Viel war noch nicht los, als wir in der „Lagerhalle“ ankamen, nur etwa eine handvoll schwarz gekleideter Menschen hatte sich im Raum verteilt und wartete. Irgendwann betraten dann Lyriel die Bühne und nach einem orchestralen Intro begrüßte Sängerin Jessica die Gäste erst mal ganz herzlich..

Von denen weiterhin leider nicht ganz so viele da waren, aber immerhin war die Halle jetzt zu einem Drittel voll.

Vergleiche mit Blackmore’s Night sind bei diesem Septett aus Gummersbach wohl schon oft gemacht worden, aber das heißt ja wohl, dass der Vergleich so falsch nicht sein kann. Bemerkenswert ist jedenfalls, dass bei diesem mittelalterlich angehauchtem Melodic–Metal, oder auch Dark Folk mit Fantasy-Faible, ein komplettes Orchester auf der Bühne zu stehen scheint, jedenfalls stehen da mehr Personen als bei so’ner gewöhnlichen Metal-Combo ;o)

Cello und Violine werden nämlich live gespielt und das hat eigentlich auch eine tolle Wirkung, abgesehen davon, dass das teilweise ein wenig von Gitarre und Schlagzeug überlagert wurde und schwer zu hören war. Jedenfalls verbreiteten Lyriel durch die Cellistin und den Geiger, die übrigens Geschwister sind, einen ganz besonderen Charme, dem sich die andächtig lauschenden Pärchen im Publikum anscheinend nicht entziehen konnten.

Man muss schon sagen, dass Lyriel eine sehr romantische, gefühlvolle Atmosphäre erzeugten, die die Sängerin noch durch ihre seeehr ruuhigen und detaillierten Ansagen mit Betonung auf den Endsilben zu unterstützen versuchte, was meiner Meinung nach ein wenig zu überzogen wirkte. Außerdem fehlte es den Songs irgendwann an Originalität (abgesehen vielleicht von der Tatsache, dass „Lind E-Huil“ in der tolkinischen Elbensprache Sindarin verfasst ist), zumindest kann ich mich an keinen herausragenden mehr erinnern. Das wäre vielleicht noch etwas, woran Lyriel arbeiten könnten. Des weiteren streikte das Mikro des Gitarristen, sein Background-Gesang war nicht zu hören.

Apropos: Um der Romantik die Krone aufzusetzen, sind Sängerin und Gitarrist miteinander verheiratet. Eine untereinander stark verbandelte Band also.

Nach einer Zugabe von Lyriel enterten dann Xandria aus dem schönen Bielefeld die Bühne, die sofort eine ganz andere Stimmung verbreiteten. Mittlerweile war das Publikum auch etwas zahlreicher zugegen. Die New-Gothic-Rocker legten sofort los mit „India“, der Titeltrack von dem Album, auf dem Lyriel einen Gastauftritt hatten (so ein Zufall!). Xandria bewiesen, dass sie das Opern-Image abgelegt haben und ordentlich rocken können. Mit „Now & Forever“, „Fight me“ oder auch dem schön doomigen „Snow-White“ waren dann einige Kracher quer über die Setlist verteilt, was ja immer ein guter Schachzug ist, dann wird’s den Gästen nicht langweilig. Jedenfalls konnte ich mich sehr für diese unerwartet rock-n-rollige (zumindest vom Gepose her, und das meine ich nicht negativ) Show begeistern, zu der die freundliche und unaufgesetzte Ausstrahlung von Sängerin Lisa (mit neuer Frisur, steht ihr sehr gut!) einiges beitrug. Auch stimmlich konnten da Lyriel meiner Meinung nach nicht mithalten, wenn man da den Support-Act gemeinerweise mal mit dem Headliner vergleichen darf , aber Lisas Stimme war da etwas variationsreicher und bewegte sich in angenehmeren Tonlagen.

Naja, ist halt Geschmackssache, ich kann mir vorstellen, dass andere das vielleicht umgekehrt sehen, das liegt wohl u.a. daran, dass ich musiktechnisch einfach nicht so auf die Romantik-und-Harmonie-Fraktion stehe, nichts für ungut, Lyriel!

Wie sich das gehört, ließen sich auch Xandria für eine Zugabe nach dem letzten Song zurück auf die Bühne klatschen, um noch mal das allseits bekannte „Ravenheart“ und „Black Flame“ zu spielen, dann rauschten sie sang- und klanglos von dannen, ohne sich noch einmal umzudrehen. So schnell, dass Lyriels Sängerin Jessica für mich im Backstage-Raum nach der Setlist fragen musste. Danke nochmal, ich wär sonst verloren gewesen!!

Konzert beendet!

Review auch!

Setlist Lyriel:

01.At the midnights gate

02. Prisonworld

03.Symmetry of disfiguration

04.The crown of the twilight

05. Judgement of my harvest heart

06. Lind e-huil

07.Rainbow

08.Nightingale

09. Enchanted moonlight

10.Regen

11.Wild birds

Zugabe:

12.Fairyland

Setlist Xandria:

01.India

02.Now & forever

03. Some like it cold

04.Widescreen

05.Black and silver

06. Keep my secret

07. She’s Nirvana

08.Kill the sun

09.End of every story

10.Answer

11.Fire of universe

12.Eversleeping

13.Fight me

14.The lioness

15.Back to the river

16.Ginger

17.Darkness

18.Snow-white

19. Isis/Osiris

20.Return to India

Zugabe:

21.Ravenheart

22.Black flame

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Location: xxxxx
Datum: xxxxx
Autor: xxxxxxxx


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