OM: Hi Winterdome!

Danke, dass ihr uns für ein Interview zur Verfügung stehst.

Sebastian: Hi Mandra,

zunächst erstmal Dankeschön für Euer Interesse an unserem Album und unserer Band. Dann ein großes Sorry von uns, dass die Beantwortung Eures Interviews so lange gedauert hat. Dafür habt Ihr aber gleich Antworten von Lisa (L), Henrik (H), Sebastian (S), Magnus (M) und Morton (Morton).

OM: Stell euch doch zunächst einmal vor. Wer seid ihr, was macht ihr, wer spielt welche Rolle in der Band?

L: WinterDome ist der Name unserer Kapelle, 6 Voll- und 1 Halbmitglied zählend (da unser Sprecher Bernd keine Proberaummiete zahlt). Rollenverteilung sieht folgendermaßen aus: Henrik singt und grunzt, Sebastian und Magnus beweihräuchern sich als Gitarristen, Philipp und Morton sind die Rhythmusfraktion, Bernd sorgt für die Spannung (Erzähler) und ich spiele die intellektuelle Geige.

S: Die Musik, die wir machen bewegt sich zwischen diversen stilistischen Ausrichtungen. Das Grundgerüst bildet etwas, das man als melancholischen Gothic/Death Metal bezeichnen könnte. Es hat allerdings jedes Lied auf unserem neuen Album eine eigene Ausrichtung, die manchmal eher in die doomige Ecke driftet, Anleihen des melodischen Death Metals hat, dann gibt es im nächsten Stück Folk-Elemente, die für manche Ohren auch als mittelalterlich bezeichnet werden können und der gute alte Rock kommt auch manchmal zum tragen.

OM: Was ist der Inhalt eures neuen Albums „Weltendämmerung“? Es handelt sich ja um ein Konzeptalbum. Worauf baut es auf?

H: In der Geschichte geht es zunächst um den Hintergrund der Elasaj, einem dunklen Volk, das von ihren Göttern aus dem Heimatland vertrieben wurde, weil ihr Großfürst sich zum Gott ausrufen ließ. In ihrer neuen Heimat suchen sie jetzt nach einem Weg, ihre Götter zu besänftigen. Dafür senden sie ihren ersten Krieger Ashaj aus, der einen solchen Weg ausfindig machen soll. Im weiteren Verlauf wird dann von den Anstrengungen dieses umstrittenen Kriegers und seiner Mitstreiter berichtet, von Höhen und Tiefen, bis dann am Ende…

S: Wir haben mit diesem Album einen Traum von uns verwirklicht, den wir eigentlich schon seit Gründung der Band geträumt hatten: Die kompromisslose Umsetzung eines Konzeptalbums mit einer düsteren Fantasy-Geschichte und natürlich unserer Musik.

Wir wollten von Anfang an eine Geschichte richtig von einem Sprecher erzählen lassen, die sich gemeinsam mit der Musik zu einem Gesamtbild ergänzt.

Ich muss gestehen, dass mich bisher kaum ein Konzeptalbum mit einer nur durch die Songs transportierten Geschichte für eben diese begeistert hat. War das Album gut, dann habe ich mich immer darüber geärgert, dass zwischen den Liedern keine Zeit war, die Geschichte im Booklet zu studieren (z.B. Savatage – Streets, a Rock Opera, übrigens eine tolle Geschichte).

Wenn man schon ein Konzeptalbum macht, dann sollte man sich zurücklehnen und das Gesamtwerk auf sich wirken lassen können.

Daher rührt auch unsere Entscheidung, die Texte auf Deutsch zu schreiben, um eben eine leichtere Verständlichkeit zu gewährleisten. Für das Ausland ist die Geschichte übrigens ins Englische übersetzt und neu eingesprochen worden.

OM: Was ist das Besondere an eurer Musik?

L: Sehr schwer für mich, das zu beschreiben irgendwie, auch finde ich es grundsätzlich schwer, Musik in Worte zu fassen. Aber ich versuch´s mal: Ich mag die Durchsichtigkeit und Schwere, den Reichtum an Abwechslung, die Virtuosität, die dunklen Melodien und die Kraft, die einen mitreißen kann, wenn man es zulässt. Das ist jedenfalls das, was mir durch den Kopf geht, wenn ich auf der Bühne stehe und diese unsere Musik spiele. Aber am Besten:

selber anhören.

OM: Was wollt ihr mit eurer Musik vermitteln? Was für ein Ziel verfolgt ihr?

L: Unser höchstes Ziel ist natürlich, reich und berühmt zu werden… 😉

Nee, wir möchten, dass die Leute, die potentiell unsere Musik und Geschichte mögen könnten, auch in den Genuss kommen werden, dies zu hören und zu erleben.

OM: Ihr macht jetzt ja im Oktober/November eine Mini-Tour durch Deutschland, ihr kommt sogar in die Nähe von Osnabrück, nach Schüttorf.

Wie laufen Konzerte mit euch ab, speziell wenn ihr die „Weltendämmerung“ aufführt?

L: Das Besondere an den Konzerten mit der Weltendämmerung ist, dass wir die ganze Geschichte von vorne bis hinten aufführen. Es sind also immer abwechselnd Sprechpassagen mit Bernd und die Songs zu hören. Die ganze Bühne wird in eine andere Welt, eben in die Welt der Elasaj verwandelt.

Es sind Knochenrüstungen, Felle, etc. zu sehen und wir tragen Kostümierungen/Gewandungen. Sieht alles recht stimmungsvoll aus.

Zum Schluss gibt´s dann bei donnerndem Applaus natürlich auch noch Zugaben, die nicht zur Weltendämmerung gehören. Mal gucken wie´s dann eventuell in Osnabrück/Schüttdorf aussieht.

OM: Welches Publikum ist euch bei euren Konzerten am liebsten? Die sitzenden Zuhörer oder die bangenden Metalheadz?

H: Mir persönlich ist das völlig egal. Würde man alle Bandmitglieder fragen, wäre uns eine abgehende, stimmungmachende Menge vermutlich lieber. Das ist auch deshalb verständlich, weil so mehr Stimmung und Emotion von den Zuschauern an die Band zurückgegeben wird.

Idealerweise haben wir beides. Bei unserem Live-Debüt des „Weltendämmerung“-Konzeptes haben wir in einem Theater gespielt, wo zwischen den Sitzreihen und der Bühne noch reichlich Platz zum abgehen war, der auch eifrig genutzt wurde.

OM: Von was für Musik seid ihr persönlich beeinflusst? Was hört ihr so in eurer Freizeit?

S: Tja da könnte man eine Menge Einflüsse nennen. My Dying Bride, Paradise Lost, Opeth, Anathema und Haggard währen da eine übersichtliche Auswahl. Wobei wir bis auf Opeth eher von den alten Werken derer beeinflusst worden sind.

Aber wir haben auch weitaus mehr Einflüsse: viele klassische und romantische Komponisten und auch mittelalterliche und moderne Folkmusik.

OM: Wart ihr schon vor WinterDome musikalisch aktiv? Wenn ja, was für Projekte hattet ihr so?

S: Wir haben WinterDome 1996 aus einer Verbindung von zwei bereits existierenden Hannover Bands gegründet: Necrophilia (Henriks Ex-Band) und Nemesis (Sebastians Ex-Band). Die Musik, dieser Bands ging mehr in die Richtung melancholischen Doom/Death Metals, ein wenig mehr straight und aggressiver.

Philipp hat auch in diversen Bands gespielt, bevor er zu WinterDome kam: z.B. The Becoming (Doom-Gothic Metal) und Greener (Noise Rock). Beide aus Hannover, ohne Vertrag, aber sehr ambitioniert.

L: Ich komme ja aus dem Klassik-Bereich, deshalb eigentlich nur Projekte wie Quartett, Orchester und Chor. Habe aber auch einige Zeit in einer Folk-Rock-Band gespielt und ab und zu Streicherparts bei der Band meines Bruders eingespielt.

OM: Wie seid ihr zum Metal gekommen?

H: Kurz, knapp, Klischee: Scorpions, Iron Maiden, Metallica, Death (oh,Gott! Ist das lange her)

L: Kurz, knapp: Durch meinen Einstieg bei WinterDome.

S: klassische Musik, Beatles, Gary Moore (die Metal-Scheiben), Dream Theater („Images and words“), Blind Guardian (natürlich nur bis „Imaginations…“, wobei eigentlich schon mit „Somewhere far beyond“ der Zenit erreicht war), gleichzeitig Sepultura, Metallica und Dark Millennium.

OM: Als alte fast Hannoveranerin (komme aus Wunstorf) interessiert mich natürlich, was bei auch szenemäßig so los ist! „Das Base“ hatte ja schon vor einiger Zeit dicht gemacht. Wo kann man euch so treffen?

S: So richtig viel unterwegs sind wir eigentlich nicht, aber ab und an mal im „Labor“ bei der „Symphonies of Sickness“ oder „Metal Mayhem“. Und dann gibt es noch das „S.O.M.A.“ beim Capi, das ist das ehemalige Backstage – aber alles eher selten.

OM: Sagt doch mal, was ihr spontan mit folgenden fünf Begriffen verbindest:

Alkohol: H: immer zu selten

L: der men´s shot: Salz in einer Line durch die Nase ziehen, Tequila trinken und die Zitrone ins Auge träufeln. Muss man unbedingt mal gemacht haben…

Haustier: H. Hunde; S: tote Katzen; M: Selbstmörder (Lemminge).

Groupie: H: Gibt’s die noch?

Hannover: H: Geile Stadt. Genau richtige Größe

Wacken: S: 1997, ´98? Weiß’ nicht mehr genau WANN es war…weiß’ nur noch, DASS………R O C K B I T C H!!!

OM: Gibt es etwas, dass ihr immer schon mal loswerden wolltet aber noch nie gefragt wurdet?

H: Ja, das kann man im Internet aber nicht riechen…

Morton: Also, ich hatte da vor ein paar Monaten eine OP…

OM: Ja, ok…! 🙂

Vielen Dank für eure Zeit und eure Unterstützung!

Rock On!

Man sieht sich in Schüttorf!