Wertung: 8 von 10

Weniger als ein Jahr ist vergangen, seitdem die Ruhrpott-Metaller von Gloryful mit ihrem Debut-Album “The Warriors Code” auf sich aufmerksam gemacht haben. Mit ihrem knackigen Riffing und den eingängigen Texten haben sie die deutsche Power Metal-Szene ordentlich aufgewühlt und gelten zu Recht als eine der neuen Hoffnungen in diesem Genre. Jetzt legen sie mit “Ocean Blade” nach und machen stilistisch genau da weiter, wo sie mit “The Warriors Code” aufgehört haben.


Aber nicht nur stilistisch bleiben sich Gloryful treu. Auch textlich bewegt man sich auf bekanntem Terrain und setzt die auf “The Warriors Code” begonnene Inuit-Saga um die Meeresgöttin Sedna weiter fort. Dabei dringt das lyrische Konzept noch tiefer in das fiktive Gloryful-Universum ein, und so entwickelt sich „Ocean Blade“ zu einem waschechten Konzeptalbum, welches das tragische Schicksal der Mannschaft der Ocean Blade auf ihrer langen Irrfahrt thematisiert.

Schaut man sich die Kompositionen und Arrangements genauer an, so erkennt man eine klare Weiterentwicklung. Die Stücke wirken durchdachter und geschlossener in sich selbst, ohne dabei jedoch Kreativität und Überraschungsmomente vermissen zu lassen. Bereits der Opener „Hiring the Dead“ beweist, dass die Mannen um Sänger Johnny La Bomba mit ihrer Energie und Kreativität noch lange nicht am Ende sind. Nach kurzem Meeresrauschen hat man sofort ein extrem treibendes Drumming am Start, welches unweigerlich zu sofortigem Headbangen verführt. Gepaart mit dem messerscharfen Gitarren-Sound und den tiefen, fetten Chören im Refrain macht die Band hier von Anfang an klar, woran man bei ihr ist. Und auch im weiteren Verlauf des Albums wird man von der Wucht der Songs nur so weggeblasen. Dass hier mit Producer-Legende Dan Swanö und Gitarrist Charles Greywolf von Powerwolf zwei echte Veteranen an den Reglern gedreht haben, lässt sich am durch und durch harten und kräftigen Sound erkennen. Im Ganzen wirkt die Platte damit noch mal eine Schippe fetter also noch der Vorgänger.

Und so schippert die Powermetallische Galeere also von einem Knaller zum nächsten. Echte Aussetzer sind Fehlanzeige. Neben traditionellen Stücken, wie dem Titelstück „Ocean Blade“ und Speed Metal-lastigen Songs wie „EL Mare, E Libertad“ oder „All Men To The Arms“, können Gloryful aber auch mal das Tempo rausnehmen. Mit dem Mini-Epos „Cradle Of Heroes“ haben sie beispielweise ein echte Hymne geschaffen, mit der sie sich auch vor Power Metal Helden wie Manowar, Hammerfall oder Running Wild zu ihren besten Zeiten nicht verstecken müssen. Das sehr folkige Akustikstück „Black Legacy“ passt zwar musikalisch nicht ganz in den Fluss des Albums, zeigt die Band aber noch mal von einer anderen Seite und sorgt für eine etwas rührselige Lagerfeueratmosphäre. Bevor man dann zum Abschluss mit „Siren Song“ noch einmal kräftig Gas gibt, präsentieren uns Gloryful noch das kompakte und rockige „Mc Guerkin On The Bridge“, welches vor allem mit seinen klasse Gitarrenparts und dem eingängigen Refrain überzeugen kann.

Alles in allem ist „Ocean Blade“ also Qualitätsstahl erster Güte und steht dem Debut-Album in nichts nach. Wenn Gloryful auf diesem Niveau weiterarbeiten steht einem Aufstieg in die erste Metal-Liga quasi nichts mehr im Wege. Für Power Metal-Fans auf jeden Fall ein absoluter Pflichtkauf.

Tracklist

  • 01. Hiring The Dead
  • 02. El Mare, E Libertad
  • 03. Ocean Blade
  • 04. The Master`s Hands
  • 05. Cradle of Heroes
  • 06. Black Legacy
  • 07. All Men To The Arms
  • 08. Mc. Guerkin On The Bridge
  • 09. Siren Son
  • 10. Ocean Legacy

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