Hi Jungs, vielen Dank für eure Zeit! Fangen wir doch gleich mal an!Sämtliche Online- und Printmagazine überschlagen sich fast (u.a. TOPSCORE 5 von 5 Punkten bei OsnaMetal.de!), wenn sie über eure neue Demo „Mythaeon“ schreiben. Das macht doch sicher ordentlich stolz, oder?

Benjamin: Na klar, ist schon ein tolles Gefühl wenn man sich versucht mit seiner eigenen Musik auszudrücken, und diese sowohl bei Kritikern als auch bei Publikum gut ankommt.

OM: Hat euer Bandname eine spezielle Bedeutung für euch?

Benjamin: Er passt gut zu uns. Er hat irgendwie was trauriges, aber auch was schönes und mit „Fall“ vielleicht sogar ein etwas aggressiveres Element (wenn man „Fall“ nicht mit Herbst übersetzt). Im Grunde ist mit der Name aber ganz spontan eingefallen und wir fanden ihn dann einfach schön und haben ihn genommen.

OM: Und wie kam der Name eures neuen Demos „Mythaeon“ zustande, was bedeutet er für euch?

Fabian: Novembers Fall und Namensgebung ist immer so eine Sache… (siehe Antwort 2) Es ist genau, als ob Eltern ihrem Neugeborenen einen Namen geben. Den wirklichen Sinn dieses Namens kennen sie selten, aber er klingt einfach schön. Bei Mythaeon war das nicht wirklich anders.

Wir haben mögliche Namen gesammelt, die wirklich sehr unterschiedlich waren. Jeder hat sich natürlich etwas bei seinem Vorschlag gedacht, aber entschieden haben wir uns letztendlich für Mythaeon. Myth der Mythos von Dingen, lässt sich auf jedes der Lieder beziehen, ebenso wie „aeon“ die Ewigkeit. Wie das Ewigwährende Wasser (Coral Island), oder der Mensch der zum ewigen Leben verdammt ist (Question of Eternity)

OM: Wie seid ihr dazu gekommen, selbst Musik zu machen? Wart ihr in der Musikschule oder habt ihr euch das Spielen selbst beigebracht? Unterstützen eure Eltern eure Musik?

Benjamin: Also was das Musikmachen betrifft, bei mir ist das so teils, teils. Ich habe als Autodidakt angefangen, dann später Unterricht genommen, dann wieder nicht und dann schließlich doch wieder. Ich hab angefangen, Gitarre zu spielen, weil ich gesehen habe, wie meine Cousins das Mainriff von „Come as you are“ (Nirvana) gezockt haben, da hab ich festgestellt, dass Gitarre spielen cool ist. Davor kannte ich nur Heinos, die mit langweiliger Klassikgitarre angefangen haben, das hat mir damals gar nicht zugesagt. Also meine Eltern akzeptieren die Musik, auch wenn sie ihnen nicht gefällt. Sie waren glaub ich bei den ersten beiden Konzerten dabei. Generell finden sie es gut, dass ich Musik mache. Ich denke mal bei den anderen ist das ähnlich.

OM: Wie erklärt ihr euch, dass bei derartiger Resonanz auf eure Arbeit noch kein Label an Euch herangetreten ist? Ihr schickt doch sicherlich auch Demos direkt an Plattenfirmen? Und selbst wenn nicht, müssten selbige doch mittlerweile mal was von Euch gehört haben?

Benjamin: Wir haben in der Tat noch nix großartiges rumgeschickt. Ich denke mal, es gibt so eine Flut an guten Bands im Underground (neben einem Riesenhaufen Scheiße^^) und Plattenfirmen suchen sich einfach entweder die Besten, oder welche die kommerziell gut passen. Unsere Musik ist natürlich aufgrund ihrer Vielfältigkeit auch nur für ein spezielles Publikum, da wir eben die Puristen mit unserer Musik nicht vollständig ansprechen werden. Da es aber immer mehr Metaller gibt, die offen für andere Musik sind, kann sich das auch ändern. Ich denke, dass wir auch noch ein paar Kleinigkeiten haben, die wir ausbessern müssen, wie z.b. den cleanen Gesang und das Drumming. Schaun wir einfach mal, was das nächste Demo bringt.

OM: Gibt es bei den teilweise recht unterschiedlichen Musikgeschmäckern der Mitglieder von Novembers Fall manchmal Differenzen innerhalb der Band oder stimmt eure Meinung bezüglich der eigenen Musik immer nahezu überein?

Fabian: Es ist faszinierend, wie gut wir intern doch aufeinandertreffen. Wir spielen einfach was uns Spaß macht, was wir gut finden. Dem sind musikalisch keine Grenzen gesetzt.

Es geht nicht immer um bestimmte Stilarten in einem Lied, eher um deren Aussagekraft und um deren Stimmung. Es lässt sich nicht vermeiden das es Riffs oder ganze Lieder gibt die ein Bandmitglied jetzt nicht so überzeugen, dann arbeiten wir da halt etwas länger dran und versuchen, dies zu korrigieren. Man kann sich da schon sehr gut einigen.

OM: Wer schreibt bei Euch die Texte und in welcher Stimmung kann derjenige das am besten? Mich würde besonders interessieren, ob durch Gefühle wie Trauer, Melancholie und Wut das Songwriting leichter von der Hand geht oder ob ihr auch gut Texte schreiben könnt, wenn ihr in relativ neutraler Stimmung seid?

Fabian: Manchmal steht man vor dem Problem, dass ein neues Lied vor der Tür steht und man einen Text braucht. Sicher ist es mit einem einfachen Gefühl leichter, Texte aber auch Musik zu schreiben. Doch hat man nicht immer alles zu Hand was man bräuchte. Meistens sind es Erinnerungen an alte Gefühle, die sich eingebrannt haben. Neutral lässt sich sehr gut „über andere“ schreiben. Es ist doch immer so, dass, wenn man etwas schreibt sich mehr und mehr dahinein versetzt. Irgendwann kommt man automatisch in die Stimmung, die das Lied verbreiten wird.

OM: Eurer Website kann man entnehmen, dass ihr privat sowohl Sachen von Amon Amarth, Opeth, In Flames als auch von Metallica, Kreator, AC/DC und auch einige der derzeit so verschrienen Metalcore-/Emocorebands in euren Plattensammlungen habt. Wie steht ihr dazu, dass diese Musikrichtung derzeit so stark gehypt wird und beeinflusst euch das in eurem Hörverhalten?

Benjamin: Auch wenn ich persönlich nicht so überzeugt von Metalcore bin, denke ich, dass es eine – zumindest von der Instrumentierung her – interessantere Variante ist als Nu Metal. Ein ganz großes Problem im Metalcore sehe ich in mangelndem Abwechslungsreichtum (eine Band klingt wie die andere), außerdem lehne ich Trends ab. Ich finde es schade, dass eine Musikart trendy werden kann und plötzlich alle möglichen Leute sie auslutschen müssen bis sie keiner mehr hören will. Dieses Kommerzprodukt verdanken wir den Plattenfirmen, die bei dem aufkommenden Metalcore Hype alle möglichen neuen Bands gesigned haben. Naja, jeder Trend geht auch einmal zu Ende und ein paar innovative Bands bleiben dann und ein Haufen belangloser Plagiate dieses Stils. So ist es jedoch eigentlich mit jedem Genre.

OM: Ein Großteil eurer Band ist Fan von Disillusion. Was für ein Gefühl ist es zu wissen, bald mit einer seiner Lieblingsbands zusammen auf der Bühne zu stehen?

Fabian: Ich glaub ich hab mich noch nie so auf einen Gig gefreut. Ich bin mir sicher, ich wär´ auch zu dem Konzert gegangen, wenn wir dort nicht spielen würden.

Klar, für Disillusion und Dark Suns.

Benjamin: Ja, das seh ich absolut genauso. Es ist eine riesige Ehre, mit diesen Bands zu spielen. Ich darf darauf hinweisen, dass es auch schon Vorverkauf auf www.kartenhaus.de gibt

OM: Zum Schluss natürlich noch eine ganz wichtige Frage: Wird es in Zukunft Gigs im Osnabrücker Raum geben?

Benjamin: Derzeit ist meines Wissens noch nichts geplant. Im Prinzip steht dem aber nichts im Wege, also wenn jemand was für uns hat kann er sich gerne mal bei uns melden unter: booking@novembersfall.com .

OM: Ich wünsche Euch noch viel Erfolg und hoffe, euch bald auch mal live erleben zu können!

Benjamin: Vielen Dank für das Interview und wir würden uns auch sehr freuen, mal irgendwann im Osnabrücker Raum spielen zu dürfen.

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