OM: Hi Stefan!

Bei der Vorbereitung auf das Interview ist mir aufgefallen, dass ihr eigentlich aus Italien kommt aber eure Internetseite www.graveworm.de lautet. Hat das irgendwelche speziellen Gründe?

Stefan: Hi, ne das ist einfach so entstanden weil ein Freund von uns aus dem hohen Norden die Seite gemacht hat. Er hat dann alles auf einem deutschen Server gelegt. Also wie du siehst, keine speziellen Gründe.

OM: Um die erste Frage noch kurz aufzugreifen. Wie sieht es mit der Szene in Italien aus? Ist dort die von euch gespielte Musik der totale Untergrund oder steigt die Zahl der Fans. Wie schätzt ihr das ein?

Stefan: Die Szene in Italien ist im stetigem Aufschwung. Es hat sich echt was getan in den letzten Jahren. Besonders mit der Hilfe von bekannteren Bands wie Lacuna Coil, Rhapsody, Labyrinth oder anderen ist der Rest der Welt auf das musikalische Italien aufmerksam geworden. Und das hilft natürlich den Undergroundbands. Um das Ganze auf den Raum Südtirol zu beziehen wo wir herkommen gibt es einige Bands die es verdient hätten international Anerkennung zu bekommen. Da wären Voices of Decay, Coma und Suncold um nur einige zu nennen.

OM: Jetzt aber zurück zu Graveworm.

Euch gibt es bereits seit 1997, ihr feiert dieses Jahr also euer 10-jähriges Bestehen. In dieser Zeit hattet ihr aber nur, wie ich finde, wenige Besetzungswechsel. Liegt es vielleicht daran, dass ihr euch schon alle seit dem Kindesalter kennt. Worin seht ihr den Grund dafür?

Stefan: Graveworm gibt es schon länger als 97 . Ich bin seid 92 dabei. Damals waren wir aber nur eine reine Coverband die erst mit der Zeit angefangen hat selbst Songs zu komponieren. Besetzungswechsel gab es bei uns nicht viele. Mag daran liegen dass wir uns schon ewig kennen und dass wir allesamt auf einer Wellenlänge liegen. Wir machen auch privat sehr viel zusammen und ich muss sagen für mich ist die Band eine zweite Familie.

OM: Zum Beginn eurer Karriere habt ihr ohne ein Demo nur aufgrund eurer Liveperfomances einen Plattenvertrag bekommen. Könnt ihr bitte kurz beschreiben, was ihr damals gedacht habt und wie ihr euch dabei gefühlt habt?

Stefan: Das war schon eine komische Situation . Wir haben damals auf einem Festival bei uns zu Hause gespielt und haben uns dort mit den deutschen Darkseed angefreundet. Der Sänger der Band meinte dann wir sollten doch ein Demo dem Label schicken da wir doch gut in das Labelkonzept passen würden. Logischerweise hatten wir damals kein Demo so haben wir einfach einen Livemitschnitt des Festivals rausgeschickt. Da wir keine Antwort bekommen hatten habe ich dort einfach angerufen und haben den Labelboss so lange genervt bis er zu uns nach Südtirol gekommen ist um uns live spielen zu sehen. Und da kam da eines dem anderen und er hat uns einen Plattenvertrag angeboten. So kann es gehen …!

OM: Ende Mai soll eure insgesamt 6. Scheibe „Collateral Defect“ veröffentlicht werden. Wie sieht es aus, ist die CD fertig und könnt ihr den Termin einhalten?

Stefan: Die CD haben wir Anfang Januar eingespielt und sie ist schon fix und fertig. Der Termin wird eingehalten . Wir haben jetzt nur noch einen Stress mit der Gestaltung der Merchandise und anderen Artikeln, da wir die CD am 18 Mai bei uns live vorstellen werden und logischerweise muss da einfach alles passen…

OM: Was mir aufgefallen ist; ihr bringt beständig alle zwei Jahre eine neue CD raus. Ist das eher ungewollt, oder aufgrund der Tatsache, dass die Bandmitglieder noch arbeiten / studieren terminlich nicht anders zu bewerkstelligen?

Stefan: Wir haben alle noch ein Job und machen die Musik als Hobby. Es ist zwar ein aufwendiges Hobby aber leben können wir davon nicht. Das ist uns auch alles bewusst und das stört auch niemanden da wir gerne Musik machen. Die Zeit zwischen den CD´s ergibt sich einfach aus dieser Tatsache. Es ist halt immer der gleiche Ablauf. CD aufnehmen, die CD live promoten und dann wieder mit dem Songwriting beginnen…. ein so genannter Teufelskreis, dem wir sehr gerne beiwohnen. 🙂

OM: Mit der neuen CD kehrt ihr eurem alten Label (Nuclear Blast) den Rückenund habt nun bei Massacre Records gesigned. Warum habt ihr gewechselt? Oder musstet ihr wechseln? Ich bin der Meinung, dass Nuclear Blast gerade im deutschsprachigen Raum, eines der einfluchsreichsten wenn nicht sogar das einfluchsreichste Labels ist. Da muss man sich einen Wechsel schon gut überlegen.

Stefan: Es war kein gezwungener Wechsel sondern ein Wechsel von beiden Seiten. Die CD wurde nur lizenziert und an Massacre weitergegeben. Die Überlegung war einfach folgende: Im Mai bringt Blast eine Menge CD´s auf den Markt darunter die neue Dimmu und andere Scheiben. Deshalb haben wir uns gedacht die CD bei einem anderen Laben rauszubringen um mehr Promotion zu bekommen. Bei Blast wäre die CD wahrscheinlich in der Promotion der Top Bands sicherlich untergegangen. Und so können wir sicher sein dass Massacre alles tut, um die CD unter das Volk zu bringen. Und bis jetzt bin ich persönlich mit der Zusammenarbeit zu Massacre mehr als begeistert. Echt freundlich und sehr kompetent.

OM: Wenn man sich mit euch im Internet beschäftigt, konnte man immer wieder lesen, dass ihr gute Coverversionen auf euren CD habt. Könnt ihr uns eventuell schon verraten, ob das auf „Collateral Defect“ auch der Fall sein wird. Und wenn ja, könnt ihr das Lied und die Band schon preisgeben?

Stefan: Ja, dieses Mal gibt es wieder einen Coversong zu hören. Wir lieben es einfach, diese zu machen. Es macht einfach Spass andere Songs so zu verarbeiten dass sie letztendlich nach einem Graveworm Song klingen.! Dieses mal musste Bonnie Tyler dran glauben und zwar „I need a hero“. Lasst euch einfach überraschen! 😉

OM: Wie ist die Arbeit zu eurem neuen Album denn generell abgelaufen. Habt ihr euch ein Konzept erstellt wo ihr hinwollt oder einfach angefangen und geguckt wo es hinläuft?

Stefan: Wir haben einfach angefangen ohne uns einen Weg vorzugeben. Die Songs sind einfach so entstanden. Für uns war eh klar dass sich einiges ändern würde, da wir ja einen neuen Gitarristen haben und dieser auch für das Songwriting zuständig ist. Er hat die meisten Songs geschrieben, das Grundgerüst und den Rest haben wir dann im Proberaum zusammen gemacht.

OM: Worauf können die Fans denn gespannt sein? Wird es große Überraschungen geben oder habt ihr den Sound nicht großartig verändert. Eine entsprechende Weiterentwicklung ist ja eh immer vorhanden.

Stefan: Logisch gab es wieder eine Weiterentwicklung und den Rest ist dann von unserem neuen Gitarristen Thomas gekommen der einen frischen Wind in die Band gebracht hat. Er ist für 90 % des Songwriting verantwortlich. Generell kann man sagen dass die Songs mehr gitarrenlastig sund und vor Energie und Power nur so strotzen. Das Keyboard ist zweitrangig aber immer noch sehr wichtig, da es für die Atmosphäre und die Melodien zuständig ist.

OM: Wie entstehen in der Regel denn eure Songs? Schreibt ihr die zusammen oder sind da nur einzelne Mitglieder für verantwortlich? Steht denn erst der Song und dann kommen die Texte oder kann es auch umgekehrt sein?

Stefan: Wie gesagt Thomas ist für das Grundgerüst zuständig und der Rest wir dann so im Proberaum gemacht. Die Texte kommen zuletzt. Die bereite ich dann zu Hause im Alleingang vor. Ich mache es lieber zu Hause alleine wo ich mich voll und ganz auf die Texte konzentrieren kann. Dieses Mal war es so, dass ich mich echt eine Woche zu Hause eingesperrt und mir den Textwahnsinn gegeben habe.

OM: Auf eurer Internetseite sind bis jetzt nur einige vereinzelte Auftritte Bekannt gegeben. Ist denn noch eine „richtige“ Tour geplant? Was habt ihr nach der Veröffentlichung denn noch geplant? Was sind denn in euren Augen die nächsten Highlights?

In diesem Sinne wünsche ich euch schon mal für eure nächsten Auftritte und vor allem für euer neues Album alles Gute!

Stefan: Bis jetzt sind mal einige Festival geplant. Eine Tour wird es wohl erst im Herbst geben, da es vor den Festivals keinen Sinn macht. Wir warten mal auf den Release ab und dann werden wir sehen was alles auf uns zukommt….

OM: Dann bedanke ich mich für deine Zeit und wie gesagt: Alles Gute! 🙂

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