Die Band Farewell To Arms wurde 2007 in Landsberg am Lech gegründet und setzt sich aus Johannes Denk und Gordian Golder an den Gitarren, Manuel Lotter am Schlagzeug und Dominik Martin am Mikrofon zusammen. Ihren Sound beschreibt die Band als eine Mischung aus klassischem Heavy Metal, Death Metal, Progressive und Hardcore und hat damit auch nicht ganz unrecht.

Eröffnet wird die „Exhalation“ EP von dem dreiminütigen Intro Namens „Inhaling The Seconds Before“, bei dem zunächst ausschließlich Atemgeräusche und elektronische Samples zu hören sind und welches sich nach und nach aufbaut und ab der Mitte in ein Pianospiel mündet, welches durch dezentes Gedrumme und Choräle begleitet wird. Zum Ende hin reduziert sich das Intro in Punkto Geschwindigkeit und Mehrstimmigkeit der Instrumente und leitet gekonnt und stets spannend die kommenden Lieder ein. Ein durchweg gelungenes und episches Intro, welches auch Machine Head gut zu Gesicht stehen würde. Über den Sinn oder Unsinn eines dreiminütigen Intros bei insgesamt nur vier Tracks mag man streiten, allerdings sehe ich keinen Grund dieses negativ in die Bewertung einfließen zu lassen, denn im Hinblick auf die Qualität kann der Band kein Vorwurf gemacht werden. Aber nun genug gesagt zu „Inhaling The Seconds Before“, denn „wichtig is aufm Platz…“ wer hat das denn nochmal gesagt? Na egal!

Der erste „richtige“ Song der EP hört auf den Namen „Stick To Nothing“ und beginnt mit starken Anleihen zu den Amis von Lamb Of God. Ein abgehacktes Grundriff und typischer Metalcore-Gesang lassen zunächst vermuten auf eine zwar spieltechnisch starke Band getroffen zu sein, die jedoch ausschließlich in dem sicheren und wenig spannenden Fahrwasser des Metalcore umherschippert. Aber weit gefehlt! Nach knapp einer Minute macht Manuel Lotter am Schlagzeug dann das erste Mal richtig auf sich aufmerksam und setzt mit seinem exzellenten Schlagzeugspiel ein Break; der Song nimmt danach richtig Fahrt auf. Schnelle, technisch anspruchsvolle Passagen wechseln sich mit groovenden, getragenen Abschnitten ab und werden durch wirkungsvolle Einschübe aufgelockert. Zur Mitte des Songs werden die Death Metal-Einflüsse der Band deutlich und fügen sich sehr gut in das Klanggesamtbild ein. Dabei muss angemerkt werden, dass die Abmischung der Instrumente, allen voran die des Schlagzeugs, sehr gut gelungen ist. Die Abmischung der Hi-Hat und der einzelnen Becken ist hervorragend gelungen und dies habe ich in dieser Qualität bisher nur auf Kataklysm´s 2004er Album „Serenity In Fire“ feststellen können. Die Gitarrenfraktion verrichtet ihre Arbeit facettenreich und jederzeit songdienlich und das meine ich ausdrücklich im positiven Sinne. Von Tapping über Melodiegitarre und Rhythmusgitarre bis hin zu abwechselnden Gitarren-Soli wird hier das volle Spektrum dargeboten. In „Stick To Nothing“ sind alle Trademarks von Farewell To Arms vertreten und werden effektiv zu einer erstklassigen Komposition zusammengeführt.

Der dritte Titel „From Init To Exit“ setzt den eingeschlagenen Weg fort, weiß aber auch die anderen Instrumente in den Mittelpunkt zu setzten. Der schon bei „Stick To Nothing“ stets unterschwellig präsente Bass wird hier ein deutlicher größerer Spielraum gegeben. So sorgt dieser in der Mitte des Songs für einen Tempowechsel, welcher dann in einen heftig groovenden und zum Moshen einladenden Part überleitet.

Das letzte Lied „Between The Walls Of Ruins“ möchte ich dazu nutzen, mal genauer den Gesang von Dominik Martin unter die Lupe zu nehmen. In den meisten Passagen kommt dieser als gut vorgetragener und typischer heiserer Metalcore-Gesang daher, variiert innerhalb dieses Grundgerüstes in Stimmlage und in der Färbung der Stimme jedoch deutlich. So kann der aufmerksame Hörer nach ca. einer Minute einen sehr tiefen und schleppenden Gesangsstil bewundern. Zum Ende des Songs versucht sich Martin an gesprochener und gehauchter Gesangsdarbietung und kann auf diesem Gebiet ebenfalls überzeugen. Auf diese Weise wird auch am Mikrofon für Abwechselung gesorgt.

Fazit:

Farewell To Arms ist mit der „Exhalation-EP“ ein hevorragender Erstling gelungen, der sich auf absolut professioneller Ebene bewegt und sich hinter Veröffentlichungen bereits erfolgreicher Bands dieses Genres nicht zu verstecken braucht. Farewell To Arms beweisen mit dieser EP ihr Können an den Instrumenten und auch ihr Talent im Komponieren von abwechselungsreicher, spannender und genreübergreifende Metal Musik. Wenn es die vier Bayern schaffen dieses Niveau auf einer kompletten CD aufrechtzuerhalten dann steht aus meiner Sicht einem Plattenvertrag nichts mehr im Wege.

Tracklist:

  • 01. Inhaling The Seconds Before (Intro)
  • 02. Stick To Nothing
  • 03. Form Init To Exit
  • 04. Between The Walls Of Ruins