OM: Maintain – eine Band aus Norddeutschland die hoch qualifizierten Metalcore/Hardcore

spielt. Bitte beschreibt euch zu Beginn um den Lesern einen Eindruck von euch zu geben.

MAINTAIN: Hallo und erstmal vielen Dank für

das Kompliment! Wir sind MAINTAIN aus Hamburg. Das sind im Einzelnen Timo (Voc.),

Julian (Bass), Sebastian (Git.), Benny (Drums), Nils (Git.).

OM: Könnt ihr von der Musik die ihr produziert leben oder habt ihr auch noch andere Jobs?

Und ist das ehr positiv oder negativ?

MAINTAIN: Zum Leben reicht es leider noch

lange nicht! Wir sind alle Studenten/ Schüler, nur unser Sänger hat schon

länger einen festen Job. Dieses wirkt sich natürlich nicht unbedingt positiv

auf die Band aus, da wir nicht den ganzen Tag nur etwas für die Band tun

können. Man wird aber oftmals genau mit den Bands verglichen, die die

Möglichkeit dazu haben!

OM: Wieist dieses Gefühl, dass man früher (oder jetzt auch noch) Fan von Bands war und

heutzutage selber Mitglied einer solchen Band ist? Und dass diese Fans das was

man produziert auf Deutsch gesagt sau geil finden? Kann man sich das eigentlich

vorstellen?

MAINTAIN: Wenn Leuten die Musik gefällt, ist das natürlich das beste Lob, welches man als Musiker bekommen kann. Es ist schon

ein geiles Gefühl, wenn Leute die ganze Arbeit und all das Herzblut honorieren,

das man in diese Arbeit gesteckt hat.

OM: Seit 1998 spielt ihr Metalcore. Sehr guten sogar. Gut wird man jedoch nicht, wenn

man die Musik die man spielt nicht lebt/liebt. Was bedeutet Metal bzw.

Metalcore für euch? Was hat euch geprägt, dass ihr auf so hohem Niveau spielt?

MAINTAIN: Nochmals vielen Dank für das Lob! Die Musik ist schon einer der wichtigsten

Faktoren in unserem Leben. Man nimmt halt vieles in Kauf, fängt sich lieber

schlechte Noten wegen Fehlens in der Schule/ Ausbildung ein, als Auftritte

nicht spielen zu können, usw. Da muss man schon mit ganzem Herzen hinter stehen

und umso schöner ist es, wenn das alles irgendwann mal belohnt wird!

Musikalisch prägen uns vor allem technisch versierte Bands aus dem Metal

bereich. Textlich, würde ich sagen, sind wir mehr Hardcore als jemals zuvor.

Wir versuchen halt immer, aus allem das Beste heraus zu holen und arbeiten

einfach hart an uns. Vor allem, weil wir ja (wie bereits angesprochen) nicht

den ganzen Tag im Proberaum verbringen können, muss die verlorene Zeit ständig

umso mehr durch intensivere Arbeit kompensiert werden.

OM: Ich selber höre hauptsächlich Metalcore und Hardcore. Ab und zu auch mal Emocore.

Ganz ehrlich verstehe ich nicht, warum dieser ganze Musikstrang so in Verruf ist.

Liegt es an dieser ganzen Rockabilly-Modeerscheinung oder was meint ihr dazu?

MAINTAIN: Ich glaube, es gibt viele Metal/HC Leute, die bevorzugt harte Musik hören und mit diesem Genre deswegen einfach

nichts anfangen können. Für die ist diese Musik einfach zu „weich“ und es

ärgert sie, wenn diese Musik in einem Atemzug mit ihren persönlichen Faves

genannt wird. Ich persönlich bin immer der Meinung, dass man seine Bands lieber

noch mehr unterstützen, als ständig über andere herziehen sollte. UND: Ich stehe total auf Emo!! 😉

OM: Inwiefern würdet ihr sagen, dass ihr

Gemeinsamkeiten oder Unterschiede zu anderen Metalcore-Bands wie z.B. Caliban

oder Heaven Shall Burn aufweist? Beide genannten Bands kommen ebenfalls aus

Deutschland. Habt ihr Kontakt? Tauscht ihr gegenseitig Ideen etc. aus?

MAINTAIN: Eigentlich alle Deutschen Größen

sind stark von Bands wie Bolt Thrower, At the Gates oder Slayer beeinflusst

worden. Wir aber kommen aus dem Hardcore- Bereich und haben die Metal-

Einflüsse, zeitlich gesehen, erst relativ kurzfristig in uns. Evtl. kommt es

daher, dass viele an uns heran treten und sagen:“ Ihr klingt irgendwie frischer

und nicht so, wie eine typische Deutsche Metal/ HC Band.“ Man selber kann das

natürlich immer schwer beurteilen. Fakt ist, dass wir ganz andere Vorbilder

haben, als die meisten unseres Genres und das wir erst jetzt viele „Helden“ des

Metals kennen und lieben lernen. Über die Jahre haben wir viele Kontakte zu

größeren nationalen und internationalen Bands geknüpft und pflegen diese

natürlich auch. Natürlich tauscht man sich dabei auch über die

unterschiedlichten Erfahrungen aus.

OM: Jetzt ein paar Schlagwörter:

Fleisch

MAINTAIN: Für mich nie wieder!

Double Base

MAINTAIN: Unverzichtbar.

Synthesizer

MAINTAIN: Wenn dezent und gekonnt eingesetzt, eine gute Sache.

Musiker-Witze

MAINTAIN: Wie nennt man die Typen, die mit Musikern abhängen!?!? Sänger!! 😉

Fans

MAINTAIN: Ohne die gäbe es das alles hier nicht!

Amerikanische Außenpolitik

MAINTAIN: Die schlimmsten politischen Geschehnisse, die ich in meinen jungen Jahren bis jetzt

bewusst erleben musste!

OM: Am 15.06.2007 wird euer zweites Album „With A Vengeance“ den Markt erobern. Was

könnt ihr darüber sagen? Auf was kann man sich gefasst machen, wenn man die

Scheibe kauft? Gibt es ein bestimmtes Thema oder steht jeder Song für sich?

MAINTAIN: Es gibt kein bestimmtes Thema und

die Inhalte der Texte gestalten sich äußerst unterschiedlich, ebenso wie die

Musik. Alles ist viel versierter und facettenreicher. Wir haben alle verdammt

hart an uns gearbeitet und ich denke, das hört man auch. Natürlich hat Jacob

Hansen auch einen Mörder- Sound hingelegt, gar keine Frage!

OM: Wie regelt ihr das mit den Songs? Wer schreibt und worüber wird hauptsächlich

geschrieben?

MAINTAIN: Also, die Lyrics schreiben Timo und ich. Es geht um viele Dinge, wie politische, gesellschaftliche und

persönliche Themen. Um die Musik kümmern sich, in erster Linie, Sebastian und

ich. Im Endeffekt sind natürlich alle am Songwriting beteiligt, nur geben

Sebastian und ich mit den Gitarrenriffs den Anstoß dazu.

OM: Die Zeit, die ihr nun im Studio verbracht habt war sicherlich eine schöne- aber sicher auch eine anstrengende Zeit für

euch. Erzählt mal ein wenig davon. Wie erging es euch? Ist alles so gelaufen

wie ihr es euch vorgestellt habt? Gab es Probleme? Wie war es, wieder im Studio

zu sein?

MAINTAIN: Im Studio zu sein ist einfach

großartig! Man freut sich, alles Erarbeitete endlich in einem angemessenen

Soundgewand hören zu können. Natürlich ist es auch sehr spannend, denn man weis

nie, wie das Endprodukt im Endeffekt klingen wird und manche Dinge laufen eh

immer anders, als man es sich vorstellt. Jacob Hansen hat auch einfach einen

tollen Job gemacht und es war uns eine Ehre, mit ihm zusammen arbeiten zu

dürfen.

OM: Bald stellt ihr das Album vor. Wie wird eurer Meinung nach wohl das Publikum darauf

reagieren? Oder auch: Was habt ihr für Erwartungen?

MAINTAIN: Bis jetzt haben wir persönlich

nur positive Resonanzen bekommen. Natürlich gefällt unsere Musik nicht jedem.

Aber eine Band, die jedem gefällt, gibt es ja so oder so nicht! Erwartungen

haben wir eigentlich so gut wie keine. Wir hoffen natürlich, dass das Album den

Leuten gefällt und viele Leute zu unseren Shows kommen. Das ist eigentlich die

Hauptsache!

OM: Schade finde ich, dass ihr nicht in Osnabrück oder Umgebung spielt. Ich bin die Liste dreimal

durchgegangen aber habe nichts gefunden. Zu gerne hätte ich euch live gesehen

und dann ein paar Fragen gestellt. Das kommt immer besser…

MAINTAIN: Stimmt!! Da in der Ecke haben wir

noch so gut wie gar nicht gespielt… Wird also mal Zeit!! 😉

OM: Zum Schluss noch eine ganz andere Frage:

Musik wird immer mehr zu Kommerz. Schade eigentlich, denn die Hauptkonsumenten

sind Schüler/Azubis/Studenten, die kaum Geld auf der Tasche haben. Ist es da

noch verwerflich, dass so viele Jugendliche den Brenner oder das Internet dem

Gang zum Plattenladen vorziehen? Wie steht ihr dazu?

MAINTAIN: Schwieriges Thema! Generell

gesehen, ist für mich die Musik eine Ware wie jede andere. Wenn man also Musik

klaut, ist es dasselbe, als wenn man Ware im Supermarkt klaut. Beides hat bei

der Herstellung viel Geld und Zeit gekostet und von beidem sind Jobs abhängig

und Menschen versuchen, davon zu leben. Auf der anderen Seite gibt es natürlich

viele, die auf andere Weise Bands unterstützen und oftmals nur Songs saugen,

weil sie nicht länger warten können und es sich schlichtweg gerade anbietet.

Anschließend kommen sie aber auf Shows und kaufen Merch oder supporten die

Bands auf ihre Weise… Wie gesagt, es ist halt schon ein zweischneidiges

Schwert!

OM: Dann bleibt mir nun nur noch übrig euch zu danken, dass ihr für das Interview Zeit hattet.

MAINTAIN: WIR haben zu danken! Beste Grüße!

Nils und MAINTAIN

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