OM: Hallo TBC und vielen Dank, dass Ihr Euch Zeit für das Interview nehmt.

Starten wir gleich mit der ersten Frage passend zum Release des neuen Albums:

Was erwartet den Hörer Eurer neuen Scheibe „…Das Leben soll doch schön sein“?

TBC: Ich glaube alles was den TBC bislang ausgemacht hat, dazu einige langsame Stücke und ein wenig mehr „Tiefgründigkeit“ in den Texten. Musikalisch vor allem ein Plus an Melodie und Überraschung. Ja… und unsere erstes, eigenes Lied in englischer Sprache natürlich.

OM: Welcher Song vom neuen Album ist Euer persönlicher Liebling bzw. bedeutet Euch am meisten?

TBC: Musikalisch würde ich da keinen hervorheben. Jeder von uns hat sicher einige, die er etwas lieber hört und in den einzelnen Liedern besondere Lieblingsparts. Textlich sind wir uns bei „Die Ballade von Pavel dem Säufer“ einig, aber dazu kommt ja noch eine Extrafrage.

OM: Welche Bedeutung hat der Johnny Cash Tribute-Song „Der Bauer im Ruin“, für den Transilvanian Beat Club, dass dieser Song nicht mehr nur Live gespielt wird sondern nun auch auf Eurem neuen Album erscheint?

TBC: Dafür gibt es eigentlich drei Gründe. Der erste ist eigentlich mein persönlicher und wie ich glaube auch der wichtigste, da es das Lied sonst nicht gegeben hätte. Als Johnny Cash starb waren wir mit Ewigheim gerade im Studio um „Heimwege“ aufzunehmen. Sein Tod berührte mich damals (wie heute) sehr und ich war in dem Moment einfach nur glücklich ihm persönlich „mach´s gut“ sagen zu können, da er mir musikalisch viel gegeben hat und menschlich (in guten wie leider auch in schlechten Dingen) ein großes Vorbild war. Da der Beat-Club ja bekanntlich zum größten Teil aus den Leuten besteht, die kurzzeitig Ewigheim live zum besten gaben, lag es dann, als die ersten eigenen Konzerte anstanden, nahe „der Bauer im Ruin“ ins Programm zu nehmen – Zur Bedeutung für den Beat-Club als Band –

Der dritte Grund es noch einmal einzuspielen war, das Lied im Original (da es musikalisch absolut nicht auf die „Heimwege“ CD gepasst hat) bislang ein grausames Dasein auf der „Heimwege“ Bonus CD führen musste und alle froh waren diesen Zustand ändern zu können… „wenn ein alter Mann geht, wird er einem fehlen doch vergessen wird er nie…“

OM: Warum habt Ihr Euch gegen eine Coverversion eines Johny Cash-Songs entschieden?

TBC: Ihn zu covern wäre nichts als die reine Blasphemie, keiner außer ihm selbst kann mit seinen Stücken diese unglaublichen Stimmungen erzeugen. Ich habe bis heute noch keine Version von einem seiner Stücke gehört, die ich selbst nicht für „Scheiße“ befunden hätte. Das war auch der Grund warum wir es damals mit Ewigheim gelassen und uns nicht in die (eh schon viel zu lange) Reihe der Versager gestellt haben.

OM: Wie wirken sich die besetzungstechnischen Veränderungen auf die Musik des Beat Clubs aus?

TBC: Auf die Musik eigentlich nur zweitrangig, auf die Entstehung der neuen Sachen sehr. Die Grundgerüste der Lieder zur ersten CD haben nur Blutknecht und ich gemacht bevor Klavier, Trompete und Schlagzeug dazugekommen sind. Bei „das Leben…“ waren wir mit Orgelspieler DF die gesamte Zeit zu dritt wodurch sich wie gesagt die Arbeitsweise verändert hat, jetzt aber sicher auch mehr Melodien zu finden sind.

OM: Welche Bedeutung hat „Die Ballade von Pavel dem Säufer“ dass sie gleich in zwei Versionen auf dem neuem Album erscheint?

TBC: Damit verhält es sich fast wie mit „der Bauer im Ruin“. Wir hatten bei der ersten Probe zu „Pavel“ eine einfache Aufnahme davon gemacht um zu sehen, wie es aus dem CD Player auf uns selbst als „Hörer“, wirkt. Das Problem war, das im Moment der Aufnahme kaum noch einer stehen konnte… Als wir es dann mit etwas Abstand (nüchtern) erneut gehört haben sind wir zuerst vor lachen zusammengebrochen und haben dann bemerk WIE GUT die „seltsame“ Stimmung den Text transportiert. Der (wir sagen) „räudige Pavel“ hat uns dann noch über ein halbes Jahr viele schöne Abende beschert und so seine Veröffentlichung selbst „verdient“ und sich das ehemalige Dasein von „der Bauer im Ruin“ erspart 🙂

OM: Inwiefern unterscheidet sich „…das Leben soll doch so schön sein“ von „Willkommen im Club!“?

TBC: Ich glaube dadurch, dass wir heute schon etwas genauer wissen was der TBC ist. Als wir begonnen haben war es unsere Aufgabe alle musikalischen und textlichen Ideen erst mal in einen „Rahmen“ zu bekommen von dem keiner so genau wusste, wie er aussehen und funktionieren würde. Mit „das Leben…“ konnten wir uns dann daran machen alles (nach unserem Ermessen) zu verfeinern.

OM: Wo seht Ihr den Transilvanian Beat Club in 5 Jahren?

TBC: Das ist mal eine Frage °lach° Ich denke Blutknecht (Bass) und ich sind dann tot… die Leber. Unsere Schlagzeugerin Fr. Dr. Franzenstein muss ihre (dann sicher über sieben Kinder) allein aufziehen, da Trompeter Jakowar (der Vater) wegen diversen Kneipenschlägereien und Diebstählen seine Aufenthaltserlaubnis verliert und zurück nach Rumänien gebracht wird. DF wird aufgrund seiner leichten Dauertrunkenheit sicher nicht mal das kommende Jahr überleben und von einen Pferdefuhrwerk überrollt und Theresa (sie ist sehr vernünftig) bis ans Ende ihrer Tage gut von den TBC GEMA Geldern leben 😉

OM: Was sind, außer Alkohol, die größten Einflüsse, die sich auf Eure Musik auswirken?

TBC: An erster Stelle „das wahre Leben“, dann auf jeden Fall Gruselgeschichten und Filme und natürlich auch „fremde“ Musik.

OM: Was erwartet die Beat Club-Fans auf der CD-Release-Party?

TBC: Wenn ich jetzt etwas dazu etwas sage, ist ja keine Überraschung mehr 😉 aber natürlich alles was man auch auf einem „normalen“ Beat-Club Konzert erleben kann, siehe weiter unten.

OM: Woher kommt die Idee mit dem Ausschank von Knoblauchwodka bei euren Auftritten?

TBC: Die entstammt dem Text zu „Wodkavampir“ (1. CD). Da wir als Wodkavampirgläubige immer Angst davor haben auf dem Weg von der Spelunke nach Hause, von ihm angefallen zu werden kamen wir darauf, dem Wodka eine Zehe Knoblauch zu verpassen um den Vampir so davon abzuhalten mit dem Blut auch den Wodka aus unseren Adern zu stehlen. Als „gute“ Band sehen wir es natürlich als Pflicht, den Leuten auf unseren Konzerten mit Knoblauchwodka zu helfen und sie so auf dem Nachhauseweg zu beschützen.

OM: Was kann man außer dem Genuss von Knoblauchwodka von euren Shows erwarten?

TBC: Verschwitzte, betrunkene, extrem freundliche Musikanten die immer bemüht, sind mit den Gästen die bestmögliche Party zu feiern und dabei den großartigsten Black n´ Roll der Welt spielen. Wie sich so ein Abend im Detail entwickelt zeigt sich meist erst nach dem letzten Lied… wenn die Verletzten gezählt sind 😉

OM: Könnte man nicht durch mehr Tourneen und Festival-Auftritte mehr Fans erreichen? Wird es eine Tour zum neuen Album geben?

TBC: Wir geben ja schon unser bestes, aber mehr geht (wirklich) nicht. Da wir die Sache mit dem Wodka bei Konzerten oder Festivals sehr ernst nehmen und auch immer das mittrinken, was wir den Leuten einreden °lach° Auf einer Tour kommt man so, nach spätestens einer Woche an seine körperlichen Grenzen und wir wollen den Gästen am letzten Tourtag nicht weniger bieten als am ersten. Aber selbst diese eine Woche wird es zu „das Leben soll doch schön sein…“ nicht geben, da unsere Schlagzeugerin im Mai ihr zweites Kind erwartet, mal schauen was danach festivaltechnisch zu machen ist, einige Festivals sind bereits gebucht und ein paar weitere kommen sicher noch dazu…

OM: Woher kommt die Neigung zu Wodka und Texten über Fabelwesen, die speziell mit Transsilvanien in Verbindung gebracht werden?

TBC: Neigung zum Wodka klingt geil °lach° Ich glaube ein leichter Hang zum Alkoholismus wird einem genetisch weitergegeben… sagen jedenfalls unsere Ärzte und Eltern. Ein gesteigertes Interesse an Vampiren, Transsilvanien u.s.w. hatte ich schon immer, so lag es dann auch nahe beides zu verbinden, betrunkene Spukgestallten eben 🙂

OM: Welche Bedeutung hat der Klangkreis Thüringen für Euch als Band?

TBC: Der Klangkreis war früher so etwas wie ein „geistiger Treffpunkt“ für einige Bands aus unserer Gegend. Es gab einen gemeinsamen Proberaum aus dem zu dieser Zeit alles kam, was man auch heute noch im KKTH findet (Eisregen, Ewigheim, Necrotikissme und eben der Beat-Club), viele von uns waren in mehreren der genannten Bands aktiv und wir verbrachten dort gemeinsam auch einen Großteil unserer Freizeit. Seit es den Raum nicht mehr gibt, findet der Klangkreis eher in den Köpfen statt. Einige von uns spielen immer noch in mehreren dieser Bands (aber eben räumlich getrennt) und treffen sich gelegentlich mit den restlichen Leuten. So ist der KKTH im Endeffekt schon länger „nur“ noch ein Mailorder der in erster Linie unsere eigenen Sachen und die befreundeter Bands verkauft. Früher wurde er von Theresa (ehem. Eisregen) betreut, heute tun dies Blutknecht (TBC Basser) und seine Frau.

Zur Bedeutung für den Beat-Club kann man so fast nichts sagen, die gemeinsame Zeit und viele zwischenmenschliche Dinge bedeuten uns auch heute noch viel… eine reine Kopf und Herzenssache eben.

OM: Gibt es eine bestimmte Tätowierung, welche Du (Yantit) mit dem Transilvanian Beat Club in Verbindung setzt und in wie weit beeinflusst deine Arbeit als Tätowierer deine Arbeit als Musiker und umgekehrt?

TBC: Die Musik beeinflusst das Tätowieren schon und das Tätowieren die Musik auf eine Art auch, was aber eher damit zu tun hat, dass ich mir meine Zeit nach diesen beiden Dingen einteile und viele Leute treffe die sich für beides interessieren b.z.w. mit denen ich Musik mache.

Eine Beat-Club Tätowierung habe ich noch nicht (Blutknecht trägt den Schriftzug am Unterarm),

was immer wieder daran scheiterte, dass ich durchs Musizieren noch weniger Zeit hatte mich selbst tätowieren zu lassen oder in meiner freien Zeit meine Mitmusiker tätowiere… ein Teufelskreis 😉

OM: Habt Ihr noch eine Nachricht für Eure Fans bzw. die Leser dieses Interviews?

TBC: An unsere Fans (ich mag das Wort nicht, es klingt irgendwie wunderlich…): Wir haben zu danken und freuen uns, dass es doch einen ganzen Sack voller Leute zu geben scheint, die den Beat-Club verstanden haben (hätten wir am Anfang selbst nicht gedacht °lach°), schön, dass es euch gibt…

An die normalen Leser: Versucht den Beat-Club zu verstehen und werdet Fans, es gibt nichts besseres 🙂

OM: Gebt uns einen Grund, euch auf OsnaMetal.de zu verlinken 😉

TBC: Weil wir uns Zeit für das Interview genommen und es GERN beantwortet haben 🙂

Aber im Ernst, warum solltet ihr es nicht tun, wir haben es verdient °lach°

OM: OK, dann danken wir herzlich für das coole Interview!

All the best!!

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