Wertung: 9 von 10

Spätestens seit der Free-TV Austrahlung Ende März, dürfte ‘Game of Thrones’ vielen ein Begriff sein. Grund genug, die Romanvorlage von George R.R. Martin denjenigen vorzustellen, die die Bücher noch nicht verschlungen haben.

Es geht rau zu im fiktiven Westeros. Einen so nüchternen Blick auf Gesellschaft und Charaktere hätte man eher in einem historischen Roman erwartet. Da gibt es keinen Protagonisten ohne Leiche im Gewölbe, und auch die Motive des finstersten Schergen sind nachvollziehbar. Wobei es keine Bösewichte im klassischen Sinne gibt. Martins Charaktere sind Menschen wie Du und ich. Und wenn man bedenkt, welche Greuel ‚Menschen wie Du und ich‘ begangen haben, kann man sich ausmalen, dass Das Lied von Eis und Feuer nicht an körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt spart. Doch nicht nur die Charaktere selbst sind glaubhaft; Martin hat eine ganze Welt geschaffen, samt schlüssiger Geschichte, Religionen und einer Vielfalt an Personen und Beziehungen derer untereinander, die kein Leser komplett überblicken kann. Zumindest nicht beim ersten Lesen. Trotzdem scheint Westeros nicht so fern, wie bspw. Mittelerde: Fabelwesen und Magie werden – wenn schon nicht komplett darauf verzichtet wird – ganz sachte eingeführt und erscheinen bis auf seltene Ausnahmen nicht unpassend.

Warum ich nichts über die Handlung schreibe?

Es gibt so viele parallele Handlungsstränge, dass man keinen kurzen Überblick gewähren kann, ohne zu viel zu verraten. Immer wieder wird der Leser dermaßen von den Wendungen der unvorhersehbaren Story überrascht, dass des öfteren die Kinnlade runterklappt.

Kürzlich erschien mit ‘Die dunkle Königin’ bereits der achte Teil der deutschen Neuausgabe. Über die Preispolitik von Blanvalet darf man sich hier schon ärgern, denn die englischen Originale hat man dreist gesplittet und verkauft die Hälften als Softcover für 15 Euro das Stück. Dafür bekommt der bibliophile Leser allerdings auch eine dem Preis angemessene Aufmachung. In den etwas festeren Umschlägen findet sich eine grobe Übersichtskarte des Nordens und Südens von Westeros, dem Kontinent auf dem ein Großteil der Handlung stattfindet. Die Optik ist schlicht und konsequent. Keine übertriebenen Artworks oder glänzenden Buchstaben verunstalten die Umschläge, nur ein schlichtes Wappen plus einen Leitspruch der verschiedenen Häuser sind abgebildet. Auf dem Buchrücken sind die Romane deutlich sichtbar durchnummeriert. Im Bücherregal ein Hingucker.

Auch sind die Bücher noch recht gut mit einer Hand zu halten. In diesem Punkt ist die Zweiteilung der Bände gut nachvollziehbar.

Negativ an der Gestaltung fällt das Personenregister auf. Es ist unübersichtlich, unvollständig und fängt direkt nach dem Roman an. So ist Vorsicht geboten, dass man beim Nachschlagen nicht versehentlich einen Blick auf das Ende erhascht.

Auch die Karte hätte etwas detailierter sein können.

Aber das ist nur Kritik an der Verpackung. Der Inhalt ist jedem vorbehaltslos zu empfehlen, der gerne erwachsene Fantasy liest, oder damit anfangen möchte. Heavy Metal Literaturreviews auf Metaller.de!

[atkp_list id=’35807′ template=’bestseller‘ limit=’1′][/atkp_list]


Wie hat Dir der Artikel auf metaller.de gefallen?

George R. R. Martin – Das Lied von Eis und Feuer: 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne 5,00 von 5 Punkten, basieren auf 1 abgegebenen Stimmen.
Loading...