OM: Hallo Uwe, schön dass du dir die Zeit genommen hast für uns Rede und Antwort zu stehen. Als erstes hätte ich gern eine Selbstbeschreibung von dir. Wer ist Uwe Nordwig?

Uwe: Tja, ich mache Musik seit `89, habe mehrere diverse Bands durch, bin bei Subway to Sally rein gerutscht dann als Backliner. Kurz danach bin ich dann bei Eric eingestiegen, also dem Solo-Projekt, und dann von Anfang an. Also da kam Eric, dann ich und dann Gerit. Das ist schon 6 oder 7 Jahre her, weiß ich gar nicht genau, das ist schon ewig her. Ja dann hab ich mir erst ‘nen Namen gemacht mit Subway und Eric hier. Die anderen Bands kannte man nicht so in denen ich gespielt habe.

OM: Wie bist du überhaupt an die Musik gekommen?

Uwe: Wie? Mit 6 Jahren hab ich KISS das erste Mal gesehen, in einer Zeitschrift. Bemalte Leute, lange Haare fand ich völlig faszinierend und habe darauf beschlossen „Ich werd´ Rockmusiker!“ Mit 6 Jahren, ging aber nicht so gut… Ich musste dann ja erst mal ‘ne Lehre machen als Ofensetzer und bin dann mit 19 erst zur Gitarre gekommen. Bassgitarre erst mal und dann Gitarre. Da war für mich klar: Nichts anderes mehr! Und halt Glück mit Eric gehabt.

OM: Wie hast du Eric damals eigentlich kennen gelernt?

Uwe: Meine damalige Band, die hieß Promilleboys (lacht) das war so eine Biker-Fun-Band und wir hatten gerade die zweite CD raus gebracht und ´ne Release-Party veranstaltet und da hab´ ich ihn angerufen und er sagte, er hat´s gelesen, in der Zeitung, und würd´ heut Abend vorbei kommen. Ob das geht von wegen Gästeliste und so, dann kam er, dann haben wir uns kennen gelernt und ein paar Tage später war er bei mir vor der Tür und wollte mit mir ´n Bier trinken gehen und da hat er mich dann auch schon gelöchert, so mit einsteigen bei Subway to Sally, weil Mel schwanger ist und die brauchen wohl gerade ´nen Ersatz. Und ich wollte nicht, ich wollte absolut nicht! (lacht) Ich hab´ glaub ich fünf oder sechs mal abgelehnt und dann hab´ ich mir gesagt: „Okay, ein Jahr machst´e das.“ Jetzt sind es acht.

Ja irgendwie bei der Zusammenkunft auf der Release-Party mit ihm.

OM: Dann spielt ihr Heute zum dritten Mal in Bad Oeynhausen, warum gerade hier in diesem Kurort?

Uwe: Naja wenn es hier Spaß gemacht hat und die Leute wollen uns sehen. Die Nachfrage ist groß und warum nicht? Also das hat damit nichts zu tun, ob 200 reinpassen, 300 oder 100, das ist uns egal! Wenn wir alle Spaß haben und der Club ist voll, dann ist das schon cool. Es geht halt um den Funfaktor.

OM: Was ist es für ein Gefühl, neben dem großen Musiker zu sitzen, dessen Name auf den Plakaten steht, spielst du in seinem Schatten?

Uwe: Das seh ich nicht so! (Lacht) Ich seh Eric nun nicht als den großen Musiker, weil; ich kenn den so lange, wir sind schon so lange befreundet. Eric ist zweifelsohne ein großer Musiker, aber wir kennen uns so lange, genau wie die Rainer und er seit `84 oder so, bevor Eric überhaupt Musik gemacht hat. Ehm… ich hatte ja diverse Fans schon mit meiner Band gehabt und so, da war ich auch mal wieder Gitarrist und Backgroundsänger, wurde dann Sänger später mal durch Zufall, das hat sich eben alles ergeben später, ungewollt. Eric hat mir die Chance gegeben mein Fanspektrum zu erweitern damals und viele sind ja Heute wegen der Band hier und nicht nur wegen dem Eric Fish Projekt und deswegen ist man da auch nicht im Schatten. Ich meine, mir ist klar, ich bin Background-Sänger und das macht ja auch Spaß und ich spiel Gitarre und das ist jetzt nicht das ich im Schatten von Eric stehe, ne, finde ich nicht! Ich fühl mich einfach dazu und es macht Spaß und klar, es ist ein tolles Gefühl, neben jemandem zu sitzen der bekannt ist, der es geschafft hat mit Subway. Ja klar, logisch, aber wir machen das seit Jahren jetzt schon und es ist Macht der Gewohnheit, aber der Spaß bleibt immer wieder und da denk ich nicht drüber nach, ob die Leute das sehen als Schatten oder nicht, weil mich die Leute drauf ansprechen und das mir die Chance gibt mehr Platten zu verkaufen. Und nicht so „Eh, wer ist denn das für ‘nen Typ da!“, sondern eher so „Uwe? Ach da gucken wir doch mal nach.“ Das ist schon völlig in Ordnung, nee hab´ ich überhaupt kein Problem mit und ich seh es auch nicht so.

OM: Dann jetzt mehr über dich und deine Projekte. Grenztanz! War ja ein Nebenprojekt und ist jetzt vorbei, wie man auf der Homepage sehen kann. Warum?

Uwe: Ehm… das Promilleboys Ding wurde geändert in Grenztanz, weil keine Lust mehr hatten auf Sauferei und Gewaltpartys und sowas. Dann haben wir was anderes probiert. Akoustik Gitarren und ein bisschen melodischer und dann ist unser Basser erkrankt, Jan. Der ist dann gestorben ein Jahr später an Krebs und daraufhin konnte ich diese Band nicht mehr weiter machen oder am Leben erhalten. Dann wollt ich aufhören Musik zu machen und dann kam ein alter Freund von mir, der war auch Fan von meiner Band damals, der wollte unbedingt dass ich weiter mache. Dann bin ich zu ihm hingezogen, in den Keller und hab´ ihm den Bass beigebracht und hab´ dann EvilUwe gemacht. Aber EvilUwe das kam auch erst im Studio, war nicht meine Idee. Für mich war auch Grenztanz, ich wollte noch eine Platte machen mit Grenztanz im Studio und dann war ich bei der Plattenfirma und die sagte dann „Unter diesem Namen nicht, nur unter EvilUwe!“ und Konzept und alles wurde da entwickelt während der Plattenaufnahmen. Und naja okay, den namen fand ich nicht so dolle (Lacht) Aber ich hab mich dann drauf eingelassen und jetzt ist es so passiert.

OM: Ja, das wäre auch die nächste Frage gewesen, ob EvilUwe entstanden ist, weil Grenztanz vorbei ist…

Uwe: Ja das is eigentlich… der Toschi, der war auch mal bei Subway und der hat auch ´ne eigene Plattenfirma und Firma und er kennt mich ja auch nun privat gut. (Lacht) Und dann haben wir immer so rumgesponnen wenn wir auf Tour waren „Ey, evil!“ und so, wenn ich gerade aufgestanden bin oder total verpennt war oder so. Und da hat Toschi gesagt, er will den Uwe den er auf Tour kennt und von daher kam dann die Idee mit dem Namen.

OM: Bleiben wir bei EvilUwe; das Lied Durst klingt stark nach der Geschichte eines Alkoholikers…

Uwe: Ja!

OM: Ist das eine persönliche Geschichte?

Uwe: Kann man auf mich beziehen, ja. Der Text selber hab´ ich nicht geschrieben, den hat eine Freundin von Gerit geschrieben, die ist Alkoholikerin. Dann haben wir den Song schon einmal aufgenommen bei einem anderen Projekt. Und da ich auch Alkoholiker war und jetzt seit 11 Jahren trocken bin, war der Song völlig auf mich geschrieben und deswegen hab´ ich den Song nochmal auf meiner Platte aufgenommen.Weil ich mich damit sehr gut identifizieren kann und ihr geht es damit ja genauso, weil sie auch schwer Sucht hatte. Lässt sich immer gut verarbeiten dann sowas…

(Der Regen setzt ein)

Uwe: Was bringt denn ihr für Wetter mit? In Berlin scheint die Sonne!

OM: Na das haben wir nicht bestellt, aber für das Wochenende ist eh Sturm angesagt.

Uwe: (lacht) Es kommt der Sturm… nagut, weiter.

OM: Gut. Hoffst du durch Eric allgemein bekannter zu werden, oder steht das im Hintergrund?

Uwe: Das interessiert mich eigentlich nicht, mir macht es Spaß hier zu spielen und ein paar Leute zu ergattern, die sich für meine Musik begeistern. Ich kann davon leben, weil ich Subway to Sally habe, aber ich hab auch meine Band und alleine würde es nicht gehen. Aber es ist mir egal, ob ich dadurch bekannt werd´ oder nicht. Von mir aus können wir das machen bis wir alt sind und grau sind und auf einem Barhocker sitzen und spielen mit Eric, ja. Von daher, das reicht dann irgendwie für meine Miete und der Bekanntheitsgrad spielt halt keine Rolle. Sicher, man kann es nutzen für die eigene Musik, aber das ist nicht der Grund.

Das ist ´ne Sache, über die denk ich gar nicht nach, entweder es passiert oder es passiert eben nicht. Hauptsache is´ eben, dass du das machen kannst, dass du deine Musik machen kannst und davon deine Miete bezahlen kannst. Reißt das, das interessiert mich nicht, Hauptsache ich kann das machen was ich möchte und brauch´ nicht wieder auf den Bau gehen oder zum Arbeitsamt oder sonst irgendwas.

OM: Dann nähern wir uns auch schon dem Ende und ich bitte dich zu erzählen, was dir spontan zu folgenden Begriffen einfällt.

Fans

Uwe: Fans? (lacht) Verrückt, lustig, krank, (allgemeines Gelächter) aufdringlich, sympathisch. Ja, das fällt mir so ein da.

OM. Tattoos und Piercing

Uwe: Liebe ich! Ich wollte immer mein erstes Tattoo ganz groß… das hab´ ich dann im Suff machen lassen beim Konzert, unser erstes Promilleboys Konzert, und dann dachte ich mir „Ach scheiße, der Biker ist da… komm, mach´ mir ‘ne Gitarre da drauf!“ Und am nächsten Tag dann gesehen und ahh! Viel zu klein, das hat mich voll angekotzt und so, aber desto trotz, ich mag das Tattoo, weil das gut eingearbeitet worden ist. Also Tattoos und Piercings steh ich drauf!

Ehm, beim Mann mit Piercings jetzt nicht überall… also Bauchnabel geht gar nicht! Brustwarze finde ich auch scheisse.

Bei der Frau… ehm.. Joah, eigentlich überall wenn es ihr steht. Aber es spricht mich schon an, ja.

OM: Raubkopie

Uwe: Joah, gerne!

Also ich steh dazu, weil ich habe es lieber wenn Leute unsere Musik gern haben und kein Geld haben, sich das zu Hause zu brennen, als wenn sie uns gar nicht kennen würden. Also das spielt keine Rolle. Die sollen sich brennen was sie wollen.

OM: Unmoralisches Angebot

Uwe: (schnauft und lacht) Ja… Ist sehr interessant, ja, welche Leute dir so ein Angebot machen. Aber ich weiß nicht, ich bin ja in festen Händen und von daher ist sowas sowieso nich drinnen. Klar, gerne anmachen lassen, warum nicht. Klar steh ich darauf. Find ich schon gut, ja. Man könnte ja, wenn man wollte… aber ich bin treu! Da kommt sowas nicht in Frage, aber gerne schekern oder schwatzen ist da schon drinne.

OM: Knut

Uwe: Knut? Um Gottes Willen! (allgemeines Gelächter) Um Gottes Willen… da kann ich immer gleich den Fernseher ausschalten oder zerschlagen. Das geht mir auf den Sack wenn ich sowas seh, so eine Scheiße! Die Leute versuchen mit allem Geld zu machen, das ist furchtbar! Das ist richtig Verblödung! Jetzt bringen die ja schon Plüschtiere raus… Millionen Besucher da in diesem Tierpark und so´n Dreck. Ich mein, ist ja schön so ´nen Bärchen, ja aber eh, es reicht! Ich hab´ auch ´nen niedlichen Hund, aber über den spricht keine Sau! Nee das macht mich echt krank, also… Nachrichten und sowas macht mich krank.

OM: Dann nun zum letzten Teil, Philosophie: Definiere den Begriff Freiheit!

Uwe: Unabhängig sein. Nur das machen was ich möchte. Keine Kompromisse eingehen. Immer sein Ziel verfolgen und von nichts abbringen lassen.

Ja, und alle die eben böse sind und Krieg wollen einsperren und ´ne Bombe reinwerfen. Das ist für mich dann Freiheit. (lacht)

OM: Dann danke für die Zeit und das Interview und viel Spaß nachher bei Eurem Auftritt!

Uwe: Danke, den werden wir haben!

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen