eine schon etwas etabliertere Band, nämlich die Funky Bidges aus Hagen und Georgsmarienhütte. An Nachwuchsbands waren die Toxicz aus dem schönen Evinghausen im äußersten Landkreis Osnabrücks sowie DigaNt aus dem Herzen der Stadt vertreten.

Nach reiflicher Überlegung und an Hand der Feststellung, dass Titel heutzutage ohnehin völlig überbewertet sind, entstand der Titel „Funkin’ Fun Rock“ aus einer Laune heraus. Interne Kommunikationsmängel werteten dies dann zu „Fuckin’ Fun Rock“ auf. Aber: who cares?

Nachdem also alle derart brisanten Formalitäten erledigt waren, freute ich mich diesen Abend auf die ToxicZ, die sich bereit erklärt hatten, die undankbare Rolle des Openers zu übernehmen.

Vor einer Zahl von etwa 30 Zuschauern fing der Abend dann auch sehr klein an, als die Band die Bühne betrat und ein Set aus hauptsächlich englischsprachigen Titeln begannen.

Stilistisch in Richtung Rock einzustufen und mit talentierten Musikern besetzt, machte diese Band wirklich Spaß. Fehlende Live-Erfahrung und daraus resultierende Mankos fließen bei einer derart jungen Band selbstverständlich nicht in die Bewertung ein, so dass diese – obwohl es sich „nur“ um eine „Garagenband“ handelt – erstaunlich positiv ausfiel.

Namentlich Sängerin Anna fiel mit herausragenden stimmlichen Fähigkeiten auf, während ihr Anhang mit markigen Kommentaren deutlich machte, dass es sich im Grunde nur um einen Riesenspaß handelte. Was jedoch nicht heißt, dass die Jungens deswegen schlechtere Musik machen!

Eindeutig ein sehr sympathischer junger Haufen, den ich gerne mal wieder auf einer Bühne sehen möchte.

Nach einer kurzen Umbaupause waren DigaNt an der Reihe. Sie selbst bezeichnen ihre Musik als „ArtPunk“, was man jetzt interpretieren kann, wie es einem beliebt. Zusammengefasst handelt es sich dabei um einen sehr vielseitigen punkig angehauchten Rock, der durch eine Vielzahl überraschender Elemente zu überzeugen weiß. Kreativität kann man dieser Band nicht absprechen.

Böse Stimmen zweifeln zwar gelegentlich an der Sängerfähigkeit von Frontmann Krolle (der zugleich auch Bassist ist), und es wird gemunkelt, dass er diesen Stimmen sogar recht gibt. Allerdings kann man zu dem Zusammenspiel dieser Gruppe nur sagen: passt! Mit allen Ecken und Kanten eine wahrhaft innovative Band.

„Bühne frei“ hieß es anschließend für die Funky Bidges. Für diese war es wohl ein enttäuschender Auftritt, da die Mehrzahl der Gäste sich nach dem Set von DigaNt bereits verabschiedete.

Der lapidare Kommentar einer Zuhörerin dazu: „Ich bin doch nur wegen DigaNt hier!?“.

Das mag stimmen – aber du hast was verpasst, Mädchen!

Bei den Funky Bidges handelt es sich um eine Band, die zwar vom Altersschnitt ihre beiden Vorbands um Längen übertraf, aber musikalisch sicherlich nicht weniger dynamisch daherkommt. Wobei allerdings die deutlich herauszuhörende Spielerfahrung ihnen sicherlich einige Pluspunkte bescherte.

Gespielt wird ein funkiger Rock mit heiteren und zum Teil sehr ironischen Texten. Auch hier stellte ich im Verlauf des Sets eine beeindruckende Kreativität fest, so dass sich das „Fun Rock“ aus dem Titel der Veranstaltung letztlich doch bewahrheitete.

Während der Gesang von Alec Trishon ein wenig an die Sportfreunde Stiller erinnert, ist die Musik in großen Teilen wesentlich rockiger. So beinhaltete das Set beispielsweise auch ein Cover der „Bro Hymn“ von Pennywise, zu welcher der zufällig anwesende Gitarrist Lumpi von der bekannten Osnabrücker Combo 30 cm Neuschnee sich die Ehre gab, die Band zu begleiten.

Aber auch ohne diese Hilfe handelte es sich musikalisch um eine sehr überzeugende Leistung. Und wären mehr als nur ein paar Leute anwesend gewesen, hätte dieser Auftritt eine richtige Party sein können. Funky Bidges waren zumindest nicht daran schuld, dass dies nicht geschah. Für mich war diese Band musikalisch eindeutig der Höhepunkt des Abends – was jedoch angesichts ihrer Positionierung als Headliner nicht verwunderlich ist.

Insgesamt war dies ein Abend mit wirklich guten Bands und der üblichen geringen Publikumsresonanz. Was aber die gute Laune der Bands und auch der anwesenden Gäste nicht trüben konnte.

Tim

Setlist Toxicz

n/a

Setlist DigaNt

01 Animals

02 How to kill

03 What you want

04 Who you are

05 Dan

06 Ende

07 Disease

08 Slut

09 Wibbeli Wobbeli

10 My little song

11 Faceless

12 Don’ ever judge me

Setlist Funky Bidges

01 In diesem Augenblick

02 Matador

03 Eingraben

04 Frau mit dem hübschesten Gesicht

05 Bro Hymn

06 Haar

07 Frr Frr

08 Weil ich dich liebe

09 S’D’R’n’R

10 Ismin

11 Long Beach

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