Wertung: 7 von 10

FJOERGYN ist eine 4-Mann-Band aus Deutschland, die seit 2005 Pagan Metal mit deutschen Texten spielt. „Jahreszeiten“ ist ihr drittes Album, das wiederum ihre Eigenständigkeit bestätigt.


Der Name Fjoergyn ist der nordischen Mythologie entnommen und stellt die personifizierte Erde „Mutter Erde“ dar. So ist entsprechend die Natur das zentrale Thema der Band und auch des neuen Albums. Mit dem Album „Jahreszeiten“ schließt die Band ihren dreiteiligen Albenzyklus ab. Wo bei den ersten beiden Alben eher der Konflikt des Menschen mit der Natur im Vordergrund stand – bzw. auch die Anklage des Menschen für die Zerstörung der Natur, sind hier die Stücke eher von darstellender Art, d.h. hier steht die musikalische Umsetzung der Jahreszeiten im Vordergrund: Es klingt nicht nur versöhnlicher, sondern erhält fast schon einen Touch Naturlyrik aus der Romantik.

„Die Tage werden kürzer, die Dunkelheit kehrt ein …“

Dabei ist wird der Naturzyklus nicht nur verklärt dargestellt, sondern auch die Macht der Natur, z.B. Sturm, Gewitter und Frost werden beschrieben.

Umgesetzt wird die Thematik der Jahreszeiten in stilübergreifendem Metal mit Einflüssen aus dem Folk, Neomittelalter bzw. neoklassischer Musik oder auch Black und Death Metal. Genauso abwechslungsreich wie die Musik sind die Vokals, die zwischen folkigem Klargesang, Growls, Black Metal- Kreischen und kleinen „Choreinlagen“ wechseln. Diese verschiedenen Facetten werden nun sehr gekonnt und kreativ in die Musik eingebaut, sodass diese insgesamt einen sehr eigenständigen Charakter erhält. Oftmals lässt sich auch an der Wahl der Mittel das umgesetzte Thema erkennen, für die mächtige potenziell gefährliche Seite der Natur, werden eher Elemente aus dem Black Metal eingesetzt, für den bunten Herbstwald hingegen erfolgt die Darstellung eher mit neomittelalterlichen Einlagen.

Etwas näher eingehen möchte ich auf den letzten und längsten Track der Platte „Ich bin der Frost“. Zunächst beginnt das Stück mit ruhiger Gitarre, um dann – entsprechend dem eben genannten Schema – von recht schnellem Black Metal mit eher rauem Gesang, abgelöst zu werden. Das Tempo wird mehr oder weniger durchgehalten, allerdings immer wieder kurz unterbrochen von sparsameren Stellen „Atempausen“. Der Stil ändert sich ab etwa der Hälfte des Stücks. Hier singen die Bandmitglieder im Chor über den Winter in eher folkigem Stil, gefolgt von ruhigem Sprechgesang unterbrochen von etwas härteren Gitarren. Der Kreis der Jahreszeiten ist damit abgeschlossen und der Schlussvers der CD lautet mit etwas gestelztem Pathos:

„Jahreszeiten ändern sich,

gleich dem Leben, jedes Seins

Tijorgen ist das Gleichgewicht und trägt uns in die Zeit hinein“

Mein Fazit der CD ist daher auch gespalten. Auf der einen Seite hat Fjoergyn ihre musikalische Eigenständigkeit erneut unter Beweis gestellt. Auf der anderen Seite haben sie ein sehr altes Thema aufgegriffen und irgendwie nicht sonderlich viel Neues hinzugefügt. Erwartet hätte ich hier – vor allem in Anbetracht der vorherigen Scheiben, dass sie sich nicht rein auf Naturbeschreibungen zurückziehen. Es klingt schon ein wenig komisch, vorher sozusagen die Menschheit als Zerstörerin der Natur anzuklagen und jetzt den bösen Frost zu besingen.

Trotzdem ist die CD hörenswert.

Tracklist

  • 01. Auf bald
  • 02. Oh verklärte Welt
  • 03. Sturmzeit
  • 04. Der Himmel fällt
  • 05. Am Ende der Welt
  • 06. Herbst ist da
  • 07. Wie Jahr um Jahr
  • 08. Jera
  • 09. Ich bin der Frost

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