Getrieben von häufigen Besetzungswechseln und einem stetigen Auf und Ab in den letzten Jahren, konnte Anfang 2009 endlich die Suche nach einem zweiten Gitarristen abgeschlossen werden und das Line-up komplettiert werden. Außerdem wechselte man vom Eichenthron Label zu Nocturnal Empire. Bei Produktion und Mastering griff man allerdings auf Altbewährtes zurück und nahm auch die aktuelle Scheibe unter der Leitung von Achim Köhler im Power Track Studio, in Schmalkalden auf.

Das Mini Konzeptalbum „Kriegerwahn“ stellt die logische Weiterentwicklung nach dem Vorgängerwerk „Der Ruf in Goldene Hallen“ (2008) dar. Es überzeugt vor allem durch seine Vielfältigkeit und ist deutlich abwechslungsreicher als sein Vorgänger, obwohl hier auf den Einsatz weiblichen Gesangs verzichtet wurde. Sänger Stephan Gauger setzt gezielt seinen markanten, krächzenden Gesang ein und verleiht den Stücken damit ihren aggressiven Charakter. Vereinzelt zeigt er jedoch auch, dass er durchaus zu gutem klaren Gesang fähig ist und untermauert damit seine stimmliche Qualität. Die Stücke wirken dadurch teilweise sehr düster und fast schon episch. Melodiös arrangierte Gitarrenparts und Power Metal-Einflüsse, tun ihr Übriges. Fast hat man das Gefühl, am Lagerfeuer der Wikinger zu sitzen und ihren Gesängen zu lauschen. Einziger Tiefpunkt aus musikalischer Sicht ist das halb-akustische, nur von einem langweiligen Sprechgesang untermalte, „Ehrwürd`ge Nacht“.

Thematisch geht es in diesem Konzeptalbum um die Reise der „Drakkarmannen“, also der Krieger, die mit Ihren Langschiffen die weite See befahren. Es wird beschrieben, wie sie zum Spielball der Götter werden, am Ende jedoch wieder wohlbehalten zu Hause ankommen. Seinen thematischen Höhepunkt erreicht das Album mit dem Song „Budskap Fra Vinden“, in dem sich Wotan und Aegir über die Seelen der Seefahrer streiten.

Fazit: Mich hat das Album von Anfang an überzeugt, da es zwar sehr eingängig, aber dennoch abwechslungsreich und vielschichtig ist. Auch beim zehnten Durchlauf wirkt die Platte nicht langweilig. Wer sich nicht mit nordischer Mythologie auskennt, wird zwar eine Weile brauchen, die Thematik voll zu erfassen, sich dann aber umso mehr fesseln lassen. Für Fans des Genres auf jeden Fall zu empfehlen, aber auch für Neueinsteiger interessant.

Tracklist:

  • 01. Drakkarmannen
  • 02. Wiege der Erde
  • 03. Budskap Fra Vinden
  • 04. Ehrwürd’ge Nacht
  • 05. Das Bündnis