Obwohl die Grenzen oft fließend sind, lassen sich innerhalb der aus der Punk-Bewegung hervor gegangene Gothic-Szene verschiedene Unterströmungen ausmachen. Die Mitglieder dieser Splitterkulturen teilen zwar den selben Grundtenor, unterscheiden sich in elementaren Facetten aber deutlich.

Horrorpunk

Gothic Splitterkulturen: Horrorpunk und Gothabilly

Gothic Splitterkulturen: Horrorpunk und Gothabilly

Der Horrorpunk ist eine eher scherzhafte Bezeichnung für Musik, in der Figuren oder Szenen aus Horrorfilmen oder Horrorfilme allgemein behandelt werden. Die Songtexte behandeln in dieser Folge eher ziemlich düstere, grausame und schwarze Themen, auf die ab und zu aber auch augenzwinkernd hingewiesen wird. Meist werden in den Lyrics die Grausamkeiten behandelt, die den Protagonisten in den Filmen zustoßen. Dabei wird die jeweilige Situation entweder aus der Sicht eines neutralen Beobachters, aus der Sicht des Opfers oder aus der Sicht des Täters beschrieben. Dabei orientieren sich die Bands, die den sogenannten Horrorpunk praktizieren, allerdings weniger an bekannten Horrorstreifen, sondern viel eher auf sogenannte B-Movies, Monsterfilme, Trash-Filme oder Splatter. Hierbei waren vor allem Streifen mit Boris Karloff sehr beliebt.

Dabei wird der vorgetragene Song nicht gerade selten durch eine Bühnenshow oder durch das äußere Erscheinungsbild der Band unterstrichen. So werden hier zerrissene Kleidung, künstliches Blut und Waffen benutzt, während die Band nicht gerade selten eine Szene aus einem der Filme nachspielt. Oftmals tragen die Bandmitglieder hierbei noch Masken, um ihre Rolle deutlich zu machen. Das ein oder andere Mal wird hierbei auch noch von Pyrotechnik und sonstigen Effekten Gebrauch gemacht.

Da sich der Horrorpunk in der Folge eher durch seine Songtexte definiert, ist eine kategorische Einstufung des Sounds eher schwierig bis gar nicht möglich. Er entstand parallel zu den behandelten Filmen, also Ende der 1970er Jahre und Anfang der 1980er Jahre.

Die Band, die als Gründer des Horrorpunks gilt, heißt „The Misfits“. Durch diesen Namen wollten sie ihre gesellschaftliche Stellung unterstreichen und deutlich machen, dass ihre Themen nicht für die normale Gesellschaft geeignet sind. Ihre Idee, Horrorfilme in einem Song zu behandeln, wurde mit der Zeit dermaßen populär, dass auch Bands anderer Genres sich dieser ungewöhnlichen Methode annahmen. Mittlerweile ist sie ziemlich beliebt geworden und wird auch bei Festivals relativ frei und oft vorgetragen. Ein zeitnahes und aktuelles Beispiel ist hierbei „Rob Zombie“, der sich zwar durch ein anderes Genre, aber durch ähnliche Themen auszeichnet. Auch Bands wie „Megadeth“ nahmen sich dieser Methode an und behandelten Horrorfilme in ihren Texten, wobei sie ihrem Genre allerdings treu geblieben sind.

Obwohl die Idee als revolutionär und innovativ angesehen wurde, gab es außer „The Misfits“ keine andere Band, die sich ausschließlich auf dieses Genre spezialisiert hat. Deswegen gilt die Band „The Misfits“ bis heute als Urheber des Horrorpunks.

[atkp_list id=’55897′ limit=’2′ template=’bestseller‘][/atkp_list]

Blitzkid

Blitzkid wurde 1997 von dem damals 20 jährigen Tracy Byrd und Wolfgang Christopher gegründet. Für das Demo Tape mit Namen „Songs For The Aesthetically Challenged“, wurden schnell ein paar Stücke eingespielt. Blitzkid war ursprünglich als Spaßprojekt geplant. Dies änderte sich aber mit Steve Matthews, der im Herbst 1998 als Bassist zur Band kam. Seitdem arbeiteten Byrd und Matthews an Texten und Songs.

Dem Namen der Band an sich wird keine Bedeutung zugeschrieben, allerdings verweist die Band aber auch auf Carrie, einer Figur aus Stephen Kings gleichnamigen Roman. Dies wurde durch Matthews auch in einem Interview mit einem Musikmagazin bestätigt, in dem Matthews sagte, dass sich der Name tatsächlich auf die Romanfigur bezieht.

Im Jahr 1999 wurde dann die EP Revisited veröffentlicht, auf der sieben Lieder zu hören waren. Hier sind musikalische Ähnlichkeiten mit einer anderen Band, den Misfits, nicht zu übersehen. Noch im gleichen Jahr nahm die Band ihr Debütalbum Terrifying Tales auf. Nach einigen Konzerten in ihrer Heimatstadt und dem näheren Umkreis wurde im Sommer desselben Jahres das Album mit dem Namen „Let Flowers Die“ produziert.

2003 wurde ein deutsches Horrorpunk-Label auf die Gruppe aufmerksam, veröffentlichte einen Song auf einem Festival und verpflichtete die Band vertraglich. Darauf folgte die Veröffentlichung des Albums Trace of a Stranger. Nach einigen Tourneen, auch in Europa im Herbst 2004, wurde im Mai 2005 von der Band Five Cellars Below als viertes Album aufgenommen. Hier klingt die Band reifer und die Produktion wirkt erstklassiger, weswegen es seitens der Kritiker viel Lob gab.

Hierauf folgten erneut Tourneen durch Europa und die Vereinigten Staaten. Nachdem der Schlagzeuger Jesco die Band verlassen hatte, wechselten sich zwei Schlagzeuger, Rhea M. und Dr. Chud, ständig ab, bis Rick Fleischer als neuer, fester Schlagzeuger der Band beitrat.

2008 veröffentlichte man Anatomy of Reanimation Vol. 1 als weiteres Album. Dieses ist einerseits ein Best-of-Album voriger Alben, andererseits dient es vor allem dazu, Klassiker neu aufgenommen und im aktuellen Klanggewand darzubieten. Das ist auch der Grund, weswegen auch keine Songs aus dem Album Five Cellars Below hierauf zu finden sind.

Aufgrund ihrer mittlerweile beachtlichen Popularität gilt Blitzkid momentan als das Maß aller Dinge des Horrorpunk in den USA. Allerdings ist ihr Schwergewicht mittlerweile eher in Europa und hier vor allen Dingen in Deutschland zu sehen.
Im Juli 2009 wurde bekannt, dass die Band das Fiend-Force-Label verlassen wird und bei dem amerikanischen Label Torque Records einen neuen Plattenvertrag unterzeichnet hat. Ein Jahr später wurde das Label erneut gewechselt, diesmal zu zwei Labels, dem Century Media Records und dem deutschen Label namens People Like You.

[atkp_list id=’55903′ limit=’3′ template=’bestseller‘][/atkp_list]

Gothabilly

Bei Gothabilly handelt es sich, genau wie beim allgemeinen Gothic Rock, nicht nur um einen Musikstil, sondern auch um eine Art der Mode und eine spezielle Ausrichtung der Kleidung.

Wie man am Namen bereits erkennen kann, ist Gothabilly eine Mischung aus Gothic Rock und Rockabilly, eines Subgenres des Rock ’n‘ Roll. Diese Vermischung kann man auch gut bei Psychobilly, einer Mischung aus Punkrock und Rockabilly, erkennen.

Die US-Band „The Cramps“ verwendete den Begriff „Gothabilly“ einst, um einen passenden Ausdruck für ihren eigenen Stil zu beschreiben. Seitdem wurden einige weitere Bands in dieser Kategorie untergebracht. Allerdings handelt es sich bei Gothabilly um ein eher unwichtiges und teilweise sogar in Fachkreisen ziemlich unbekanntes Genre, weswegen es kaum eine Band gibt, die komplett in diesem Stil eingestuft werden kann. Deswegen beschränkt sich die Gegend, in welcher Gothabilly zu Hause und anzutreffen ist, fast ausschließlich auf den Western der Vereinigten Staaten. Es gab zwar bereits einige Bewegungen, diese blieben aber größtenteils erfolglos und beschränkten sich damit auf relativ kleine Gebiete.

[atkp_list id=’55899′ limit=’3′ template=’bestseller‘][/atkp_list]

—————————————

Autor: Roxxxy


Wie hat Dir der Artikel auf metaller.de gefallen?

Gothic Splitterkulturen: Horrorpunk und Gothabilly: 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne5,00von 5 Punkten, basieren auf 1abgegebenen Stimmen.
Loading...