OM: Es wäre schön, wenn du zunächst einmal Wired for Mono für die Leute

vorstellen könntest, die euch bis jetzt noch nicht kennen und eure Rollen

in der Band beschreibst.

Henrik: Ja, Wired for Mono ist eine Popgruppe aus Stockholm.

Es fing mit Henrik (mir) und Arvid an. Wir hatten in verschiedenen

Stockholmer Bands gespielt und dachten, dass wir besser wären, wenn wir

zusammen spielen würden. Ich spielte in dieser Zeit mehr Pop -Zeug,

während Arvid eher schwerere und groovigere Sachen spielte. Ich schreibe

die Lyrics und spiele Rhythm-Gitarre, Arvid an der Lead- Gitarre, Lelle

als Drummer, Lars ist der Basser und Jonatan spielt Klavier/Orgel

OM: Es gibt euch jetzt mittlerweile schon über drei Jahre.

Habt ihr je zurückgeblickt und um diese Zeit für euch zusammenzufassen?

Henrik: hmm.. Ich glaube, dass es unmöglich ist, hin und wieder

nicht zurückzuschauen, aber wir interessieren uns mehr für die Zukunft!

Ich denke die besten Zeiten, und Melodien warten noch auf uns direkt

um die Ecke. Wir hatten sicher große Aufs und Abs in WFM, und sicher

auch einige wirklich zähe Zeiten durch die wir uns durchboxen mussten.

Aber im Moment ist es besser als jemals zuvor, ein Teil von WFM sein zu dürfen!

Irgendwie denke ich, dass das kommende Album dabei ist, eine Art Zusammenfassung

der drei Jahre zu sein, weil dort Lieder erscheinen werden, die zu den Anfängen

von Wired for Mono entstanden, sowie auch welche, die gerade erst geschrieben

worden sind. Es wird daher eine große Vielfalt auf der Scheibe enthalten sein,

und das ist ein gutes Gefühl. Es ist ein sehr wahres Gefühl.

OM: Euer letzter Besuch in Deutschland ist noch gar nicht so lange her.

Habt ihr das Gefühl das eure Musik das Publikum in Deutschland mitgerissen hat oder

gibt es Unterschiede zu anderen Ländern?

Henrik: Ich denke, dass unser Zeug wirklich gut mit dem deutschen Publikum harmoniert!

Ich würde sagen, dass Deutschland eines unser Lieblingsländer ist in denen wir spielen.

Wir mögen Deutschland, weil die Leute einfach ein wenig mehr an Musik interessiert sind

und diese vor allem auch leben. Schweden und Großbritannien sind auch gute Beispiele für

dieses Phänomen, doch sind sie noch ein kleines bisschen steifer

OM: Eure Musik wird ja oft in die Happy 60th Liga eingestuft. Wie seht ihr das.

Könnt ihr euch damit anfreunden oder würdet ihr euch lieber in einem anderen Licht betrachten?

Henrik: Ich habe nicht das Gefühl, dass wir uns darum wirklich Sorgen machen. Wir tun nun

mal das was wir tun und wenn die Leute das cool, finden wir das auch cool. Wenn die Leute

es allerdings nicht mochten, habe wir es trotzdem gemacht. Die Menschern brauchen immer

Kategorien und das ist für uns auch in Ordnung. Die einzige Sache, die wir mittlerweile

wirklich leid sind, sind Medienleute, die ein Review über Musik schreiben, die sie noch

nie wirklich gehört haben. Das ist auf Dauer echt ermüdend. Für sie ist es eine Art Rock,

also stecken sie es einfach in die Hellacopters, MC5 Schiene. Aber wir persönlich sorgen

und eigentlich nicht darum, ob die Zuhörer uns in 60th Rock ,Pop, Psychedelia,

oder ähnliches einordnen. Wir tun nun mal, was wir tun möchten. Die Leute können

das dann sehen wie sie wollen.

OM: OsnaMetal.de hat ja bereits schon über euch berichtet.

Hattet ihr die zeit diese Artikel zu lesen?

Henrik: Ja, wir haben die Artikel gesehen, aber da leider niemand

von uns Deutsch spricht konnten wir schwer etwas dazu sagen.

OM: In letzter Zeit konzentrieren sich wieder immer mehr Bands

den Sound der vergangenen Jahre wieder aufleben zu lassen. Was haltet ihr

von dieser Bewegung und wo liegen eurer Meinung nach die gründe dafür?

Henrik: Es ist wirklich cool. Natürlich ist es immer so, dass

auch eine Menge Scheiße mit angeschwemmt wird, wenn ein Genre plötzlich

zum Hype wird. Wie auch in jedem anderen Genre gibt es auch hier Diamanten, aber auch den größten Trash. Doch so lange jeder dies einzig und allein für sich und sein Herz tut, ist das doch in Ordnung, denn das ist alles worauf es uns ankommt. Ich kenne nicht die Gründe für diese Bewegung und sie sind auch schwer zu nennen. Eine Sache, die mich aber doch überrascht ist, dass der Rock´n Roll, nicht so wie andere Hypes wieder verschwindet. Er scheint zurückgekommen zu sein um auch zu bleiben und das ist wirklich cool. Es ist zwar nur Rock´n Roll aber ich mag ihn.

OM: Warum bevorzugt ihr gerade diese Musikrichtung?

Henrik: Hier kann ich nur für mich sprechen, wenn ich sage,

dass ich begonnen habe die Beatles zu hören um mich gegen meinen

Vater aufzulehnen. Als ich dann merkte, das er die Stones hasste, wurden

diese zu meiner Lieblingsband. Es ist nicht so als ob du wirklich eine Chance

hättest etwas zu mögen oder nicht zu mögen. Der Rock spricht zu uns.

Aber wir hören auch eine ganze Menge anderes Zeug wie die Byrds, Rado Birdman,

Silverbullit, Ennio Morricone, Sly & Family Stone, old punk, auch Indizeug wie

Sonic Youth, Captain Beefheart… Aber auch eine Menge neuer Sachen. Wir sind

nicht einfach Freaks, die nur einen Jahrgang hören. Gute Musik ist einfach gute

Musik, so einfach ist das.

OM: Die Kritiker eurer Szene nennen als Hauptargument meistens die

Nachahmung des schon gehörten. Was haltet ihr davon?

Henrik: Es gibt an jeder Ecke Nachahmer. Ich bin mir sicher das es in

Schweden mittlerweile hinderte neue Franz Ferdinants gibt. Aber eigentlich

sorge ich mich nicht darum, so lange ich höre, dass die Bands wirklich an diese Sache glauben und so lange es dem Zuhörer etwas geben kann, ist es ohnehin nicht schlecht.

OM: Eure letzte EP enthält eine Vielzahl von verschiedenen

Harmoniken und ist sehr interpretationsfreudig. Was war euch für den

Gesamteindruck dieser EP wichtig?

Henrik: Es gab keinen verborgenen Zweck oder irgendetwas, anders

was uns zu dieser Liedauswahl kommen ließ. Wir fühlten uns in diesen

Liedern sehr gut wiedergespiegelt und deshalb packten wir sie auf die EP. Ich

denke, wir als Band versuchen immer eine große Anzahl von verschiedenen Richtungen

in unsere Musik mit einfließen zu lassen. Wir hören alle sehr viel verschiedenes

Zeug und ich denke, dass das letzten Endes unseren Sound ausmacht. Aber für uns war

es wichtig, dem Zuhörer mit der EP zu zeigen, wofür Wired for Mono steht.

OM: Würdet ihr etwas an der EP ändern, wenn ihr noch die Gelegenheit dazu hättet?

Henrik: Es gibt immer Sachen die du verändern würdest wenn du sie getan hast,

doch wir wollen eigentlich lieber in die Zukunft sehen, als das Vergangene zu betrachten.

Wir mögen die EP noch immer und jetzt sind wir dabei ein super Album auf den Weg zu bringen.

OM: Wie wichtig ist für euch die Livepräsentation eurer Musik.

Würdet ihr euch eher eine Live- oder eine Studioband nennen?

Henrik: Natürlich eine Liveband. Aufnahmen können nur eine

Dokumentation vom wahren Leben sein. Doch trotzdem mögen wir auch diese. Es ist

schön seine Gedanken auf einem Tonträger festzuhalten, doch ist unser wahres Leben

um einiges rauer als es auf den Aufnahmen scheint. Live spielen ist für uns das größte was es nur geben kann.

OM: Letzten Endes bleibt nur noch die Frage offen: Wie sieht die Zukunft

für Wired for Mono aus? Was habt ihr geplant? Müssen wir uns auf Überraschungen

vorbereiten und wann sehen wir euch wieder in Deutschland?

Henrik: Wir haben vor unser Debutalbum so gegen Januar erscheinen zu lassen.

Eine Promo- Single wird dann bald auch noch erscheinen. Danach werden wir wieder in

Europa auf Tour gehen und natürlich auch wieder Deutschland einen Besuch abstatten.

Ich schätze, dass das so im Februar der Fall sein wird. Die Leute dürfen sich auf

den selben Groove einstellen, der aber doch an vielen Stellen weiterentwickelt wurde.

Es gibt viele neue Sounds und Twist and Turns zu erleben, die auf der EP nicht ganz so

gut zum Vorschein kamen. Ich bin wirklich schon sehr aufgeregt. So come and see it all

happen live!

OM: Danke für das Gespräch und viel Erfolg für die Zukunft!

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