Vor allem um Letztere handelt es sich bei Mr. Godfrey. Allerdings ist dieser nicht, wie vermutet, im Bereich des Rock oder Metal tätig, sondern schwirrt vielmehr in dem Metaller an sich unbekannten Gefilden umher, nämlich einer etwas simpleren Sorte Musik aus dem Popgenre. Die „Acts“ denen Godfrey bisher sein Können auf den Leib schrieb, lasse ich einfach mal unkommentiert, denn das scheint mir hier in jedem Fall Kommentar genug.

Schützlinge des Mr. Godfrey waren u.a. bisher Blue, Atomic Kitten und Holly Valance (ich kann es mir nicht verkneifen und erinnere an dieser Stelle an einen völlig unnütze, aber gar nicht kommerzielle englische Coverversion des Tarkan-Hits „ªimarik“ namens „Kiss, Kiss“).

Aber scheinbar tut Jem Godfrey dies in bestem Wissen und lässt deshalb verlauten, er wandele mit Milliontown auf Pfaden, mit denen er sich sein Gehirn (zwischen dem ganzen Chartgejaule) doch mal wieder richtig „durchpusten“ konnte.

Gut und schön, aber erst hören, dann loben.

Track eins ist ein wirklich schönes Instrumental mit vielen Pianosoli, aber auch synthetischen Experimenten, die irgendwie nach Panflöte klingen. Nach einiger Zeit schaltet sich auch der Rest der Band ein und nimmt die Motive des Klavierspiels wieder auf und verarbeitet sie. Im Gesamtkonzept klingt das ganze dann allerdings ein bisschen sehr futuristisch, passt aber jedenfalls zur Auffassung Godfreys, der der Ansicht ist, Prog müsste nicht altmodisch sein.

Die Klavierpassagen werden später von Gitarrensoli abgelöst und alles beginnt doch ganz stark nach Filmmusik für irgendeine Science Fiction – Serie zu erinnern. Passen würde das jedenfalls.

Track 2 beginnt mit Sprachsamples und erstmals tritt die leider etwas dünne Stimme Godfreys in den Vordergrund. Durch die Nachbearbeitung im Studio klingt das zwar ganz nett und fügt sich gut in die Musik ein, aber vom Hocker hauen tut mich das alles nicht. Klaviersoli und exotische andere Klänge kommen zum Einsatz und machen die ganze Angelegenheit durch ihr Auftauchen doch etwas spannender. „No me, no you“ ist damit mein Lieblingsstück dieser Scheibe.

Die Synthiesounds und die immer wiederkehrenden Motive in Track 3 („Snowman“) spiegeln die Nüchternheit und Düsterkeit in diesem etwas melancholischeren Stück wieder.

„The Other Me“ wird nach kurzer Zeit sehr eingängig und eher langweilig.

Bis auf die Gitarren klingt auch der Rest der Platte recht künstlich, was ja nicht jedermanns Geschmack ist, allerdings sehr wohl zeigt, was man in einem Studio so alles machen kann.

Der dem Album gleichnamige letzte Track dauert ganze 25-Minuten, was selbst die normalen Erwartungen an progressive Musik übersteigt. Fest steht, dass Godfrey, der sich übrigens Prog-Größen wie John Mitchell (Kino, Arena), John Jewitt und Andy Edwards (beide IQ) ins Boot geholt hat, mit diesem Werk sein Können wohl unter Beweis zu stellen vermag.

Frost groovt, verbindet typisch progressive Elemente mit modernem Sound und liefert virtuose Arbeit an der Gitarre von John Mitchell und Gastmusiker John Boyes.

Für Proggies sicherlich ein Goldstück, für Freunde härterer und rauerer Klänge allerdings eher ungeeignet.