Die Film- und Medienstiftung NRW vergibt 2 Produktionsförderungen und 4 Arbeitsstipendien für 6 Hörspielprojekte in Höhe von insgesamt 46.000 Euro. Die entsprechenden Empfehlungen hatte der Beraterstab in seiner dritten Sitzung des laufenden Jahres im November erarbeitet.

Die Projekte im Einzelnen:

Ragnhild Sørensen, „Mind the gap“, Produktionsförderung: 23.000 Euro
Ein transmediales Projekt für Radio und Smartphone. Mittels einer App wird die Geschichte einer Frau erzählt, deren Vergangenheit auf mysteriöse Art und Weise geraubt wurde. Diese Narration wird interaktiv als ein mobiles 3D-Audiogame mit einer Spieldauer von etwa 150 Minuten erzählt. Ergänzt wird das Game durch ein lineares Hörspiel. Erarbeitet werden soll ein Prototyp, auf dessen Grundlage das Tool für interaktives Storytelling erstellt wird.

Zeitblom/Wittmann, Live-Hörspiel „@wonderworld“, Produktionsförderung: 5.000 Euro
Das Autorenteam plant ein Live-Hörspiel, welches im Rahmen des 2. Kölner Kongress im März 2018 im Sendesaal des Deutschlandfunks aufgeführt wird und zeitgleich live über den Sender geht. Es geht darin um die Frage, was wirklich ist und was nur wirklich wirkt. Seit der Erfindung des Films hat diese Frage rasant an Bedeutung gewonnen und durch Digitalisierung und Virtual Reality sind wirklich wirkende Welten im Begriff Standard zu werden. Ist das Digitale noch ein Parallel-Universum oder ist das Netz bereits das Universum selbst, das die alte Realität in sich aufgenommen hat? Auf einer Tour de Force durch wonderworld, unser Zeitalter zwischen analoger und digitaler Wirklichkeit, collagieren die Autoren Netz- und Medienpräsenzen und Klangqualitäten dieser uns umgebenden Realitäten.

Lorenz Schröter, „Adieu Odette“, Arbeitsstipendium: 5.000 Euro
Im Mittelpunkt dieser wahren Geschichte steht die kongolesische Prinzessin Odette Maniema Krempin, Modeschöpferin, Honorarkonsulin, UN-Botschafterin und Hochstaplerin mit Vorliebe für reiche, ältere Männer, von denen zwei unter merkwürdigen Umständen umgekommen sind. Im Juni 2016 wird Odettes Tod vermeldet, doch inzwischen häufen sich die Verdachtsmomente, dass sie noch leben könnte. Ein Onkel von Odette versucht gerade, ihre Coltan-Mine im Wert von 20 Millionen Euro zu veräußern. Ihr Ex-Mann Volker will nun in den Kongo reisen und nach dem Rechten sehen. Der Autor kennt ihn seit Jahren und will ihn bei der Spurensuche begleiten.

Martina Groß, „This Little Light Revisted“, Arbeitsstipendium: 5.000 Euro
Das geplante Stück knüpft an eine zwölfteilige Radioserie aus den 60er Jahren des Radiojournalisten Chris Koch an. Er reiste damals nach Mississippi, um herauszufinden, was den drei jungen Bürgerrechtsaktivisten zugestoßen war, die dort spurlos verschwanden. Koch blieb den ganzen Sommer und entwickelte die Serie, in der hautnah der Alltag in Mississippi dokumentiert wird sowie die Organisierung der Bürgerrechtsbewegung und das Entstehen eines neuen schwarzen Selbstbewusstseins. Mehr als fünfzig Jahre später möchte die Autorin mit Chris Koch dorthin zurückfahren und die Menschen treffen, die er damals interviewte und hören, was sich von den Aufbrüchen und Hoffnungen eingelöst hat und was nicht.

Marc Anton Jahn, „Die erfundene Feindin“, Arbeitsstipendium: 4.000 Euro
In dem geplanten Kinderstück ist Ia die erfundene Freundin von Antonia und soll ihr helfen, ihr Stottern zu überwinden. Allerdings befürchtet sie, im Erfolgsfall nicht mehr gebraucht zu werden und so hält sich zurück. Zumindest so lange, bis sie selbst Antonias Hilfe braucht, um einem anderen erfundenen Freund zu helfen. Dieser versucht die Familie seiner „Menschin“, die im Koma liegt, zu finden. Autor Marc Anton Jahn nimmt in seiner Geschichte Kinder ernst, ohne dabei den pädagogischen Zeigefinger zu heben.

Safeta Obhodjas, „Schwesternliebe wie aus einer Halal-Seifenoper“, Arbeitsstipendium: 4.000 Euro
Die Autorin möchte in ihrem Stück eine weibliche Parallelwelt von innen öffnen und durch drei vollkommen unterschiedliche Charaktere darstellen: Zwei Schwestern, Meryam und Latifah sowie Meryams deutsche Freundin und Unterstützerin Anne. Meryam war als Teenager eine Rebellin, verließ früh ihre Familie und fand später als junge Juristin ihren Platz in der deutschen Gesellschaft. Die jüngere Latifah hingegen verklärt die Scheingeborgenheit der Parallelwelt, aus der sie herausgefallen ist. Anne fungiert als eine Vertreterin des deutschen Sozialwesens, die versucht, die Schwestern zusammenzubringen.

Die Mitglieder des Beraterstabs waren Christiane Florin, Deutschlandfunk, Volker W. Degener, Verband Deutscher Schriftsteller in NRW, und Christina Hänsel, WDR. Die zuständige Förderreferentin für Hörspiel bei der Film- und Medienstiftung NRW ist Anke Morawe. Der nächste Einreichtermin ist der 09. Februar 2018.

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Pressemitteilung: Film- und Medienstiftung NRW GmbH


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