Wertung: 8 von 10

Die belgische vier Mann Black Metal-Band Gorath besteht seit 1996 und legt mit „MXCII“ ihr drittes Album vor. Der Stil der Musik ist eher melodisch, abwechslungsreich und trotzdem bitter böse.


Der Name Gorath ist wahrscheinlich dem gleichnamigen japanischen Science Fiction-Film entnommen, der die Geschichte des Planeten Gorath erzählt, der mit der Erde zusammenstößt. Warum allerdings die Band die römische Ziffer „MXCII“ (1092) als CD-Titel wählte, kann sie nur selbst beantworten. Die meisten Songs sind in flämisch gehalten, was man allerdings – wie im Black Metal üblich – selten verstehen kann, so dass hier fast ausschließlich nur Stimmungen transportiert werden und keine Texte. Der Gesang wechselt zwischen Black Metal-Kreischen, ruhigeren growligeren Passagen, Sprechgesang und auch einigen klareren Passagen – ein Wechsel, der dem Sänger Filip Dupont gut gelingt und die Stimmung der Musik gekonnt verstärkt. Wirklich sehr ausdrucksstarke Vokals!

Interessant wird die Scheibe auch durch die langsameren, getragenen Doom-Metal-artigen Passagen, die ebenfalls gekonnt in die Musik integriert werden.

Die Scheibe beginnt mit dem Song „Tombevled“ (flämisch-dt.: Gräberfeld) ein Track von mehr als neun Minuten Länge: Er startet mit ruhigen, traurigen Klängen, die von harten Black Metal-Riffs mit aggressivem Gesang weggewischt werden, der das restliche Stück über präsent bleibt.

Der letzte Track „Gesta Sancti Servatii“ besitzt die epische Länge von mehr als zehn Minuten. Sankt Servatius ist einer der Eisheiligen. Er lebte zur Zeit der Völkerwanderungen (400 n.Chr.) in Belgien und sagte angeblich den Einfall der Hunnen voraus. Das Kernstück des Stücks besteht wiederum aus einer langen Black Metal-Passage, die hart einsetzt und zunächst recht schnelles Tempo hat, aber dann selbst zum Midtempo wechselt, so dass sie ohne Bruch in den langsamen, getrageneren, doomigeren Rahmen des Stücks übergeht.

Insgesamt ist Gorath ein abwechslungsreiches, sehr stimmungsvolles und musikalisch gekonnt umgesetztes Black Metal Album gelungen, in das aber auch Fans des Midtempo reinhören sollten.

Tracklist:

  • 01. Tombeveld
  • 02. Thiedenbecke
  • 03. Doed Over’t Galgeveld
  • 04. Do Ut Des
  • 05. Godsgerecht Geschiedde
  • 06. Heidewake
  • 07. Gesta Sancti Servatii