Gelbes Haus aus Osnabrück beharren nach ihren Informationen darauf, dass die Gruppe aus fünf Musikern besteht. Doch gleich beim ersten Anhören könnte ich darauf schwören, dass sie die Kräfte von Supermario zu ihren Gunsten eingespannt haben. Atarirock nennt sich das ganze und ist eine Mischung aus solidem Deutschrock mit elektronischen Einschüben, welche ein wenig nach 80er Jahre New Wave mit Psychedelic-Einflüssen klingen – Keyboard sei Dank!

Die Texte, teils sensibel, teils zornig–resigniert, können dagegen als schwer zugängliche Kost gelten, die ein wenig an die Osnabrücker von Morgentot und auch an Tocotronic erinnern. Geht man aus der Musik heraus, könnte man versucht sein, sich an Popliteraten wie Benjamin von Stuckrad-Barre zu orientieren. Wobei es wahrscheinlich stark variiert, ob und wie man diese Texte als literarische Kunstwerke ansieht oder nicht.Im Grunde sind Gelbes Haus viel zu elektronikastig, um meinem Geschmack entsprechen zu können. Allerdings kann man nicht bestreiten, dass sie ihr zweifellos vorhandenes Kreativitätspotential äußerst konstruktiv umgesetzt haben. Eine runde Sache ist das also geworden. Und anders, als ich es oft feststellen musste, sind die vielfältigen elektronischen Effekte nicht einfach an die Musik drangehängt, sondern ein tragender Teil dieser. Also unabhängig vom Geschmack gefallen sie mir doch irgendwie. Und wer auf Deutschrock oder elektronische Klänge steht und Gefallen daran findet, mal etwas Neues auszutesten, der sollte sich doch einmal an dieser Platte versuchen. Für lobenswerte Kreativität gibt es als Ansporn hier schon 4 von 5 Punkten!