OM: Hallo Nebelheer! Mit dem Bandnamen kann man, soweit man der deutschen Sprache mächtig ist, etwas anfangen. Als Bandmitglieder habt ihr euch Pseudonyme gegeben. Aus welcher Sprache kommen sie und vor allem was bedeuten sie?

Nebelheer: Kain geht auf die Bibel zurück (Bruder von Abel). Styrum ist ein Name aus einer westfälischen Sage von einem Grafen, der einen Pakt mit dem Teufel einging. Veromoth und Feyst haben keine weitere Bedeutung.

OM: Seit Juli habt ihr mit Kain einen weiteren Gitarristen. Wie seid ihr auf ihn gekommen und wie weit ist er bis jetzt in die Band integriert? Vielleicht habt ihr ja schon neues Material fertig?

Nebelheer: Ich habe ihn privat kennen gelernt und wir hatten schon öfter über einen zweiten Gitarristen nachgedacht. Er ist in die Band soweit integriert, dass er unser Live-Set mitspielen kann. Darauf haben wir uns auch erst mal konzentriert, damit er auf dem Hellflame Festival seine Premiere mit uns feiern konnte. Aber in Zukunft wird er auch am Songwriting beteiligt sein.

OM: Was versprecht ihr euch durch die Banderweiterung?

Nebelheer: Wir versprechen uns davon, dass wir jetzt, was die Gitarrenarbeit angeht, viel mehr Möglichkeiten haben. Davon kann man live wie auch im Studio profitieren.

OM: Mitte September ward ihr auf dem Hellflame – Festival vertreten. War das euer erster gemeinsamer Aufritt als „4-Mann-Combo“? Wie ist es aus euer Sicht gelaufen?

Nebelheer: Ja, das war unser erster Auftritt zu viert. Wir waren erst ein wenig unsicher, weil wir nur wenige Proben hatten um die Songs mit Kain zu üben. Hinzu kam, dass er bis vor kurzem in Göttingen wohnte und spontane Proben nicht möglich waren. Aber die Resonanzen vom Publikum waren eigentlich durchweg positiv.

OM: Sind schon weitere Konzerte in Sicht?

Nebelheer: Ja, gegen Ende des Jahres werden wir mit Hexenhammer und Inamabilis in Bramsche spielen. Ein genaues Datum steht leider noch nicht fest. Des Weiteren werden wir voraussichtlich am 04.03.2006 zusammen mit Helrunar, Grabnebelfürsten und noch ein paar anderen Bands in Herford spielen.

OM: Mit der „Promo ’05“ – CD habt ihr schon euere dritte Veröffentlichung. Bis jetzt habt ihr dabei immer alles in Eigenregie erledigt. Hat schon eine Plattenfirma Interesse an einer Veröffentlichung gezeigt?

Nebelheer: Leider noch nicht. Aber wir werden in naher Zukunft unsere Promo an Plattenfirmen schicken und vielleicht können wir uns ja einen kleinen Vertrag an Land ziehen.

OM: Seid ihr mit der Veröffentlichung vollends zufrieden oder habt ihr mittlerweile einige Dinge entdeckt, die zum heutigen Zeitpunkt so nicht auf der CD gekommen wären?

Nebelheer: Es gibt mittlerweile Lieder, die aus meiner Sicht noch besser sind. Die waren zu dem Aufnahmezeitpunkt noch nicht fertig, werden aber definitiv auf dem nächsten Longplayer zu hören sein.

OM: Wie entstehen denn neue Lieder? Werden sie gemeinsam entwickelt oder tüftelt jeder für sich in seinem stillen Kämmerlein und stellt es dann den anderen vor?

Nebelheer: Die Texte schreibe ich meistens zuhause und stelle sie dann beim Proben dem Rest der Band vor. Die Musik wird in der Regel von allen zusammen gemacht, wobei mein Bruder Styrum den Großteil der Riffs zuhause vorbereitet.

OM: Die Texte stammen in der Regel aus der Feder von Veromoth. Auf der „AD Gladios“ waren noch zwei Texte von Styrum vertreten. Ist Veromoth als Sänger automatisch für die Texte verantwortlich oder kann jedes Bandmitglied Texte beisteuern? Man hört ja gelegentlich, dass einige Sänger mit den Texten von anderen Personen Probleme haben, weil sie sich nur schwer mit ihnen identifizieren können.

Nebelheer: Das kann man so pauschal nicht sagen. Ich schreibe die texte, weil ich das gerne mache. Es kann aber generell jeder aus der Band Texte schreiben. Auf der „Ad Gladios“ war ja auch ein Text zu hören/lesen, den ein Freund von mir geschrieben hatte. Solange die Texte gut sind ist das für mich in Ordnung.

OM: Mir ist aufgefallen das mit „Im ewigen Eis“ ein Song auf allen euren Veröffentlichungen vertreten ist. Hat das irgendwas besonderes auf sich?

Nebelheer: Eigentlich nicht. Der Song wurde von der „Anno 1635“ auf die „Ad Gladios“ mit herüber genommen, weil wir ihn noch einmal in besserer Klangqualität veröffentlichen wollten. Auf der „Promo 05“ ist er dann noch mal vorhanden, weil wir zwei Stücke vom letzten Album mit auf der CD haben wollten, damit man uns ein wenig kennen lernt und einen kleinen Einblick in unsere älteren CDs hat, welche ja leider vergriffen sind.

OM: Als ich mich auf das Interview vorbereitet habe, habe ich auf eurer Internetseite (www.nebelheer.de) gelesen, dass für euch die Musik im Vordergrund steht und dass ihr auf solche Black Metal – Klischees wie Corpse Paint verzichtet. Habt ihr dadurch schon negative Erfahrung gesammelt oder wurdet ihr wirklich nur nach eurer Musik beurteilt?

Nebelheer: Damit habe wir gar keine Erfahrung gesammelt, weil wir es ja noch nie gemacht haben. Ich hoffe, dass wir nach unserer Musik beurteilt werden. Aber es gibt bestimmt auch Leute, die sich unsere Musik aus Prinzip nicht anhören aufgrund mangelnder Klischees. Ich hab ja nichts dagegen und höre ja selbst auch viele solcher Truppen aber als Band muss man sich überlegen was für alle vertretbar ist.

OM: Außerdem ist mir aufgefallen, dass bis jetzt nur der Erstling „Anno 1635“ über einige Mailorder zu beziehen ist. Wie kann ein Fan denn an die anderen beiden Veröffentlichungen gelangen?

Nebelheer: Die „Ad Gladios“ ist restlos ausverkauft und wird aus finanziellen Gründen auch in nächster Zeit nicht nachproduziert werden. Die „Promo 05“ ist auf allen Konzerten zu bekommen und ist ab demnächst auch bei Christhunt Records und diversen anderen Mailordern erhältlich. Man kann sie aber auch direkt bei mir oder meinem Bruder bestellen. (veromoth@nebelheer.de und styrum@nebelheer.de) die Promo kostet 4 Euro plus 3 Euro für Porto und Verpackung.

OM: Noch einige persönlichere Fragen. Was möchtet ihr gerne noch als Band erreichen?

Nebelheer: Ein Plattenvertrag wäre schon gut. Ein vernünftiger Vertriebsvertrag, damit man nicht immer alles selbst finanzieren muss wäre aber auch schon ein Anfang und natürlich wollen wir noch viele Konzerte spielen.

OM: Mit welchen Bands würdet ihr gerne einmal die Bühne teilen?

Nebelheer: Wir hatten ja bereits das Glück mit bekannten Black Metal Bands zusammen spielen zu können. Styrum würde gerne mal mit Slayer spielen und ich mit Emperor aber leider gibt es die ja auch nicht mehr.

OM: Aus welchen Mitgliedern würde eure „Traumband“ bestehen?

Nebelheer: Ich kann nicht klagen. Ich bin mit unserer jetzigen Besetzung total zufrieden und wenn man mal ein paar „Szenegrößen“ kennen gelernt hat, möchte man die überall haben, nur nicht in der eigenen Band.

OM: Und zum krönenden Abschluss. Warum sollte sich ein Black Metal bzw. Thrash Metal Fan eure CDs anhören?

Nebelheer: Weil man vielleicht mal Langeweile hat und unsere CDs günstig sind. Muss aber im Endeffekt jeder selbst entscheiden, was er hört oder nicht. Aber wir freuen und natürlich über jeden neuen Zuhörer.

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