Wertung: 6 von 10

Mit den Castingshows ist das so eine Sache. Meist werden dort halbgare „Superstars“ mit fragwürdigem musikalischem Talent gesucht, die nach einigen Monaten bereits wieder im Tal des Vergessens versinken. Der amerikanische Sender Fuss TV hat hingegen eine etwas ernster zu nehmende Show auf die Beine gestellt, bei der mit Fall From Grace mal eine Band mit durchaus ernst zu nehmenden Potential gewonnen wurde. Und das, obwohl sich die Jungs aus Seattle nicht unbedingt im klassisch poppigem Gefilde befinden.


Weit entfernt davon ist die Musik der Band allerdings auch nicht. Der Punkrock des Quartetts ist stark an den typisch amerikanischen Teenie High School Punk angelehnt. Combos wie Blink 182, Sum 41, The Offspring oder Green Day dürfen in diesem Zusammenhang durchaus als Referenzen angesehen werden. Was allerdings verhindert, dass das Material in die absolute Belanglosigkeit abrutscht ist der härtere Einschlag aus dem modernen New Metal der immer mal wieder durch- bricht. Zwar nur selten, aber immerhin häufig genug, sind Vocal Parts und Growls zu hören wie man sie beispielsweise von Avenged Sevenfold oder anderen Bands kennt, deren Genrebezeichnung auf -core endet. Hin und wieder lässt sich auch ein gewisser Gothic Einfluss in der Arbeit des Sängers feststellen.

Auch die Instrumentalisten schweben Gott sei Dank nicht ausschließlich auf der simplen Drei-Riff-Logik des modernen Punk. Immer wieder schleichen sich Riffs, Rythmen oder sogar kurze Soli dazwischen, die durchaus auch aus dem Bereich des modernen Metal stammen könnten. Als Beispiele sollen an dieser Stelle Papa Roach oder System Of A Down genannt werden. Auch wenn Fall From Grace sicherlich nicht an deren Verrücktheit herankommen.

„Sifting Through The Wreckage“ – übrigens bereits das dritte Album des Quartetts – besticht allerdings auf anderen Gebieten: An Intensität und Kraft fehlt es der Mucke sicherlich nicht! Die angesprochenen offensichtlichen Schwächen in der Struktur der Songs scheint in meinen Augen mehr in der allgemeinen musikalischen Ausrichtung der Band zu suchen zu sein als in der Arbeit der Musiker. Denn die haben durchaus was auf dem Kasten! Und so scheint eine Castingshow endlich mal eine halbwegs vernünftige Band hervorgebracht zu haben. Zwar nichts für den Liebhaber ernst gemeinter Gitarrenmusik, aber immerhin eine nette Abwechslung für all diejenigen die gerne mal in modernen Gewässern fischen und dabei nicht allzu viel Wert auf musikalische Tiefe, sondern eher auf Partytauglichkeit legen. Da kann man auch einmal das maximal als „durchschnittlich“ zu bewertende Ramones-Cover „Pet Semetary“ verschmerzen.

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