OM: Hallo Sebastian und Theo von Sardonic. Schön, dass es mit dem Interview geklappt hat und natürlich zunächst alles Gute zur Veröffentlichung von “Symptomaniac“.

Stellt doch erst einmal unseren Lesern eure Band vor. Wer seid ihr und wer sind die Anderen, die heute nicht hier sein können?

Theo: Interviewpartner bin ich, Theo, Gitarrist von Sardonic, zuständig für die Breaks und jetzt sagt Sebastian was…

Sebastian: Ich bin auch Gitarrist und bin mehr für die Melodien verantwortlich als für die Breaks. Dann haben wir noch Stefan an den „Schlagzeugen“, Jojo am Gesang und den Michael am Bass.

OM: Wann hat eure musikalische „Karriere“ begonnen?

Theo: Ich hab vorher schon in einer anderen Band gespielt und mache seit ca. neun Jahren Musik.

Sebastian: Ich hab unter anderem bei Spirit Corpse gespielt und bin seit zehn Jahren Musiker.

OM: War es denn immer Death Metal?

Theo: Ich hab immer Death Metal gemacht- ich kann nichts anderes.

Sebastian: Meine erste Kapelle war eher Black Metal, danach war es Zombie Metal – na ja, und jetzt ist es Sardonic Metal.

OM: 2003 wurde Sardonic gegründet- wie kam es damals zu dieser Kombination? Wie ich hörte, seid ihr ja aus mehreren Bands zusammengewürfelt.

Sebastian: Als sich meine Vorgängerband aufgelöst hatte, haben wir angefangen, nach neuen Leuten zu suchen. Den Jojo kannten wir schon ein bisschen privat und wir hatten schon mal angefragt, aber er wollte sich das noch mal überlegen.

OM: Und mit dem Jojo hattet ihr auch gleichzeitig Theo dabei?

Sebastian: Ne, der war schon vorher dabei. Wacken 2003 waren wir dann quasi komplett, weil Basser, Schlagzeuger und meine Wenigkeit waren ja schon in der Band.

OM: Wie war die Zeit im Studio und welche Erwartungen habt ihr an Symptomaniac?

Theo: Studio war wieder super bei Walter und Hannelore. Wir haben vorher die Songs so gut wie fertig gehabt und dann war es mal wieder sehr entspannend im Metalsound – Studio bei Thorsten in Osterode.

Sebastian: Da gibt’s eigentlich nichts hinzuzufügen. Wir waren ja bei unserer ersten Scheibe schon mal dort und bei der zweiten war es sogar noch ein Ticken entspannter.

Die Erwartungen, würde ich mal sagen, sind seitens des Labels ziemlich hoch, bei uns auf jeden Fall höher als bei der ersten CD – aber wir lassen uns mal überraschen.

OM: Wie lange wart ihr im Studio?

Theo: Wir waren etwa zehn Tage im Studio. Dabei haben wir jeden Morgen so gegen 9:00 Uhr angefangen und dann bis ungefähr 17:00 Uhr durchgemacht.

OM: Worin unterscheidet sich „Symptomaniac“ von eurem letzten Album “Say10”?

Sebastian: Das ist immer schwer zu sagen als Musiker der Kapelle. Es ist auf jeden Fall einerseits härter und brutaler geworden, aber auch andererseits ein bisschen progressiver und nicht so eingängig. Hat aber, glaube ich, eher Langzeitwert.

OM: Habt ihr ein Lieblingslied auf „Symptomaniac“?

Theo: Ich finde von dem neuen Album „Fall Of A Man“ richtig supergeil und „Surviving The Abortion“ ist der absolute Oberknaller!

Sebastian: Live zu spielen find ich auch „Surviving The Abortion“ richtig geil.

OM: Theo, erzähl doch noch mal just die Geschichte zu eurem Namen!

Theo: Jojo und ich haben damals vor etlichen Jahren die Band Sardonic gegründet. Wir suchten nach einem Namen, der nicht so alltäglich war, und so kam es dann, dass wir „rumgegooglet“ haben. Dabei fanden wir heraus, dass es mal auf Sizilien eine Pflanze gab, die Muskelkrämpfe verursachte und so zum Herzstillstand führte. Dabei verkrampften sich alle Muskeln im Körper, weshalb beim Tod ein Grinsen zustande kam. Die Menschen sahen aus, als hätten sie sich totgelacht. Das ist dann halt das sardonisch- krankhafte Lachen.

Als Bandnamen fanden wir das irgendwie ganz cool und haben es dann verwendet und beibehalten.

OM: Wie entsteht bei Sardonic ein Song?

Theo: Sebastian und ich sind bei uns die Hauptsongwriter. Eigentlich mittlerweile Sebastian mehr als ich. Wir sitzen dann zu Hause und tüfteln ein paar Riffs aus und machen dann sozusagen zu Hause den fertigen Song. Den stellen wir im Proberaum vor und dann geben die anderen ihren Teil dazu. Das Grundgerüst steht immer schon bei uns zu Hause.

OM: Am 9.9. hab ich euch im Bastard Club gesehen und ich muss gestehen, ich war ziemlich begeistert von eurer Show. Aber was ich mich seitdem frage: Woher wisst ihr zum Beispiel, wann ihr mit einem anderen Mitglied euren Platz zu wechseln habt? Ist das einstudiert?

Sebastian: Das wissen wir eigentlich gar nicht. In unserer Lifeshow haben wir komplett keine Planung drin.

Theo: Im Grunde ist nicht viel abgesprochen. Wir haben so ein paar Einsätze, wo wir sagen „Ok, da kann man richtig geil zu abgehen und bangen“ und das wird dann auch so gemacht. Was aber den Platzwechsel angeht, da sprechen wir nicht drüber. Das wird einfach gemacht.

Sebastian: Auf größeren Bühnen wäre das noch viel effektiver gewesen.

OM: Im Gegensatz zu den anderen Bands, die ebenfalls am 9.9. aufgetreten sind, hattet ihr einen herausstechenden Publikumsbezug. Ist euch das persönlich sehr wichtig?

Theo: Da legen wir auf jeden Fall Wert drauf, denn was ist ein Konzert ohne Publikum? Da könnten wir uns ja besser in den Proberaum stellen und da unseren Scheiß runterrocken. Aber live spielen wir für die Leute, die vor der Bühne stehen und nicht für uns. In den drei Jahren, in denen wir zusammen sind, haben wir gemerkt, dass man das Publikum auch aus der Reserve locken kann, wenn man es ein bisschen fordert.

OM: Welche Erwartungen habt ihr an eure anstehende Tour?

Sebastian: Wir wissen, dass wir jeden Abend der Opener sind und im Endeffekt die „Arschposition“ haben, aber wir hoffen, durch unser Engagement und unsere Show auch neue Fans gewinnen zu können. Ansonsten versuchen wir, uns einen Spaß und einen Urlaub daraus zu machen. Wir haben nicht zu viele Erwartungen, sagen wir es so.

Theo: Es geht ja auch darum, den Namen mal gehört zu haben. Also Bekanntmachung unseres Namens – so sehen wir das halt.

OM: Wie sieht das aus, wenn ihr so viel Zeit auf so engem Raum verbringt?

Sebastian: Bisher hingen wir ja höchstens maximal drei Tage aufeinander. Aber ich hab da keine Angst vor.

Das ist zum ersten Mal eine Band, in der ich spiele, die sich untereinander persönlich so dermaßen gut versteht, dass das eigentlich kein Problem werden wird.

OM: Es gibt also nie Streit?

Sebastian: Frag uns nach der Tour – wenn es uns dann noch gibt. (lacht)

OM: Was war euer persönlich größter Moment mit Sardonic?

Theo: Ich fand am krassesten unseren ersten Auftritt – da gab es uns fünf oder sechs Wochen. In dieser Zeit haben wir vier Songs geschrieben und ein Cover gehabt – das fand ich schon extrem krass.

Ansonsten war für mich das Größte: Metalcamp in Slowenien. Da standen wir vor 500-600 Leuten, das war eine Riesennummer! Aber gut war auch der Osnabrück- Auftritt am 09.09.2006. Wir hatten seit zwei Jahren nicht mehr in Osnabrück gespielt und wussten nicht, was uns erwartet. Ich war sehr überrascht, dass über 100 Leute da waren.

Sebastian: Metalcamp war, von der Stimmung und von der Größe, der tollste Auftritt. Ich war überrascht, weil ja eigentlich niemand einen kannte und trotzdem das Publikum total super war.

OM: Theo, du hast ja eben angesprochen, dass ihr bei eurem ersten Auftritt mit Sardonic ein Cover gespielt habt. Auch auf eurer Releaseparty gab es ja ein Medley aus drei Pantera-Songs. Warum gerade Pantera?

Theo: Wir haben ein paar Cover ausprobiert, wie zum Beispiel etwas von Cannibal Corpse, aber wir konnten uns irgendwie nie einigen. Dann sagten wir uns irgendwann: „Pantera covert kein Schwein und wir finden die alle schweinegeil“ und da haben wir dann gesagt: „Ok, machen wir da ein Ding raus“ und es entstand ein schönes Medley aus drei Songs.

OM: Warum nicht ein Cover von einem ganzen Song?

Sebastian: Da muss man zu sagen, dass die meisten großen Songs auch große Soli haben. Wir könnten es probieren und vielleicht würden wir es auch halbwegs hinkriegen. Aber irgendwie haben wir uns dazu entschlossen, dass wir, bevor wir etwas halb machen, lieber ein Medley produzieren – was ja auch irgendwie effektiver fürs Publikum ist. Und zum Thema: Warum Pantera? Das ist eben ein wenig exklusiver und vor allem: das macht nicht jeder.

Theo: Ne, das hört man ja nicht andauernd, und mittlerweile sogar gar nicht mehr.

OM: Welche Bands hört ihr euch privat an?

Theo: Ich bin mittlerweile ein riesiger Fan von Nevermore. Früher fand ich die eher schlecht, aber mittlerweile gehört Nevermore zu meinen Lieblingsbands. Genau wie Vader und Aternus. Ich höre privat viel Deathmetal.

Sebastian: Meine Lieblingsband ist seit Jahren, was wiederum keiner verstehen kann, Running Wild Ansonsten höre ich eigentlich mittlerweile quer durch den Garten.

OM: Habt ihr auch ein absolutes Lieblingslied?

Sebastian: Twisted Sister: I Wanna Rock

Theo: Ich habe ja immer gesagt, wenn ich sterbe, möchte ich zu Aternus eingeäschert werden. Das muss ich jetzt aber auch nicht jeden Tag hören. Schwer zu sagen… mhm…

OM: Sebastian, welche Musik soll auf deiner Beerdigung gespielt werden?

Sebastian: Running Wild wäre echt super, aber ansonsten Pink Floyd.

OM: Wie sieht das bei euch hobbytechnisch aus? Gibt es eine zweite Sache, für die ihr lebt?

Sebastian: Ich mach ja neben meiner Arbeit im Obdachlosenheim noch ein Studium im Fach Erziehungswissenschaft. Abgesehen davon angele ich sehr gerne und ich hab noch ein paar Freunde.

Theo: Ich bin viel berufstätig als Veranstaltungstechniker. Ansonsten spiele ich gerne Basketball.

OM: Zum Abschluss noch eine womöglich peinliche Frage: Eure erste CD – welche war das?

Sebastian: Soll ich das jetzt wirklich sagen? Das war: Matthias Reim, Torfrock – Beinhard (die Maxi) und Roxette – The Look.

Theo: Meine allererste CD weiß ich gar nicht mehr. Meine erste Kassette war Ace Of Base – Happy Nation und die erste CD? Ich würde sagen, das war irgend etwas von Michael Jackson.

Michael Jackson zählt auf jeden Fall zu meinen ersten musikalischen Begegnungen, genauso wie diese Scorpions – Maxi.

Sebastian: Doch nicht etwa „Wind Of Change“?

Theo: Doch!

OM: Das war es auch schon von meiner Seite. Recht herzlichen Dank, viel Erfolg auf weiterem Wege und viel Spass auf Tour!

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