Als rein weiblich besetzte Extrem-Metal-Band exponieren sich Gallhammer erwartungsgemäß. Mit Nocturno Culto hat man einen prominenten Fürsprecher. Und dann wäre da noch die, mittlerweile eheliche, Liaison von Vivian Slaughter mit Ex-Mayhem-Fronter Maniac. Alles gefundene Munition für unschöne Vorwürfe. Aber es ist unnötig, sich auszumalen wo Gallhammer stehen würden, hätten sie Penisse. Es ist, wie es ist und authentisch sind sie allemal.

„The End“ ist ein monotoner Brocken, in dem der Bass zwischen rauchigen Grauschwaden wummert. Vor Schwere tiefschwebend über Noise-Teppichen. Die farblose Einfachheit schlägt spielerisches Vermögen aus, gefällt sich, eine hypnotische Wirkung entfaltend, in kaputter Stimmung.

Highlight der ersten Hälfte ist, neben dem Hellhammer-lastigen „Rubbish CG202“, das kranke „Sober“, in dem Risa Reaper sich mit ihrer piepsigen Stimme, als psychotische Zeichentrickfigur den Weg durch die Nebelschleier bahnt, ein Kontrapunkt zu Vivian Slaughters Growls. Hälfte zwei bestreiten die überlangen Stücke „Wander“ und – das Beste kommt zum Schluss: 108=7/T-NA. Letzteres hebt sich qualitativ über den Rest des Albums. Das mächtige Doomgewaber wird begleitet von schrägen Saxophonspritzern, die den Geist von Naked City und Painkiller erwecken. Bestünde „The End“ nur aus einer Extended Version dieses wunderbaren 108=7/T-NA, ich wäre nicht böse darum.

Gallhammer präsentieren Monotonie am Grenzwert, weniger verstörend als auf strange Weise behaglich. Bestechend sind Risa Reapers angeknackster Gesang und die noisige Anwendung des Saxophons. Ein wenig Avantgarde also, es überwiegt jedoch das Urzeitliche.

Tracklist:

  • 01. The End
  • 02. Rubbish CG202
  • 03. Aberration
  • 04. Sober
  • 05. Entropy G35
  • 06. Wander
  • 07. 108=7/Z-NA