OM: Hi Warterdown und danke für eure Zeit! Wir starten dann mla sofort!

Ihr habt kürzlich ein Video abgedreht. Ist schon klar, wann das rauskommen wird?

Waterdown: Soviel wir wissen ist es in den Staaten bereits zu sehen. Auf der Victory Internetseite. Das Video besteht aus einem Livemitschnitt ohne Zwischensequenzen mit irgendwelchen Schauspielern, sondern recht einfach nahezu spartanisch gehalten. Eben auf den Rock reduziert.

Victory hatte vor das Ganze in einen Fernsehspot zu integrieren, aber ich schätze, dass die Chancen eher schlecht stehen, dass es hier zu sehen sein wird.

OM: Wird es denn dann auch auf eurer Website landen und von da aus zu betrachten sein?

Waterdown: Ich bin mir zwar nicht sicher, ob es schon drauf ist, weil wir da jemanden haben, der diese Dinge übernimmt und die Website pflegt, allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass es kommen wird, ja.

OM: Zur Zeit seid ihr ja auch wieder viel am Touren, UK zum Beispiel. Freut ihr euch darauf oder wie sieht die Stimmungslage momentan aus?

Waterdown: Wir haben letztes Jahr definitiv zu wenig gespielt, was aber daran lag, dass keine Platte am Start war und auch nicht abzusehen war wie es mit einem Sänger aussieht, dementsprechend konnten wir nicht viel machen, aber ich hoffe, dass das besser wird. Klar, auf England freuen wir uns alle riesig und haben kürzlich noch die Zusage für die „Schwarzer Krauser“ – Tour bekommen, so dass unsere Wochenenden gut ausgefüllt sein sollten für die kommende Zeit, vielleicht sogar ein paar Festivals…

OM: Habt ihr denn Bock in den Clubs in der UK zu spielen, denn da hört man ja nicht immer Gutes…

Waterdown: Natürlich darf man keine Verhältnisse wie hier in Deutschland erwarten. Vor ein paar Jahren haben wir ja auch schon mal in den Staaten getourt, da war es noch viel extremer! Da gibt es Shows, wo man nach einer Tagesfahrt ankommt und ein paar Chips und Wasser (Leitungswasser!) in die Hand gedrückt kriegt. In einem Club mussten wir uns das Wasser für die Bühne sogar kaufen! Mit den Bands wird dort eben ganz anders gehandled. Wir kennen das auch nicht anders und man muss sich eben bewusst sein, auf was man sich da einlässt. England war bisher supercool, unsere geilste Tour hatten wir vor 2 ½ Jahren mit Funeral For A Friend, da wo sie noch nicht so groß waren, und die Clubshows waren alle geil! Alles war gut organisiert und hat echt Spaß gemacht, deshalb freuen wir uns schon drauf.

OM: Ihr seit ja nun auch schon etwas länger dabei. Wie hat sich denn eurer Meinung nach das Genre verändert bzw. hat es das?

Waterdown: Es ist auf jeden Fall populärer geworden, so dass sich mehr Menschen damit auseinander setzen. Daraus resultierend ist die Szene, die am Anfang bestand so nicht mehr vorhanden und der politische Anteil ist ebenfalls weiter in den Hintergrund gerückt. Ideale und Werte werden bei weitem nicht mehr so stark vertreten wie früher, wo sich eh noch niemand vorstellen konnte, dass eine dieser Bands mal ein Video auf MTV laufen haben wird. Früher ist man auf eine Hardcore Show gegangen und wusste, was einen erwartet. Durch die Kommerzialisierung gibt es allerdings auch viele Pseudo-Bands, die auf der Welle mitschwimmen, jedoch nicht die leiseste Ahnung von dem wirklichen Hintergrund haben. Viele Hardcorebands haben früher strikt darauf geachtet ja keine Metalelemente in ihre Musik einzubauen, da sie eben Hardcore und nicht Metal sind und diese beiden Richtungen nichts miteinander zu tun haben. Auch hier hat die Kommerzialisierung ihre Brücken geschlagen, was wir allerdings positiv bewerten, da eine Fusion dieser beiden Richtungen ja durchaus auch Sinn macht. Es gibt einige neue Bands in diese Richtung, die wir richtig gut finden.

OM: Mal zu eurer neuen Platte: Die ist ja schon ein ganzes Stück aggressiver ausgefallen als ihr Vorgänger. Hab ich richtig gehört, dass ihr auf der Scheibe auf „a“ gestimmt seid?

Waterdown: Ein Glück ist das Teil so hart ausgefallen und was die Stimmung betrifft… (kurzes Schweigen und emsiges Gegrübel) sind wir auf „cis“ oder „des“ und haben teilweise noch Dropstimmung was dann „h“ wäre; aber auch nicht bei allen Songs.

OM: Warum?

Waterdown: Ja, das ist ne gute Frage !!! Uns hat immer gestört, dass andere Bands, die im Grunde Emo- oder Popmusik gemacht haben und wo dann das Schreien im Hintergrund stand, damit Leute, die auf eher härtere Musik stehen auch zu diesen Bands finden. Wir wollten von Anfang an die geschrienen Sachen gleichwertig wie die Gesangsparts haben und alle Bandmitglieder hören auch genug härtere Sachen von Deathmetal bis hin zu den neuen Metalcorebands, um dem gerecht zu werden. Der Trend bei vielen Screamobands geht dahin ruhiger und charttauglicher zu werden, wovon wir uns klar abgrenzen und eine Platte machen wollten, die eben eine Ansage, ein Brett ist.

OM: Zu den Texten! Immer noch politisch?

Waterdown: Wir haben früher Texte gehabt, die politisch eindeutiger waren, die bestimmte Themenbereiche angesprochen haben und die sich wirklich thematisch auf einen Bereich konzentriert haben. Die neue Platte ist eher ein Statement „im Grunde genommen ist alles scheiße zur Zeit“. Es geht einfach darum mitzukriegen, dass vieles im Moment falsch läuft, weswegen die Texte die Themen nicht mehr so spezifisch ansprechen, aber man kann es sicher politisch nennen. Wir wollen uns das nicht auf die Fahne schreiben wie „International Noise Conspiracy“ es damals gemacht haben, aber der Hintergrund ist schon da.

OM: Ich hab gehört, dass es einen Song gibt, der son bisschen auf die Karatekids vor der Bühne abzielt. Nervt euch das oder wie seid ihr darauf gekommen?

Waterdown: Früher ist man auf ein Konzert gefahren der Gemeinschaft wegen; weil man Hardcore und damit eher Außenstehender war und von der Gesellschaft nicht so anerkannt wie andere Leute oder Musikstile. Mittlerweile gibt es so einen Hype um diese Musik und so viele verschiedene Sparten, wo sich die Konzertgänger gegenseitig schlagen und das war früher eben nicht so. Ist halt wieder mal ein Trend, der aus den Staaten rüberschwappt und von Europa übernommen wird.

OM: Kommt das daher, dass ihr schon mal selber erlebt habt, dass so etwas passiert?

Waterdown: Auf jeden Fall. Einer von uns war mal auf ner Show in Belgien, wo es wie beim HipHop einen großen Kreis im Moshpit gab, wo dann einer reinspringt und alle seine Aggressionen rauslässt. Sah schon sehr nach Kickboxen aus! Das hat einfach nichts mehr mit Tanzen zu tun. Wenn man seine Gefühle ausdrücken möchte, dann kann man das auch tun ohne dabei anderen Menschen weh zu tun! Deswegen sind wir persönlich davon nicht so begeistert! Wenn sich vorne ein paar Hirnis versammeln und sich gegenseitig die Köppe einhauen, dann sollen sie das ruhig machen, nur bekommen wir oft genug mit, dass diese Typen dann auch anfangen Außenstehende, die einfach nur das Konzert verfolgen wollen, zu treten und da hört’s dann einfach auf !!!

OM: Kommen wir noch mal auf eure Platte zurück. Wie lang ward ihr dafür im Studio?

Waterdown: Es hat sich länger gezogen als eigentlich geplant. Wir haben ungefähr Anfang September 2005 losgelegt und waren so ca. Mitte November fertig. Also gut 2 Monate, allerdings muss man dazu sagen, dass zwischendrin auch mal z.B. ne Woche nichts gemacht wurde, weil das Studio anders belegt war usw. Lief auf jeden Fall anders als geplant.

OM: Erhofft ihr euch durch die Platte ein bisschen mehr?

Waterdown: Es ist immer gut wenn’s mehr wird, aber in erster Linie wollen wir mehr spielen als es letztes Jahr der Fall war, einfach, weil es sauwenig war und keiner so recht wusste, wo es mit der Band hingeht. Wir sind halt alle gut miteinander befreundet, weswegen auch keiner Lust hatte die Band aufzulösen, aber wir wussten halt auch nicht ob es das überhaupt noch bringt. Zwischendurch hat Christian auch mal ein paar Shows gesungen; irgendwann war Christian aber mit seinen eigenen Fortschritten selbst unzufrieden und meinte, dass es ohne Sänger einfach nicht geht. Wir hatten dann das Glück den richtigen Mann zu finden und sind jetzt einfach heiß drauf zu spielen!

OM: Den Sänger auszutauschen ist für eine Band ja immer eine sehr heikle Angelegenheit…

Waterdown: Das ist wohl war, aber da machen wir uns keine Sorgen. Natürlich singt „der Neue“ nicht so wie Marcel, seine Stimme ist nicht so pop-kompatibel, ohne jegliche Bewertung, wer besser oder schlechter singt, dafür ist seine Stimme kraftvoller.

OM: Ist denn jetzt genau aufgeteilt, wer die Clean- und wer die Schreiparts übernimmt?

Waterdown: Nein. Das ist von Song zu Song total verschieden. Ingo singt nicht clean, sondern schreit nur ich hingegen singe und shoute. Aber wer jetzt genau welche Parts übernimmt ist wirklich vom Song abhängig. Es muss eben passen!

OM: OK, damit sind wir dann auch am Ende! Vielen Dank nochmal und alles Gute für den weiteren Weg!

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