OM: Hallo The ATMOSFEAR, stellt euch doch einfach mal vor, wer macht was in der Band?

Olle: Jo, The ATMOSFEAR besteht aus Dennis Morich und Andreas Wendlandt an den Gitarren, Lars Henkel an der Bass-Klampfe, am Drum-Kit sitzt seit Anfang diesen Jahres Frank Schumacher, und meine Wenigkeit Olle Holzschneider betätigt sich als Schreihals.

OM: Ihr habt vor kurzem ein Album raus gebracht. Wie lange habt ihr an diesem Album geschnitzt?

Olle: Die Produktion von LOST PAIN hat sich aus verschiedensten Gründen über ein Jahr hingezogen. Es fing mit einem Armbruch von unserem Ex-Drummer Stefan Cabanus an, dann gab es Probleme mit der Aufnahmetechnik, so dass einiges neu aufgenommen werden musste was eigentlich fertig war. Dann mussten wir Termine abgleichen zwischen Band und unserem Producer Hannes Röll, der seinen Job nebenberuflich, aber sehr gewissenhaft macht und zwischendurch genau wie die Einzelnen aus der Band arbeiten mussten. Das hat dafür gesorgt dass sich einige Termine verschoben haben. Es gab dann noch einen technischen Fast-Supergau, woraufhin wir das fast fertig gemixte Album noch mal komplett neu mischen mussten. Dass war eine Aufregung, das kann ich dir sagen. Und anstrengend! Zuletzt mussten dann auch noch bürokratische Sachen geregelt werden.

Alles hat geklappt, und darüber freuen wir uns. Wir sind dem DARKBOUND sehr für seinen Job und die Unterstützung dankbar, besonders eben Hannes! Der Darkbound ist genau der richtige Haufen für uns muss hier noch mal gesagt werden!

Am Ende, am Tag des Release -Datums hat dass Presswerk nicht mitgespielt und uns die Produktion erst über eine Woche später als in Aussicht gestellt, zugesandt. Das Songwriting an sich hat sich über die gesamten letzten Jahre hingezogen. Wir hatten vor drei Jahren schon fast ein komplettes Album fertig geschrieben, konnten aber durch verschieden Besetzungswechsel nicht ins Studio.

OM: Habt ihr in dieser Zeit einige Gigs gespielt oder habt ihr euch wirklich nur auf die Studioarbeit konzentriert?

Olle: In der Zeit wo wir im Studio waren, haben wir uns fast ausschließlich auf die Produktion konzentriert. Wir haben sogar nur ganz selten mal geprobt. Einzelne Konzerte, wie dass Rock Harz- Open Air und ein Geburtstags-Konzert für Terry vom Death Metal Offspring.de zusammen mit Betrayer und Disaster K.F. haben wir dann noch in Weimar gegeben und mitgenommen. Dort waren übrigens auch Dr. Pest und Eumel von den Apokalyptischen Reitern. Die fanden uns cool, soweit ich dass von Dr. Pest weiß. Auf dem Rock Harz hatten wir dann zwischendurch die Möglichkeit auch mal wieder vor mehr als 1000 Leuten zu zocken. Dass war super! Vor der Produktion haben wir natürlich Konzerte gegeben. Auf Tour waren wir zuletzt in 2002 /2003. danach hatten wir uns erst mal mit band internen Dingen zu beschäftigen und wir haben nur Einzelgigs gespielt.

OM: Wo ich mir die CD durch gehört habe, ist mir ein deutscher Song aufgefallen, war das ein Experiment oder werden wir bald mehr deutsche Lieder von euch hören?

Olle: Du sprichst „Elias – Der Herr“ an. Dass ist eine Ausnahmeerscheinung. Es handelt sich um ein Arrangement von einem Stück dass Felix Mendelssohn Bartholdy im 19.Jahrhundert geschrieben hat.

Es handelt sich dabei um ein Requiem, in dem es meines Wissens nach um die Apokalypse geht. Ich kenne dass volle Requiem leider nicht besonders gut, werde es mir aber einmal besorgen. Dass Original ist ein Chor-Stück und klingt sehr bombastisch. Andys Mutter hat das bereits häufiger mit ihrem Kirchenchor sehr erfolgreich vorgeführt. Andy hat dass Stück mal arrangiert und uns damit begeistert. Wir haben dass Stück bereits vor ein paar Jahren in anderer Besetzung einmal für einen Cover-Sampler aufgenommen. Die andere hatten dann Lust, für LOST PAIN dass Stück noch mal neu aufzunehmen. Und somit ist es geschehen. Wir finden dass es ein besonderes Schmankerl darstellt, weil es ja für eine Death-Metal Kapelle recht ungewöhnlich ist so was zu machen, oder?

OM: Ihr seit schon in der ganzen Republik „rum“ gekommen, vor kurzem habt ihr in Bramsche gespielt, wie war die „Atmosfear“? Waren viele Leute beim Gig?

Olle: Ehrlich gesagt haben die Veranstalter vom“ Death & Destruction Fest“ alles Super-Top organisiert und beworben, aber leider war am zweiten Tag des Festivals recht wenig los. Vielleicht war den Leuten die Bandwahl zu heftig? Gorezone, Branded Skin, Izegrim und The ATMOSFEAR. Das sind alles Thrash und (Brutal-) Death Bands.

Es war außerdem an diesem Tag sehr heiß. Vielleicht wollten die Leute lieber grillen oder schwimmen, anstatt in einen stickigen Club zu gehen?

Keine Ahnung wie es in Osnabrück und Umgebung so üblich ist. Uns wurde berichtet dass die osnabrücker Metaler in letzter Zeit wohl häufiger ihren Hintern nicht hoch bekommen. Ich kann das nicht einschätzen, auf alle Fälle hatten alle Bands an diesem Abend einen riesigen Spaß. Aus meiner Sicht stimmte die Chemie unter den Bands einfach. Außerdem war unendlich viel zum saufen da. Der Sound war super, und die Fans die da waren, echt cool.

Schade ist, dass aufgrund der geringen Resonanz kein weiteres „Death & Destruction Fest“ in eurer Gegend geben wird.

OM: Bramsche ist ja für seinen Sinn für Metal berühmt, habt ihr das gemerkt?

Olle: Also wenn das ironisch gemeint ist.

Ja, (lacht) An diesem Wochenende auf jeden Fall!

OM: Warum habt ihr euer Album „Lost Pain“ genannt, gab es dafür einen Hintergrund oder ist dieser beim Bier entstanden?

Olle: Du meinst beim Atmosbier?

Nee, (grinst) weniges an diesem Album ist ohne Hintergrund. Ehrlich gesagt ist der Titel eine zyklische Bezeichnung für einen Lebensabschnitt in dem eine Menge Schmerz verloren geht.

Es gibt soviel sinnlosen und z.T. auch wichtigen formenden Schmerz der einem dass Wesentliche im Leben ein Stück näher bringen kann. Wenn aus den schmerzvollen Erfahrungen gelernt wird, können diese sehr wertvoll sein und einem dass Leben verschönern und erleichtern, weil man mit Fehlern und Situationen anders umgehen kann und neue Perspektiven und Betrachtungsweisen gewinnt. Verstehst du was ich meine?

Manchmal ist das Leben aus meiner Sicht betrachtet einen Tortur und ein Kreuz das zu tragen ist, aber ständig wird dagegen angekämpft. Am Ende siegt oft doch das Glück bzw. dass Leben? Wichtig dabei ist nur dass ein Glaube an die eigenen Kräfte vorhanden ist, und dass vertrauen aufgebracht wird. Ohne den Glauben an sich selbst kann man nicht glücklich und leicht leben, bin ich der Ansicht.

Vermutlich kennt jeder recht unangenehme Situationen in seinem persönlichen Leben. Diese gilt es meiner Meinung nach zu überwinden, egal ob Tod, Verlust von Menschen, Freundschaften, Beziehungen, dass Erleiden einer Krankheit, oder „einfach“ eines Jobs usw. das kann alles als Schmerz und Pain empfunden werden und verursachen.

Ursache dafür ist immer Angst und Begierde.

Wenn diese negativen Empfindungen überwunden sind kann man von LOST PAIN sprechen? Weil ich die Texte singe und schreibe habe ich den Vorschlag gemacht das Album so zu betiteln, und die anderen waren einverstanden weil der Titel prägnant und klangvoll ist. Das ist der Grund.

OM: Was ist euer Lieblingslied auf „Lost Pain“?

Olle: Dass kann ich dir so nicht sagen. Ich denke dass schwankt bei jedem manchmal. Lieblingslieder, die alle aus der Band favorisieren, kann ich so nicht erkennen. Vielleicht „The Devil Inside“ „Success After Death“, …Im Prinzip sind wir von all unseren neuen Songs sehr überzeugt und mögen sie. Es gibt immer mal einen Zeitpunkt wo der Einzelne denkt dass dieses oder jenes anders arrangiert werden hätte können. Aber alles ist nun so wie es ist und wir freuen uns dass die Scheibe draußen ist und wir so viele positive Meinungen zu hören bekommen.

OM: Wo sind die Bilder auf eurem Album entstanden?

Olle: Hm, welche meinst du denn? Sind ja recht viele Bilder.

OM: Die Bandbilder…

Olle: Die Bandpics wurden in einer alten Ruine in Pöhlde am Rande des Harzes aufgenommen und wurden von Buko und Anna Maei gemacht worden, zwei guten Bekannte von der Band die als Fotografen tätig sind. Die hatten ziemlich viele Ideen, u.a. das hier, Buko und ein Kumpel meinten wir sollten uns an Ketten und Haken an die Decke hängen, dass haben wir aber abgelehnt, (lacht) Den ATMOSFEAR – Totempfahl mit der Augenpyramide und dem Lebenskreuz hat Doreen Wehrsold gezeichnet. Dass ist meiner Meinung nach eine ganz begabte Künstlerin. Sehr talentiert! Naja, und die beiden Zeichnungen im Booklet habe ich gezeichnet, dass Foto zu „Born to See The Grave“ ist von mir in Göttingen auf dem Friedhof geschossen worden, und der Rest ist aus unterschiedlichsten Quellen. Die Live-Bilder sind bei den verschiedenen Gigs entstanden, ist ja klar, ne.

OM: Wie kommt ihr zu dem Namen, The ATMOSFEAR? Kommt das durch eure Live-Gigs?

Olle: Nicht wirklich. Der Name stammt noch aus der Zeit unseres ersten Gitarristen Marco Göbel der heuer noch unsere Homepage betreut und auch dass Booklet gelayoutet hat.

Der kam mal mit dem Namen Atmosfear an und David (der erste Drummer von The ATMOSFEAR) und ich fanden den Namen gut, und seit dem heißen wir so. Da wir später mitbekommen haben dass es ein Spiel und weitere Menschen gibt die unter diesem Namen „Atmosfear“ veröffentlichen, haben wir uns entschieden uns abzugrenzen und dass „The“ und die Schreibweise in GROßBUCHSTABEN zu wählen um uns klar von anderen abzusetzen. Das ist besser als Ätmösfeär. So ist das.

OM: Allerdings, würdet ihr euch selber auch als atmosphärisch bezeichnen, wenn ihr auf der Bühne seid, oder bekommt ihr von dem Trubel in diesem Moment nichts mit?

Olle: Wir können dass nicht sagen. Dass müssen andere entscheiden. Offenbar sprühen wir auf der Bühne aber ein gewisses Flair von dem die Menschen beeindruckt und oft mitgerissen werden.

Nähere Angehörige sind besonders von der Ausstrahlung auf der Bühne beeindruckt und schockiert wenn sie mich bei Auftritten erleben, weil ich im Alltag ja „ein ganz Netter“ und oft freundlicher Kerl bin.

Einzelne haben mir tatsächlich schon öfter berichtet, dass sie Angst empfunden haben. Irgendetwas diabolisches scheinen wir wohl teilweise auf die Leute auszustrahlen. Zumindest ist es dass was ich erzählt bekomme. Manchmal wird von „einem Zauber“ gesprochen. Dass liegt wohl daran dass wir auf der Bühne die Tiere die in uns leben herauslassen, (lacht) Dabei fressen wir doch alle auf, das tut gut und gibt Power!

OM: Wenn doch, beobachtet ihr die Leute bei den Gig´s?

Olle: Hm, z.T. ist man total in der eigenen Welt. Wo zumindest ich, abschalte und durchdrehe, aus dieser Welt komme ich aber immer wieder zurück. Dann fallen einem Besonderheiten auf.

Einmal habe ich einen Ständer auf der Bühne bekommen, weil in der ersten Reihe eine total geile Frau, heftig abgegangen ist. Sie hat nicht nur gebangt, sondern auch mit ihrer Zunge gespielt hat und mir Küsse zugeworfen hat, und so, dass war was. Oder ein anderes Mal wird einem bewusst wie viel Macht man über die abgehende Meute hat. Da knutschen die Leute in den ersten Reihen sogar vergammelte Rinderschädel ab wenn man ihn den positiv Verrückten das Teil nur nahe genug hinhält. Ich finde dass großartig und unglaublich! (lacht) That´s Metal! Verrückt…

OM: Ich habe in eurem Info-Material gelesen, das ihr schon mit einigen großen Namen gespielt habt. Zählt mal auf mit welchen Bands es am meisten Spaß gemacht hat.

Olle: Ach dass mache ich nicht, dass ist albern. Es reicht wenn die Bands wissen wann wir Spaß zusammen hatten. Es gibt aber zwei Bands mit denen wir einfach nur super-spitzen Erlebnisse hatten. Godess Of Desire und Izegrim gehören dazu. Die haben sich als ganz besonders liebe hilfsbereite Menschen herausgestellt. Überhaupt, Holländer sind klasse.

Aber auch mit den anderen Bands, egal ob bekannt oder unbekannt hatten wir in der Regel unseren Spaß. Auch Branded Skin aus eurer Gegend zählen zu den Super coolen! Mit denen will ich auch noch öfter was machen.

OM: Wie sind diese Leute Backstage?

Olle:Total unterschiedlich wie jeder andere Mensch auch. Die tollsten Erlebnisse, hatte ich persönlich mit Obituary und Kreator die zu meinen allerliebsten Lieblingsbands zählen.

Sich mit denen zu unterhalten und zu feiern war großartig!

Mit Mille ein tiefgehendes Gespräch zu führen ist wunderbar und befriedigend, mit Allen West einen saufen zu gehen ist ebenso spitze. Die gesamte Obituary – Truppe hat mir soviel Lebensfreude bereitet! Unglaublich! ich muss auch heute und jedes Mal bei dem Gedanken an das letzte Fuck the Commerce grinsen. Sich mit Jülle über dass neue Kreator-Album zu streiten ist ebenso ein Erlebnis, oder von Tom Angelripper zu erfahren dass er gerne auf die Jagd geht dabei aber zuviel raucht und so, dass ist interessant.

Mit Overkill hingegen habe ich keinen richtigen Draht gefunden obwohl die nett sind. Besonders Bobby ist ja durchaus redselig, ich bin ein großer Fan von denen, aber so richtig spannend war´s eben nicht. Es hängt immer davon ab wann und wo man die Leute trifft. Wenn Bands auf Tour sind wollen die zwischendurch einfach mal ihre Ruhe vor allem haben. Ist ganz normal. Ich habe die zwar alle Backstage kennen lernen und erleben dürfen. Gespielt haben wir mit den eben erwähnen Bands jedoch nicht. Tankard und Belphegor, dass sind zwei Bands die du ansprichst weil wir mit denen zusammen aufgetreten sind, die waren sehr witzig. Weil wir mit Belphegor ein paar Tage auf deren INFERNAL LIVE ORGASM -Tour supported haben, konnten wir von denen auch vieles lernen und haben sehr witzige Sachen mit denen erlebt. Sehr cool! Uns ist es aber wichtig immer unseren Spaß zu haben und uns zu amüsieren. Es kommt manchmal vor, dass Bands im Backstage unter sich bleiben. Dass finde ich immer schade, aber jeder tickt eben anders. Es gibt nun mal solche Tage. Ich versuche jeden angemessen normal zu behandeln, egal ob berühmt oder nicht.

OM: Wie ich gelesen habe, habt auch schon mal mit den Guano Apes zusammen gespielt, wie kam es dazu, da es ja schon andere Musikstile sind.

Olle: Ach, wir sind einfach auf dass selbe Open Air gebucht worden. Dass war in dem Jahr wo die Apes ganz groß wurden und ihren ganz großen Wurf gemacht haben. Die hatten zur richtigen Zeit die entsprechende Produktion, Plattenfirmensupport, und Qualität.

Mittlerweile wohne ich in der selben Stadt wie die und für mich sind dass genauso normale Leute wie alle anderen auch.

Wenn man mal im selben Club oder Imbiss ist, kommt es auch schon mal vor dass man mit denen zusammen konsumiert. Oft trifft man die aber nicht, obwohl wir uns früher häufiger über den Weg gelaufen sind. Gestern habe ich den Schlagzeuger, dass erste mal seit Monaten in der Stadt gesehen. Der hat jetzt ne neue Kapelle am Start, weil die Apes sich ja aufgelöst haben. Generell habe ich ehrlich gesagt kein übermäßiges Interesse an deren Bekanntschaft. Ich habe die aber mittlerweile als ganz nette Menschen kennen lernen dürfen.

OM: Wo war das Konzert und wie viele Leute waren da?

Olle: Das war auf einem Open -Air im Harz welches ein Rock Verein (Rock& Kultur am Harz) der heut zu Tage dass Rock Harz Open-Air veranstaltet, gemacht hat. Ich weiß nicht wie viele Zuschauer wir hatten, auf alle Fälle waren bei Guano Apes die Abends gespielt haben ca. 1000 Leute da, wir haben nachmittags gezockt und hatten nicht soviel Publikum.

OM: Seit 1996 seid ihr auf der Bildfläche, das ist eine lange Zeit, ist es in der Zeit nicht zu Konflikten in der Band gekommen?

Olle: Ach ja, immer wieder mal. Ist doch menschlich normal. Du darfst wissen dass ich in unserer Bandgeschichte etappenweise immer wieder mal als Diktator bezeichnet wurde. Ich bedauere dass sehr. Das liegt zum einen daran dass ich mich sehr für die Band engagiere, Entscheidungen treffe die sonst keiner trifft und ich nicht immer alle vorher fragen kann, weil nicht jeder immerzu erreichbar ist, oder in der Vergangenheit häufiger keine Antworten und Vorschläge kamen wie etwas in Angriff zu nehmen ist. Häufig wird sich einfach auf mich oder Andy verlassen. Wir kümmern uns um vieles aber garantiert nicht um alles. Der Einsatz ist von jedem gefordert und dass klappt nicht immer.

Es ist aber wichtig dass jemand klare Vorstellungen von dem was passiert entwickelt, und diese vorantreibt, sonst kann es zu einem Stillstand kommen. Es gibt manchmal Forderungen die nicht immer jeder erfüllen will oder kann.

Zum anderen kommt es aber auch in zwischenmenschlichen Dingen immer wieder mal bei Einzelnen zu Entwicklungen, welche Einzelne oder die Band nicht tragen kann oder wollen.

Ich finde Einzelheiten sind Privatsache die hier nicht ausgerollt werden müssen.

Das überlassen wir lieber der Klatschpresse, meinst du nicht auch?

OM: Das hast du vollkommen Recht.

Olle: Im Prinzip sind es solche Konflikte die jeder normale Mensch immer wieder mit anderen hat. Ne band ist wie ne Familie mit Höhen und Tiefen.

OM: Ihr werdet in Brasilien und Griechenland im Radio gespielt, wie kommt man denn dazu?

Olle: Durch gute Reviews in Underground-Mags wie diesem hier, und natürlich allgemeinen Rezessionen. Die Leute schreiben einen dann an, oder rufen durch und wollen Material, man schickt was hin, und dann läuft dass so.

Jetzt hat uns sogar ein griechisches Metal-Mag angeboten dafür zu sorgen dass ein Clip von uns gesendet wird. Jetzt müssen wir den erst mal fertig stellen. Vielleicht sollten wir mal ne Tour durch Greece machen, offenbar fahren die Leute da auf unsere Musik voll ab? Mich und die anderen freut´s auf jeden Fall. dass es so ist.

OM: Sind dass wirklich große Radiosendungen? Oder eher schöne kleine Underground Radios?

Olle: Hm dass mag ich nicht ernsthaft zu beurteilen, ich wohne da ja nicht. Aber im griechischen Metal Hammer und in dem größten griechischen Metal Mag dessen Name mir peinlicher weise grade nicht einfällt (Pegasus?) hatten wir auch sehr gute Rezessionen und Reviews.

Reich sind wir deswegen trotzdem nicht geworden, im Gegenteil, wenn die Band nicht wäre würde ich bestimmt schon seit Jahren mit einem vernünftigen Job Kohle sammeln.

OM: Was macht ihr außer der Musik, habt ihr noch andere Musik Projekte laufen?

Olle: Musik-Projekte hat außer unserem Drummer Frank, im Moment niemand am laufen. Aber zwischendurch macht der eine oder andere immer mal was. Dennis nimmt öfter was homerecording-mäßig auf, Andy hat schon manchmal mal bei Freunden z.B. Meatgrinder, ausgeholfen oder an Krippenspielen teilgenommen, (grinst) und ist Versicherungsfachmann Betriebswirt und so was…

Lars ist ein Fantasyspielzocker und hat bis vor einiger Zeit Mathe und Physik studiert um nun ne Lehre zu beginnen, Frank malocht grade jobmäßig und hat gerade sein Abi bestanden und verdient sich so seine Brötchen. Er will Maschinenbau studieren und zockt mit Freunden in ner Cover-Band die alte Metal -Klassiker nachspielen, soweit ich weiß. Selbst habe ich schon in den verschiedensten Richtungen meine Gesangsbeiträge geleistet Demnächst soll ich für eine Erlebnispädagogische Firma „wahnsinnige Schreie“ aufnehmen und einige Samples zusammen schneiden. Kann ich natürlich nur mit Hilfe von ´nem Bekannten der dass Equipment hat. Ich bin sehr offen für so was. Ich habe auch bei Projekten von Bekannten die nix mit Metal zu tun haben ausgeholfen

Bei diversen lokalen Bands habe ich immer wieder mal Gastauftritte. Meistens vorher abgesprochen, manchmal spontan wenn sich die Gelegenheit ergibt Von Beruf bin ich Zahntechniker und seit Juli staatlich anerkannter Erzieher. Ansonsten haben wir natürlich alle noch unsere unterschiedlichen Hobbies die von Sport, Gitarre spielen, Schmetterlinge züchten, Freundin, kreative Auslebung, und essen alles Mögliche beinhaltet. Freunde sind natürlich auch wichtig.

OM: Das ist schon fast das Ende; aber so drei kurz und bündig-Fragen habe ich noch!

Das geilste Rock ´n Roll Erlebnis?

Olle: Puh, dass waren so viele. Eines war sicherlich… ach nee dass erzähle ich nicht!

Dass ist zu persönlich. Ähm, schnell was anderes…

Für die Band war letztes Jahr sicherlich der Rockharz-Auftritt das Geilste. Wir haben in einem Zelt mit einem Fassungsvermögen von knapp Tausend Leuten gezockt, dass Teil war voll und wir sind nach dem Gig ins Publikum gesprungen und wurden auf Händen durchs komplette Zelt getragen. Ich musste an diesem Wochenende knapp 200 Autogramme schreiben. Ist ein komisches Gefühl, aber kein schlechtes.

Es gibt aber noch so viele andere Erlebnisse. Zum Beispiel der letzte Auftritt mit Belphegor. in Hamburg und die Aftershowparty waren auch voll super.

Knapp 20 Rocker in Lederjacken und tourmäßig vom Marx aus kommend gekleidet über die Reeperbahn. Einer ist in den Puff, gewisse Herren wollten sich ein paar neue „Pusterohre“ besorgen damit sie auf dem nächsten Cover entsprechend „repräsentieren“ können oder so, und am Ende sind wir im Headbangers-Ballroom gelandet und es wurde den ganzen Abend gesoffen ohne einen Cent zu zahlen. Als wir mit Belphegor unterwegs waren haben wir jede Nacht bist halb sechs /sieben durchgemacht. Ein Glück waren es nur ein paar Tage (lacht). In Hamburg war´s mit den Österreichern am persönlichsten und coolsten weil dass unser gemeinsamer Abschlussabend war.

Übrigens, bei keinem Auftritt darf Slayer zur Beschallung des Busses fehlen. Dass hat aber auch schon mal dazu geführt, dass wir Kilometerweit nicht gemerkt haben das unser Auspuff vom Bus abgebrochen ist und dieser sich wie´n Panzer anhört. Erst als wir uns wunderten warum uns alle vorbeikommenden Menschen hinterher glotzen und uns klar wurde dass es nicht an der übermäßig lauten Slayer-Musik liegen kann, haben wir angehalten und bemerkt, dass das Auspuffrohr schon total abgeschliffen war und der Bus die ganze Zeit Funken geschlagen hat. Deswegen hatten uns die ganze Zeit die Leute hinterher geguckt und angelichthupt, achja. Einmal stand ich mit meiner Freundin im Arm in Wacken rum und plötzlich kamen zwei Burschen vorbei die total hacke waren. Die haben gefragt ob ich nicht der Sänger von The ATMOSFEAR sei und nach der bejahung fielen sie vor mir auf die Füße und küssten mir die selbigen. Dass war verrückt…(grins) mir würden noch ganz viele lustige und großartige Sachen einfallen. Aber dass sprengt den Rahmen.

OM: Das schlimmste Rock´n Roll Erlebnis?

Olle: Ach dass war mit ein paar Veganern. Die wollten dass wir unseren Horst Boneshaker (unser Stierschädel der als 6.Bandmitglied durchgeht) aus`m Backstage schmeißen. Außerdem wollten die erstmal fressen, anstatt uns ihren Teil der Backline, über die wir zocken sollten herauszurücken damit der Aufbau vollendet werden konnte. Dass ist kein Heavy Metal sag ich dir! Das waren voll die Arschlöcher. Am Ende wollten die sich noch mit ´nem Haufen Nazis prügeln und denen Kistenweise volle Bierflaschen aus dem Fenster heraus über die Rübe kloppen.

„Die Staatlichen“ haben dass Konzert dann aufgelöst, weil es an einem Karfreitag stattfinden sollte und vom Veranstalter nicht angemeldet war. Außerdem erinnere ich mich an einen Auftritt über den ihr auf www.the-atmosfear.de ein Special lesen könnt. Da waren wir auch an einen ganz üblen Veranstalter geraten der uns auf die Fresse hauen wollte sofern wir besoffen auf die Bühne steigen und dort rauchen etc. Ich kann da nur mit dem Kopf schütteln, und damit meine ich kein Headbanging!

Arschlöcher gibt es eben immer wieder und viel zu viele!

OM: Euer größter Erfolg war?

Olle: Ich sag mal dass wir als Underground-Band eine Tour gemacht haben für die wir zahlen mussten (was in Metal Kreisen nicht unüblich ist, wenn eine kleine Band mit ´ner Größeren unterwegs ist, um dabei zu sein) und wir trotzdem mit plus nach Hause gefahren sind, weil entsprechende Merchandiseverkäufe da waren durch die wir uns ja finanzieren müssen. Ich halte dass für eine große Leistung.

Außerdem das wir seit so vielen Jahren immer noch existieren obwohl es immer wieder Tiefschläge innerhalb der Band gab. Auch dass wir, mit so vielen unterschiedlichen Bands in unterschiedlichen Gegenden von Deutschland aufgetreten sind finde ich klasse. Klar andere Bands schaffen es jedes Jahr ausgiebig auf Tour zu gehen und so, aber wir planen eben in unserem realisierbaren Rahmen. Das wir uns nicht vorschreiben lassen etwas anders zu machen um erfolgreicher zu werden, macht uns zwar für gewisse Kreisen uninteressant, aber dass liegt in der Sache der Natur. Dadurch erhalten wir unsere Credebility, verlieren sie bei anderen auch mal, weil wir uns um ungeschriebene Metal -Gesetze nicht übermäßig scheren. Aber so ist dass nun mal. Je nachdem um wen es sich handelt erzielt man unterschiedliche Reaktionen.

Nuclear Blast und Centuria Media haben sich vor ein paar Jahren mal von sich aus aufgrund guter Reviews bei uns gemeldet und Interesse angemeldet. Als die von unseren begrenzten Verkäufen gehört haben, haben die gleich wieder abgewunken. Zuwenig für die.

Aber ist ja auch klar, ohne Werbung kann man nicht Tausende von Tonträgern von einer Scheibe verkaufen. So ist dass nun mal. Obwohl, zusammengerechnet haben wir schon ein paar tausend Tonträger, Demo-Tapes, Alben verkauft und Promo-CD´s unter dass Volk gebracht.

Wir machen dass, was in unserem Rahmen machbar ist und sehen trotzdem auf spaßige Weise etwas von der Welt, haben aber keinen Druck im Nacken.

Soweit. Am Ende möchte ich all denjenigen danken die uns unterstützen. Besonders dem DARKBOUND und Hannes Röll der Lost PAIN in unendlicher Geduld und mit riesigen Perfektionismus aufgenommen und abgemischt hat, und natürlich Terry von www.DeathMetalOffspring.de und STAYheavy.de der in der Vergangenheit einen Teil unserer Konzert gefilmt hat

Und natürlich auch bei dir Sven, weil wir nur durch solch engagierte Menschen wie dich weiter existieren können, abgesehen von den Fans, aber du trägst ja dazu bei dass uns mehr Menschen kennen lernen.

Also! „Danke of Death“ an alle die uns unterstützen und helfen!

OM: Und wir danken für das Interview!

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