Nach der Demo „Skogskvad“ kommt mit „Til Alle Heimsens Endar“ nun das erste „richtige“ Album von Galar auf den Markt, wo sich die zwei Norweger Kristiansen und Lauritzen mit einem gelungenen Stück Folk/Viking Metal vorstellig machen. Wer nun über nur zwei Namen gestolpert ist, das ist kein Fehler, denn Galar ist das Projekt der zwei genannten Männer, die sich für alles außer Gesang, Gitarre und Bass Gäste eingeladen haben. Und das ist in diesem Falle gleich ein ganzer Haufen Leute, sieben um genau zu sein, darunter Drums, Violine, Piano, Cello und weibliche Vocals.

Gerade die letzte Auflistung zeigt schon, dass hier eine Truppe am Werk ist, die gleich bei ihrem ersten Coup groß und umfangreich auftrumpfen will. Galar gelingt es von Beginn an zu interessieren. Es beginnt und endet jeweils mit einem umfangreichen Intro und Outro und innerhalb dieses Rahmens bieten sie Abwechslung und saubere musikalische Arbeit auf zweierlei Ebene: Harten, ernst zu nehmenden Metal, bestehend aus soliden Kompositionen und Vocals und auf zweiter Ebene mit einer massiven Atmosphäre.

Gleich nach dem Intro greift die Performance den Hörer auf und nimmt ihn mit durch eine tiefe, teils bedrohliche, teils anpeitschende musikalische Reise durch eine kalte akustische Landschaft.

Möglich wird das im Laufe der Spielzeit, etwa ab dem fünften Track spätestens, besonders durch den geschickten Einsatz der Saiteninstrumente, die im Verlauf immer stärker präsent sind und die Stimmung dominieren.

Der Aufwand in diesem Bereich hat allerdings auch die Folge, das durch das Wechselspiel von hartem und zartem die zweite Hälfte des Albums an Kontinuität missen lässt, auch wenn es Galar gelingt, beide Aspekte geschickt in einen Fluss zu bringen. Hierbei können sich die Geister scheiden, einerseits lohnt die kompositionelle Darbietung, andere könnten aber bemängeln, das die zweite Hälfte einen zu starken Soundtrack-Charakter erhält.

Auch im Bereich der härteren Gangart wurde ich teilweise an die Chöre ala Tyr und zwischenzeitlich die Schreie ala Cradle Of Filth erinnert.

Bis zum Ende aller Welten, oder „Til Alle Heimsens Endar“, wie der Titel der CD ist, ist ein gutes Debütalbum einer bemerkenswerten Band mit vielfältigen Eindrücken. Das Level der Qualität ist hoch und wirkt professionell, ich bin mir sicher, dass man noch einiges von dieser Band hören wird.

Tracklist:

  • 01. Forspill
  • 02. Ván
  • 03. Paa frossen mark
  • 04. Grámr
  • 05. Det graa riket
  • 06. Ingen siger vart vunnin
  • 07. Til alle heimsens endar
  • 08. Etterspill