehr?

Jens: Eine Identifikation über das Aussehen ist etwas ganz Natürliches, was es natürlich auch im Metal und anderem Genres gibt. Klischees verhelfen den Menschen sich einer Gruppe zugehörig zu fühlen, damit habe ich kein Problem. Wenn jedoch gewisse Rezensenten bereits am Anfang ihres Reviews wehleidig beklagen, dass sie es hier mit einer Emocore-Band zu tun haben und die Objektivität des Reviews darunter leidet, habe ich damit ein Problem. Eine Musikdefinition macht die Musik noch lange nicht schlecht!

Linc: Besonders schlimm ist es, dass solcherlei handeln zu einer Voreingenommenheit der Leserschaft führen kann.

Marc: Letztendlich ist es ja auch kein reiner Emocore. Wir haben ja auch Hardcore, Rock und andere Einflüsse in unseren Songs.

OM: Man hat das Gefühl, es bestehe bereits heute eine Übersättigung an Emo- und Metalcore-Bands. Glaubt Ihr diesem Bereich droht das gleiche Schicksal wie dem damaligen New Metal?

Marc: Ich habe nicht den Eindruck als würde eine solche Übersättigung bereits vorherrschen. Man muss auch in Betracht ziehen, dass dieser „Trend“ Deutschland noch längst nicht voll erreicht hat. Man muss sich nur mal die Staaten anschauen, dort herrscht eine ganz andere Welt.

Linc: Das Musikgeschäft ist schnelllebig. Wenn dieser Trend hier einmal tot ist, wird in den Staaten bereits ein neuer gepusht. Ich glaube nach wie vor daran, dass man etwas für die Ewigkeit schaffen kann, wenn man sich selbst treu bleibt.

OM: Eure Songs klingen durch die vielen Einflüsse noch recht heterogen. Wie werdet Ihr euren Sound bzw. Stil für die Zukunft festigen und wie hebt Ihr Euch von anderen Bands des Genres ab?

Linc: Zum einen besitzen unsere cleanen Vocals nicht den typisch weinerlichen und nasalen Klang. Des Weiteren klingt dieser selbstbewusster und auch die Screams haben mehr „Wumms“ als bei vielen anderen Bands.

Marc: Uns fehlt noch die gewisse Note, welche sich durch größere Melodien auszeichnet, mit denen man noch mehr Leute erreichen kann. Aber gerade diese Heterogenität schafft auch eine gewisse Abwechslung, die für unsere verschiedenen Einflüsse steht. Auch dass wir mit drei verschiedenen Sängern live spielen können, unterscheidet uns von vielen Bands.

OM: Lustiges Spiel mit Schlagworten:

Christian-Hardcore / Religion

Linc: Ich bin als Katholik total dafür!

Chris: Wer ist Gott?

Marc: Ich möchte das Papa-Mobil vom Papst haben!

Heavy Metal

Linc: Saustark!

Chris: Zwiebel (Sänger v. Lunarsphere Anm.d.Red.)!

Marc: Hat uns alle geprägt.

Nienburg City

Linc: Abgewixte Ghetto-Scheißstadt!

Chris: Bronx.

Marc: Tolle Konzerte.

Violent Dancing

Linc: Total für’n Arsch!

Chris: Hardcore?

Marc: Schwechten (regionaler Vertreter; Anm.d.Red.)!

Whisky

Linc: Saustark!

Chris: Der Hammer!

Marc: In der Tat…

OM: Das letzte Wort gehört Euch:

Linc: Danke an den Leser dieses Interviews! Ich möchte Gott und meiner Familie an dieser Stelle danken.

Chris: Kommt zu unseren Konzerten!

Marc: Danke an Floppy und OsnaMetal, dem besten Online-Musikmagazin, für dieses Interview. Danke an alle, die unsere Musik mögen!

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