Das Summer Breeze Open Air fand das erste Mal im Jahr 1997 statt, damals noch am Festplatz Abtsgmünd (Baden Württemberg), ab 2006 ist die Festivallocation auf Dinkelsbühl (Bayern) verschoben worden. Seit einigen Jahren zieht es jährlich bis zu 40.000 Metal-Fans in den beschaulichen Ort in Bayern.

Die Highlights in den Jahren zuvor waren 2015 die deutschen Thrash-Metaller von Kreator bzw. die Symphonic-Metal-Band Nightwish aus der Metal-Hochburg Finnland. 2016 trat unter anderem die australische Metalcore-Band Parkway Drive auf und auch die Giganten Slayer und Sabaton gaben sich die Ehre. Letztes Jahr feierte das Festival bereits das 20. Jubiläum und ein Ende ist nicht in Sicht. Zum unglaublichen Line-up gehörten Amon Amarth, die Nu-Metal-Band Korn sowie die Legenden von Megadeth. Seit letztem Jahr ist die Hauptbühne auch drehbar und ersetzt die ehemalige „Pain Stage“ und „Main Stage“. Während auf der einen Seite gespielt wird, wird auf der dahinter liegenden bereits wieder neu aufgebaut.

Summer Breeze Open Air 2018 – Allgemeines zum Festival

Auch in diesem Jahr stellten die Festivalveranstalter wieder ein beeindruckendes Line-up auf und lockten damit rund 38.000 motivierte Festivalgänger an. Klassisch im August stattfindend, zählt das Summer Breeze Open Air mittlerweile zu einem der größten Musikfestivals in Deutschland, das vor allem für Fans von Thrash und Death Metal ein absolutes Muss ist. Aber nicht nur Anhänger dieser Genres kommen voll auf ihre Kosten, sondern auch die Anhänger von Metalcore bis hin zu Mittelalter-Rock, für jeden ist etwas dabei. 130 Bands gaben auf drei Bühnen Vollgas.

Der Großteil der Konzerte findet, genauso wie in den Jahren zuvor, auf der Hauptbühne statt. Für kleine Acts war auf der anderen Seite des Geländes die T-Stage reserviert, während die Newcomer auf der sogenannten Camel Stage, die sich zwischen den beiden zentralen Bühnen befindet, ihr Bestes geben konnten.

Zudem wurde in diesem Jahr das Campsite Circus Zelt von der neuen Ficken Party Stage abgelöst. Hier fanden nicht nur Rock’n’Roll Wrestling Bashes statt, sondern auch ein tägliches traditionelles Weißwurstfrühstück und eine nächtliche Metal-Disco. Außerdem wurden an den drei Haupttagen des Festivals von drei verschiedenen Labels verschiedene Newcomer vorgestellt. Unter anderem waren Randale, die Japanischen Kampfhörspiele und Halcyon Days mit von der Partie.

Auf dem Summer Breeze 2018 wurde wieder eindrucksvoll gezeigt, wie vielfältig Metal-Musik interpretiert werden kann. Auf den Bühnen waren Grind Core Bands genauso vertreten wie Synthwave und Stoner Metal-Bands. Allgemein war das Festivalwetter genauso wie die unglaubliche Stimmung – einfach fabelhaft.

Spätestens, wenn einem auf dem Weg zum Zeltplatz Männer in Einhornkostümen oder mit lediglich beklebten Nippeln begegnen und aus der Ferne die Blasmusik von Illenschwang zu hören ist, ist man sicher auf dem Summer Breeze angekommen zu sein.

Gerade das Frühstück mit Weißwürsten und mit den Dewanger Turmbläsern macht klar, in welchem Bundesland das Metal Event stattfindet. Aber genau das macht es auch für Nicht-Bayern sehr heimelig und fügt sich optimal in das restliche Festival ein, was in diesem Jahr neben klassischen Headlinern auch einige Unter- und Nebenkategorien des Metal abgedeckt hat.

Summer Breeze 2018

Summer Breeze 2018

Mittwoch – Der erste Tag zum Aufwärmen

Traditionell wurde die Camel Stage von den Urgesteinen der Blasmusik Illenschwang gegen 13:30 Uhr eröffnet. Unter lauten Anfeuerungsrufen starteten die Festivalbesucher bereits nach den ersten Tönen Pogo-Tänze und Pits.

Zur Mittagszeit gaben sich Any Given Day die Ehre. Zuerst war das Publikum zwar noch etwas zaghaft, doch das ist auf die unbarmherzige Sonne zurückzuführen, die die Menge ein wenig erschöpft. Any Given Day brachten eine geballte Ladung Bass und Metalcore auf die Bühne und die Gelsenkirchner heizten den Festivalgängern gehörig ein.

Danach ging die Party weiter mit Monument, The Night Flight Orchestra, Deathrite, Farmer Boys und Audn. Gegen 19 Uhr betraten Kataklysm die Bühne und der Frontmann Maurizio Iacono sorgte dafür, dass immer mehr los war und die Menge sich langsam warm mosht.

Sepultura, hatte das Publikum von der ersten Sekunde an voll im Griff und bereits beim zweiten Song kam es zu einem ausgewachsenen Moshpit und etlichen Crowdsurfern.

Warbringer, ein kalifornischer Nachwuchs des Thrash-Metals, sorgten für viel Spaß im Pit und animierten das Publikum, genauso wie Paradise Lost. Etwas ruhiger wurde es dafür in der Nacht bei Graveyard. Die Schweden überzeugten mit ihrem eingängigen Seventies-Sound, die von Beginn an die Menge überzeugte. Trotz der späten Stunde tanzten die Fans ausgelassen und euphorisch mit.

Für die Nachtschwärmer gab es noch Auftritte der Bands Evil Scarecrow und Ross the Boss. Das doch schon etwas lichter gewordene Publikum mobilisierte die letzten Kraftreserven, bevor ein ereignisreicher Festivaltag beendet wurde. Ein eher ungewöhnlicher jedoch würdiger Abschluss.

Summer Breeze 2018 mit dem Goreminister:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=4aSGUBJnT2k

Donnerstag – Eindrücke und Highlights

Üble Schocks erhielten die Fans von Huntress, die den Tod der Sängerin Jill Janus bekannt gaben, am gleichen Tag verstirbt auch Aretha Franklin. Aber the show must go on. Beispielsweise mit Jasta, der für seinen Auftritt eine hochkarätige Gästeliste zusammenstellte. Neben Dino Carazes von Fear Factory und Kirk Windstein von Crowbar, gaben sich noch weitere Metal-Größen die Ehre.

So ein Aufgebot sah man selten, genauso wie eine Band die nur mit Badehosen die Bühne betraten. Die Hagener Band Stillbirth machten sich am Nachmittag auf der Camel Stage breit, die bei diesem Wetter viele Zuschauer hatten, nicht zuletzt weil diese Bühne als Einzige ein wenig Sonnenschutz bot.

Lodernde Flammenmeere und der Sand, der sich vor der Hauptbühne schwarz färbte, war Zeichen dafür, dass Behemoth gleich die Bühne enterten. Die düsteren Texte und der Anblick der perfektionierten Bühnendekoration und –show wirkten roh und trotzdem Respekt einflößend. Die frenetisch jubelnde Menge erhoben die Stimmen und die Fäuste und waren von jetzt auf gleich auf Betriebstemperatur.

Partyabriss war die perfekte Beschreibung für den Auftritt von Eskimo Callboy aus Castrop-Rauxel. Der hochmelodische und dennoch mechanisch harte Trancecore trafen den Nerv des Publikums, die mit ihren Sprüchen die Festivalbesucher ordentlich motivierten eine Staubwolke mit einem Circle-Pit zu erzeugen, die ihresgleichen suchte.

Bei den Jungs von Powerwolf fand sich gefühlt das gesamte Summer Breeze vor der Hauptbühne ein, um den härteren Klängen zu lauschen. Die treuen Anhänger des saarländischen Wolfsrudels wurden mit eingängigen Power Metal-Sound verwöhnt. Um die Stimmung einzuheizen, ließ sich der Frontmann bei jedem neuen Song etwas einfallen und forderte das Publikum zum Mitmachen auf. Powerwolf legten eine Show hin, die nicht so schnell getoppt werden kann.

Neben Cannibal Corpse, die die Bühne zerlegten, trat auch die kalifornische Band Suicidal Tendencies auf, die mit ihren trashig-punkigen Klassikern genau den Nerv der Zuschauer traf. Die Festivalbesucher waren völlig aus dem Häuschen und einige durften nach dem Auftritt sogar auf die Bühne.

Summer Breeze 2018 mit DarkSiffler:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=Zf7mVDWInZo

Freitag – Noch mehr Metalstürme

Spätestens, als die Hardcore-Band ANCST gegen frühen Nachmittag auf die Bühne kamen, waren auch die letzten verschlafenen sowie erschöpften Festivalbesucher munter und sorgten für eine deftige Staubwolke.

Als das Mittelalterensemble Saltatio Mortis auf die Bühne kam und mit dem ersten Song begannen, hatet der Wettergott erbarmen und brachte den Zuschauern eine willkommene Abkühlung. Der einsetzende starke Regen vertrieb jedoch das Publikum nicht, dass stattdessen sein Crowdsurfing und die Circlepits intensivierte.

Beartooth, eine Band aus Ohio war nicht gerade dafür berühmt, seit seiner Gründung viel in Europa zu touren. Gerade deshalb hüpften die zahlreichen Fans auf und ab und flüchteten auch beim Regenguss nicht in ein Zelt sondern blieben standhaft am Konzertgelände.

Bei At the Gates fanden sich zu Beginn recht wenig Interessierte vor der Bühne ein, was sich aber schlagartig änderte. Bereits nach dem dritten Song erreichte die Fanmenge eine würdige Anzahl. Arch Enemy hat sich den Headliner-Status hart erarbeitet und fackelte schon zu Beginn einige Pyros ab. Musikalisch bot die Band alles was ein Metal-Herz begehrt und neben Feuersäulen wurde zusätzlich ein Feuerwerk der Extraklasse entzündet. Gleiches gilt für Satyricon die ihren alten Standards treu blieben und mit einer eindrucksvollen musikalischen Darbietung überzeugten. Das Auftrittsende wurde mit tosendem Beifall und Tausenden in die Luft gereckten Pommesgabeln belohnt.

Summer Breeze 2018 mit Captain Drunk:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=4MQafUnTIAw

Samstag – eine bunte musikalische Mischung zum Schluss

Parasite Inc. Eröffnete am letzten Festivaltag um 11 Uhr die Hauptbühne, wobei das Battlefield davor bereits ordentlich gefüllt war. Kater, Müdigkeit und Schlafdefizit waren plötzlich wie weggeblasen und das Publikum feierte mit der Band eine regelrechte Party. Dank begeistertem Headbangen und morgendlicher Circlepits war auch das Thema Frühsport schnell erledigt.

Zum ersten Mal gaben sich Orange Goblin auf dem Summer Breeze die Ehre, die trotz einiger technischer Probleme zu Beginn mit einer großen Zahl an Zuschauern rechnen konnten. Ein bunter Haufen an Festivalgängern versammelte sich beim Auftritt von Feuerschwanz die mit ihren Schunkelhymnen punkten konnten.

Bei Kadavar war es am letzten Abend noch einmal richtig chillig und gemütlich. Was nicht zuletzt darauf zurückzuführen war, dass die Kraft der Festivalbesucher schon langsam nachließ und der hintere Bereich zum Sitzkonzert wurde. Auch kleidungstechnisch sahen die Jungs eher nach Woodstock als nach einem Metal-Festival aus, doch der explosive Mix aus Stoner, Hard und Psychedelic Rock überzeugte auf ganzer Linie. An diesem frühen Abend bewies die deutsche Band wieder einmal, welche Bereicherung sie für die Rockszene darstellen und was sie für eine unglaubliche Live-Band sind.

Nach einer kurzen Verschnaufpause enterten die Headliner Papa Roach die Bühne, die eine riesige Fanmasse vor der Mainstage anzogen, die jedes Wort der Klassiker wie „Last Resort“ mitgrölen konnten. Ihre Setlist bestand aus 18 Songs, die unter anderem auch Cover von Linkin Park und Eminem enthielten.

Nach Caliban kam es zum Auftritt der 80er-Metal-Band W.A.S.P. die ihre Megahits zum Besten gaben. Die Band bot viel Show, trotzdem war es unmöglich die Zuschauer noch einmal in eine ähnliche Ekstase zu versetzen, wie es Papa Roach schaffte.

Der krönende Abschluss gehörte den Synthwave-Doppel Carpenter Brut auf der Hauptbühne und Perturbator auf der T-Stage.

Summer Breeze 2018 mit Darc Arts:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=By5wRDLIR2E

Fazit – Highlights und Neuerungen

Dieses Mal war das Summer Breeze Open Air zum Glück von schlimmen Unwettern verschont geblieben und die rund 38.000 Metaler feierten das zweitgrößte Metal-Festival nach Wacken.

Headliner wie Trivium, Papa Roach, W.A.S.P. und Arch Enemy boten legendäre Auftritte und Bühnenshows der Extraklasse, die die Festivalbesucher in regelrechte Ekstase versetzten. Auch Bands wie Beartooth und Orange Goblin, die auf der etwas kleineren T-Stage auftraten, bewiesen eindrucksvoll ihr Können und heizten der Menge gehörig ein. Zahlreiche Moshpits sorgten dafür, dass vor den Bühnen Staubwolken in die Luft jagten, bis ein willkommener Regenschauer am Freitag für ein wenig Abkühlung unter den Fußsohlen sorgte. Vom kurzen Regenguss bekam man bei der überdachten Camel Stage jedoch nichts mit. Neuerungen wie beispielsweise eine neue Lichtshow wurde von den Besuchern gut angenommen.

Fünf Bands feierten sogar auf dem Metal-Festival den neuen Albumrelease vor Tausenden Fans. Sowohl die Rockröhre Doro, Annisokay, Feuerschwanz, Parasite Inc. sowie die Mittelalter Rocker von Saltatio Mortis präsentierten ihre neuen Songs erstmalig live in Dinkelsbühl vor einem großen Publikum. Der Mut wurde belohnt, denn alle Neuerscheinungen waren in den Trendcharts unter den Top 20 vertreten.

Erfolgreich wurde auch die Kooperation mit WDR Rockpalast, der versorgte die daheimgebliebenen Fans mit zahlreichen Live-Streams und die Besucher mit einer hochqualitativen Übertragung auf die Leinwände. Allein auf Facebook erreichte der Live-Stream 3,9 Millionen Menschen. Die meisten Zuschauer generierten hierbei die Shows von Trivium, Papa Roach und Powerwolf. Auf der ganzen Welt wurde der Live-Stream angeklickt und auch viele Metalheads aus Kalifornien und Mexiko konnten so hautnah dabei sein.

Das Line-up wurde heuer unter anderem von Metal-Schlager wie J.B.O. und Feuerschwanz aufgelockert. Diese Bandzusammenstellung war keineswegs geradlinig oder langweilig. Gerade das machte das Summer Breeze zu etwas ganz besonderem. Jeder wurde in seiner Nische fündig, ohne verschlossen gegenüber dem restlichen Festival zu sein.

Egal ob Death, Wave, Grind, Black, Thrash oder was sonst noch auf dem Line-up vertreten war, die Besucher wurden durch die Begeisterung für Musik vereint sowie dem Spaß an einem der sympathischsten und harmonischsten Metal-Festivals auf deutschem Boden.

Ausblick auf das Summer Breeze 2019

Das Line-up für 2019 wird erst in den nächsten Monaten bekannt gegeben. Stattfinden wird das beliebte Festival in der Zeit zwischen 14. Und 17. August 2019 auf dem Flugplatz des Aeroclub in Dinkelsbühl. Bis zum 1. November 2018 sind sogenannte Blind Tickets um 111 Euro inklusive Gebühren und Camping erhältlich. Zudem wird den ersten 10.000 Bestellungen eine kostenlose Summer Breeze DVD beigelegt.

Danach gibt es sogenannte Early Bird Tickets um 122 Euro und ab dem 13.02.2019 gibt es nur noch Tickets zum regulären Preis von 133 Euro inklusive Camping.

Auch wenn die Liste der Bands noch nicht veröffentlicht wurde, ist eines bereits garantiert: Das Summer Breeze Open Air ist auch 2019 wieder ein Pflichttermin für alle Metal-Fans und wird mit seinem großartigen Line-up voller Top Acts für fulminante Live-Performances sorgen.

—————————————

Autor: Pratolina


Wie hat Dir der Artikel auf metaller.de gefallen?

Festivalbericht – Das war das Summer Breeze Open Air 2018: 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne5,00von 5 Punkten, basieren auf 1abgegebenen Stimmen.
Loading...