Wertung: 5 von 10

Freund Hein? Das ist doch die abgefahrene, österreichische Scheiße um – vielleicht Einigen bekannt vom grandiosen Angizia-Kollektiv – Rainer Guggenberger a.k.a. „Gorepheus Bloodimir Grindpa Heartbreaker Jesus Wurschtl Christ (Pseudo) Beatnik Hein a.k.a. Schmeichelkönig“. Doch Guggi da… bzw. Guggi weg und Beliebigkeit da.


Freund Hein sind bereits seit 1994 aktiv, bis ’97 unter dem Namen Craving For Valusia. Nach einer Reihe Eigenproduktionen ist „Bourbon Triggered Death Machine“ ihr erster Output mit Labelunterstützung. Ich gebe zu kein ausgesprochener Kenner der Band zu sein, doch weckten Exzerpte ihres Schaffens, welches von ausgesprochener Nonkonformität geprägt zu sein schien, immer wieder mein Interesse. So war ich enorm gespannt auf vorliegendes Album, das sich in meinen Ohren als eine ziemliche Enttäuschung entpuppt.

Acht Titel, die den Vorgänger „Chaos Immanent“ zu potenzieren suchten, soll es vorab gegeben haben. Bis auf einen wurden alle, exklusive der Übernahme diverser Riffs, verworfen. Das wohl einprägsamere Umgestaltungsergebnis taufte man auf den Namen „Irreversible Irritation“. Kaum war die Chose präsentierbereit, verließ Herr Hein im letzten November das Schinakel. Warum auch immer, die Trennung verlief mutmaßlich alles andere als freundschaftlich. In „Dirty Harry“ ward ein neuer Frontmann gefunden, der mit Freund Hein-Bassist Grillhacker die Death Metal Combo Concrete betreibt.

Aus „Irreversible Irritation“ wurde „Bourbon Triggered Death Machine“. Die gesamten Lyrics wurden umgedichtet und neu eingebrüllt. Gerade das facettenreiche Organ des Herrn Hein war bislang ein hervorstechendes Qualitätsmerkmal der Band. Mit „Dirty Harry“ grunzt nun die Eindimensionalität in Form der übelsten Momente von Jan Chris de Koeyer und L.G. Petrov. Die Musik ist größtenteils passabler Thrash/Death Metal (nicht Death/Thrash), zwar unheimlich groovend und fett produziert, aber zu häufig verdunkelt vom Mittelmaßschatten. Das Keyboard orgelt hier und da auffällige Versponnenheitsreste von Eigenständigkeit, was auf dieser Platte im Gesamtkontext aber eher deplaziert und albern wirkt.

Sie sind absolute Könner, haben Ideen und kompositorische Fähigkeiten. Nur scheinen sie ihre Attribute dringend zur Gefälligkeit nutzen zu wollen. Und sie haben „Dirty Harry“. Und glücklicherweise auch ein gelungenes, stimmig betiteltes Instrumentalstück: „Regeneration“.

Statt „Motör Constrictor“ oder „Werechicken Horror Show“ wären mir „Sadistic Christian Motherfuckers“ oder „Excrements Of The Messiah“ lieber gewesen. Ich empfehle klar, den Zinken in die Vergangenheit der Schnitter zu stecken und den Re-Release der 2001er EP „Subversive Revolution“ als Download zu erwerben, der als Produkt merkwürdigerweise aus dem Bandshop verschwunden ist.

Tracklist:

  • 01. Sugar Honey Iced Tea Guy
  • 02. European Fuckface
  • 03. Motör Constrictor
  • 04. Atomicalypse
  • 05. Bourbon Time
  • 06. Residence: Box
  • 07. Werechicken Horror Show
  • 08. Hourglass Desaster
  • 09. Regeneration
  • 10. Frenzy Inside

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