Wertung: 8 von 10

US-Metal aus der Schweiz? Ja, Freunde der gepflegten Stromgitarrenunterhaltung, das gibt’s. Ein paar Bands verschiedenster Coleur des Alpenlandes kennt jeder – Gotthard, Celtic Frost, Samael, der ein oder andere vielleicht auch noch Poltergeist. Ab sofort bitte in der Kategorie Power Metal GONOREAS nicht vergessen.

Gonoreas – Destructive Ways

Seit knapp zwei Dekaden sind sie schon im Dienst der Elektrostreitaxt unterwegs und mit „Destructive Ways“ wird nun das fünfte Studioalbum unters Volk gebracht. Ummantelt von jeweils einem Akkustiktrack zu Beginn und am Ende wurden insgesamt zehn Tracks von V.O. Pulver (Gurd) im „Littlecreek“-Studio gekonnt in Szene gesetzt.

Nach dem bereits erwähnten Flamenco-Intro „Ritual“ folgt sogleich mit „Rebellion against the Obsessor“ ein ordentlicher Eierzwicker (gesanglich betrachtet). Gitarre und Drums erinnern 1 zu 1 an Rages „Black in mind“ (bitte unbedingt vergleichen!) und marschieren ordentlich los, ein schneller Song mit feinem Solo und passenden Kreissägen-Powermetal-Vocals. Mein Favorit auf „Destructive Ways“.

Es folgen nun abwechslungsreiche Midtempo-Nummern wie der Titeltrack mit gemäßigterem Gesang und abermals nettem Solo oder „Viking“ mit erträglichen kleinen Break-downs. Bei „Parallel universe“ sind erneut die bekannten Trommeln von Peavy Wagner’s Rage Experience zu hören…

Geile Fills und Iced Earth-Anleihen sowie Western-Soli machen „Wizard“ zum zweiten Hit des Albums, potenzielle Single, sehr stark. Mit über sechseinhalb Minuten kommt „Empire“ episch daher, nachdenklich wird es mit „When nobody asks“, das musiklisch etwas unauffällig ist, aber trotzdem auch wieder mit einem tollen Solo punkten kann. Das Finale von „Destructive Ways“ wird mit dem Stampfer „Dark Triad“ eingeläutet und findet sein Ende mit „The Offering“ wieder in einem Akkustikus, der die Melodien vom Intro wieder aufnimmt und bei dem Gitarrist Damir Eskic nochmal sein ganzes Können präsentiert. Ich höre sogar partiell ab 1:57 das „Don’t stop believin’-Anfangsgefiedel heraus…

Nach einer dreiviertel Stunde ist der Silberling durch und man stellt fest, dass man keine Minute vergeudet hat. Der Rage-/Power Metal Sound und das stets erhabene Gitarrenspiel lassen keinen Platz für Kritik. Leandro Pachecos Gesang fräst sich (noch?) nicht so ins Gehirn wie der eines Wagners, Boltendahls oder Owens’, obwohl er manchmal durchaus die Stimmfarbe eines gewissen Hobbypiloten und Amateursängers namens Dickinson erreicht.

Was GONOREAS noch fehlt ist eine größere Präsenz in unseren Gefilden, sei es als Teil eines Tourpackages oder als Act auf einem größeren Festival um den Bekanntheitsgrad zu steigern. Verdient hätte es das Quartett und was nicht ist, kann ja noch werden.

Ich beanspruche acht Spieße für mein Käsefondue.

 

Tracklist:

Ritual
Rebellion against the obsessor
Destructive ways
Viking
Parallel universe
Wizards
Empire
When nobody asks
Dark Triad
The offering

 

 

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