Aber nicht nur ältere Semester waren dort anzutreffen. Alle Altersschichten waren vertreten. Hier nun der Bericht:Das Publikum vor der Hauptbühne wurde schon seit 18.00 Uhr von der Top40-Band Avalon eingeheizt. Im Programm dieser Band befinden sich unter anderem Coverstücke von Anastasia und Madonna und alles was der aktuelle Charthimmel zu bieten hat. Gute eineinhalb Stunden spielte die Band, um sich dann erstmal von der Bühne zu verabschieden. So waren dann erstmal alle Ansprüche der jugendlichen Zuschauer befriedigt, aber auch der ein oder andere Oldie fand bei der Musik plötzlich seine Jugend wieder. Nun wurde es aber Zeit für den ersten der vier Hauptacts an diesem Abend. Und das war kein geringerer als der durch den Welthit „In the Summertime“ bekannt gewordene Mungo Jerry.

Mit nicht mehr ganz so prachtvoller Haartracht, aber dafür immer noch mit Akustikgitarre und der selben guten Laune wie schon Anfang der siebziger Jahre betrat der Weltstar die Bühne. Nun folgte ein Rauf und Runter seiner durchaus partytauglichen Stücke teils in alter aber teils auch in neueren Versionen. Das Publikum war von Anfang an begeistert und klatschte, hüpfte oder schunkelte zu Stücken wie „Lady Rose“ oder „In the Summertime“. Bei letzterem Stück entstand eine kleine Zwangspause, weil Mister Ray Dorset, so der bürgerliche Name Mungo Jerry´s, beim Anspielen der Anfangsakkorde eine seiner Gitarrenseiten zerriss. Daraufhin kam ein Junge auf die Bühne, der dem Publikum als „Phillip the guitarman“ vorgestellt wurde, und half dem Oldiestar seine Klampfe zu reparieren.

Danach war auch bald Schluß und die Bühne wurde nach einer kurzen Umbauphase für Dave Dee, dem ehemaligen Mastermind von „Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich“ frei gemacht.

Um ca. 20.30 Uhr betrat er dann mit regenbogenfarbenem Hemd und Jackett die Bretter vor nun wohl schon 6500-7000 feiernden und auch teilweise ganz leicht alkoholisierten Zuschauern. Gleich zu Anfang seines Sets erfreute Mr. Dee seine Fans mit einem Remix des Stückes „Hide away“ und der Originalversion des Titels Zabadak von 1968. Weitere Hits wie „The Legend of Xanadu“ oder „Bend it“ folgten.

Zwischendurch entledigte sich Dave Dee aufgrund der hohen Aktivität auf und vor der Bühne seines Jacketts und erstrahlte nun in einem unbeschreiblichen Farbenschimmer. Doch nicht nur eigene Stücke wurden vorgetragen. „Runaway“ von Del Shannon oder Ben E. King´s „Stand by me“ – nur um ein paar Beispiele zu nennen – ernteten tosenden Beifall. Um zehn nach neun verabschiedete sich Dave Dee vom Hagener Publikum und hinterließ eine in Höchsttimmung wogende Menge.

Vom Moderator Heaven (dem einen oder anderen noch bekannt von der osnabrücker Band „Die Angefahrenen Schulkinder“ oder als Stadionsprecher des VFL) angekündigt und vom Publikum stürmisch empfangen betrat Chris Andrews nun die Bühne. Mit folgender Ansage hatte Chris die Zuschauer sofort auf seiner Seite: „Hallo, mein Name ist Chris Andrews, ich wohne in der nähe von London, bin 39 Jahre alt und freue mich, heute abend hier zu sein. (Pause und großes Gelächter im Publikum) Wieso? Ich wohne wirklich in der Nähe von London“.

Danach brannte ein Feuerwerk der Hits ab, von „To whom it concerns“ bis „Yesterday man“ war alles dabei, was das Oldie-Herz begehrt. Ganz besonders der Teil der Show, in der sich Chris mit Hilfe seiner Assistentin in Buddy Holly verwandelte und auch hier Stücke wie „Oh Boy“ oder „Peggy Sue“ dem Publikum zum Verschlingen vorwarf, soll nicht unerwähnt bleiben.

Genau um zehn vor elf war es dann so weit. Middle of the Road betraten unter Dudelsackklängen die Bühne. Die schottischen Helden traten in kompletter Besetzung auf, ein Anblick, der selbst vorher desinteressierte Personen im Publikum (von denen es auch so schon nicht viele gab), veranlasste, sich dem Geschehen auf der Bühne zuzuwenden. Folglich drängten jetzt noch mehr Begeisterte nach vorne, um auch ja nichts von dem bezaubernden Charme von Lorna Bannon und ihren Mitstreitern zu verpassen. Musikalische Perlen wie „Chirpy Chirpy Cheep Cheep“, „Tweedle Dee – Tweedle Dum“ oder auch „Soley Soley“ brachten die Zuschauer zum Überkochen. Die absolute Live-Atmosphäre ist bei einer Band wie „Middle of The Road“ einfach unerlässlich.

Den Abschluss des ganzen Abends bildete ein weiteres mal die Top40 Band Avalon, die noch bis tief in die Nacht die Zuhörer unterhielt.

Auf der Nebenbühne hinter der Kirche wurden feinste Pop-Funk-Soul-Klassiker der 70er und 80er Jahre geboten. Interpret dieser Stücke war die Coverband Doctor Beat.

Die Nebenbühne am Eiscafé bot eher rockig veranlagten Gemütern eine Verschnaufspause von der Hauptbühne. Hier führte die Band Sixty Beats mit feinen Cover-Rock-Stücken der 60er einige Junggebliebene in ihre Jugend zurück.

Fazit:

Alles in allem ein durchaus lohnendes Programm mit angemessenem Preis und sehr guter Stimmung. Ein ehrliches Lob soll hier an dieser Stelle den Organisatoren und dem freundlichen Sicherheitsdienst ausgesprochen werden.