Die Gothic-Szene trägt Elemente einer stillvoll orientierten Subkultur. Die Anhänger der Szene gelten als elitär, unnahbar, wirklichkeitsfremd, aber auch als frielich. Die modische Vielfalt einer retrospektiven Kultur wie der Gothic-Scene ist enorm. Die durchschnittliche Bevölkerung genießt von Seite der Gothic-Kulrur oft wenig Anerkennung. Viele Mitglieder der Gothic-Scene bezeichnen die Norm oft als konservativ, intolerant, konsumorientiert, und darüber von der „sozialen Bewährtheit“ beeinflusst. Aufgrund der Tatsache, dass die Gothic-Scene die herrschende Meinung der Weltauffassung nicht teilt, resultiert aus deren Ablehnung eine Distanzierung zur Gesellschaft. Die Distanzierung zur Gesellschaft prägt einen demonstrativen Character. Bisher kam es unter den Angehörigen dieser Subkultur zu keiner einheitlichen Lebenseinstellung, die in der Gemeinschaft gleichermaßen geteilt wird. Die „Goths“ haben demnach keine einheitliche Wertauffassung. Genau das unterscheidet die Scene von gewöhnlichen Subkulturen, die oft eine Lebenseinstellung in der Gemeinschaft teilen.

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In Folge des ausgeprägten Idealismus der Subszene entsteht eine Vielfalt an Gedankengut. Die „Goths“ lehnen es grundsätzlich ab die Meinungen anderer zu übernehmen und bilden sich im Laufe ihres Daseins eine persönliche Lebenseinstellung.

Die Friedfertigkeit der Szene wird nicht selten als auffälliges Merkmal wahrgenommen. Die friedliche Grundeinstellung resultiert überwiegend auf eine passive, selbstbezogene und teils resignative Einstellung. Politische Ziele werden von der Gothic-Kultur jedoch nicht angestrebt. Im Endeffekt verfolgt die Szene weder Ziele noch einer kollektiven Ideologie.

Äußere Erscheinung

Ein primäres Erkennungszeichen der Gothic-Szene stellt das Styling dar. Viele Angehörige der Szene setzen ihr Styling teilweise auch als ein Mittel zum Zwecke der Abgrenzung ein. Die Farbe „Schwarz“ erfährt die den Goths ganz besondere Wertschätzung, da sie dem Ausdruck der innerlichen Gedanken- und Gefühlswelt dient. Die Farbe steht im Wesentlichen für Nachdenklichkeit und Ernsthaftigkeit und darüber hinaus fungiert die Farbe Schwarz auch als Ausdruck der Hoffnungslosigkeit und Leere, Tod und Trauer, als auch Melancholie. Hierbei handelt es sich um Ausdrucksformen , die mit der Lebenseinstellung der Goths durchaus vereinbar sind. Als Akzentuierung verwendet die Szene oft Violett, Blau oder Bordeaux-Rot. Die Anhänger der Szene lehnen sich in Teilen da die Punkszene und verwenden wie in der Punkszene typische Kleidungsstücke, wie Netzhemden oder Strumpfhosen. Die Kleidungsstücke sind dabei oft nicht mehr in einem heilen Zustand, was aber bewusst von den Goths beabsichtigt ist. Die typischen Punkfrisuren sind in der Gothic-Szene ebenfalls Erkennungszeichen.

Musik in der Szene

In den meisten Fällen sind die Musikkollektionen der Gothic-Kultur sehr beschränkt. Oftmals werden mit Hilfe von Magnetbandkassetten Ausschnitte aus dem Radio aufgenommen , die dann in zunehmend schlechter Qualität wiedergegeben werden. Die Sendung Paroctikum war für die Szene durchaus prägend. Die Sendung wurde in den Achtzigern vom Radiosender DT64 ausgestrahlt. Alleine durch den Sender erlangten viele Bands im östlichen Teil Deutschlands kurzerhand zunehmend an Bekanntheit. Es lässt sich zudem durchaus behaupten, dass der Musikgeschmack der Szene im Wesentlichen nicht der Norm entspricht und die Goths ihre Musik ebenfalls als Abgrenzungsmedium und Protestmittel benutzen.

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Wohnraumnutzung

Anders als eventuell erwartet, spielt die der Wohnraum als persönlicher Rückzugsort eine bedeutende Rolle. Die eigene Wohnung, die einen autonomen Bereich persönlicher Lebensgestaltung ermöglicht, wird im Wesentlichen so gestaltet, dass die Anhänger der Szene sich wohl fühlen und frische Kraft für eine weitere mögliche Protestaktion sammeln können. Zur Zeiten der 1980er war es nicht ungewöhnlich wenn die Zimmerdecken mit gefärbten Tüchern oder Stoffen geschmückt wurden. Rosenkränze, Plastikrosen, Kreuze oder auch Grabschärpen galten damals als Dekoration. Wie zu erwarten war, wurden die Möbel dezent schwarz gehalten und die Zimmer wurden mit Gegenständen, wie man sie sonst nur auf dem Friedhof kennt, dekoriert. Dazu gehören Totenschädel, Grableuchten oder Kerzenleuchter. Als es dann in 90er Jahre ging, gab es einen Umschwung, da die klischeehaften Elemente der Wohnraumgestaltung ihren Reiz in der Szene verloren und sich die Szene im mehr aus dem Status als Jugendkultur herauslöste. Die Wohnraumgestaltung lies nun mehr Farben zu und die Zimmer ähnelten oft Stil des Viktorianischen Zeitalters oder wurden einfach dezent im Jugendzimmerstil gehalten. Die „Bactave-Kultur“ hat jedoch Gestaltungsformen der Achtziger aufrecht erhalten und spielen auf ironische Weise auf die alte Einrichtungskultur mit Spinnennetzen oder zerrissenen Textilien an.

Freizeitgestaltung / Lifestyle

Eine breit angelegte internationale Studie über die typischen Verhaltensweisen in der Gothic-Kultur kam zu den Entschluss, dass sich rund 95 Prozent der Szeneangehörigen mit Musik beschäftigen. Das spricht wiederum für eine äußerst durch Musik geprägte Subkultur. Darüber hinaus verbringen fast 80% der Studienteilnehmer ihre freie Zeit mit am PC, mit Lesen oder besuchen Freunde. Erstaunlich ist, dass rund 60% der Befragten gerne feiern oder ins Kino gehen. Lyrik und Poesie wird von 48% als angenehme Freizeitgestaltung empfunden. Insbesondere die weiblichen Goths zeigen ein hohes Interesse an Fotographie oder an der Kunst. Es wird sich zumeist bildnerischen Gestalten gewidmet. Im Vergleich zur deutschen Studie wies die international angelegte Studie mehr Einzelgänger auf.

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Gothic Wohn-und Lebensstil

Die Gothicszene oder auch schwarze Szene wird oft als Subkultur bezeichnet. Sie steht für Individualität, Emotionen und die Abgrenzung von der breiten Masse. Durch ihre düstere und ungewöhnliche Erscheinung (dunkle Kleidung, makaber geschminkte Gesichter, Verwendung mystischer Symbole) werden Gothics sehr oft mit der zwielichtigen Gruppe der Satanisten verwechselt. Die allermeisten Gothics distanzieren sich jedoch deutlich vom Satanismus und drücken ein völlig anderes Lebensgefühl aus. Die meisten Gothics entscheiden sich im jungen Alter der Gothicszene beizutreten. Sie entwickeln eine Vorliebe für altertümliche Musik, Bücher und den typischen morbiden Kleidungsstil. Eine Gothics sind sehr christlich eingestellt andere wiederum bezeichnen sich als Heiden, das heißt sie fühlen sich keiner Religion zugehörig. Viele glauben auch an alte Götter. Den Bezug zur Epoche der Romantik findet man, wenn man sich die Geschichte der Subkultur ansieht. So trug diese in ihrer Anfangszeit den Namen „new Romantic“. Ein weiter Ausdruck aus dem gotischen Alltag macht es noch deutlicher, der Begriff „Schwarzromantik“, der so ziemlich alles, was mit der Kunstkultur der Gothicwelt zu tun hat, umfasst. Gothics haben auch einen Hang zu archaischer Architektur. Alte Schlösser, Kirchen und Friedhöfe sind Orte die sie besonders faszinieren und anziehen. Meist versuchen sie populäre und gut besuchte Plätze zu meiden und in Gesprächen zeigen sie sich freundlich aber distanziert und reserviert.

Gothics tragen hauptsächlich Schwarz, dies steht für eine kontinuierliche Melancholie , die aus verschiedenen Gründen resuliert sein könnte. Aus Enttäuschungen, Depressionen, oder Konfrontationen mit dem Tod. Es gibt aber auch Gothics, die sich so kleiden um ein Zeichen gegen die Gesellschaft und den Modekult der Masse zu setzen. Einerseits leben und trachten die Gothics nach einer längst vergangenen Existenzform. Dies drücken Sie durch ihren Lebens- und Kleidungsstil aus. Dazu kommt, dass viele Gothics sich einfach gern selbst in Szene setzen und gern durch ihr Aussehen herausstechen. Sie wissen, dass ihr Aussehen und Auftreten für Aufsehen sorgen, und nutzen diesen Effekt aus. Andererseits legen sie viel Wert auf Ästethik und Individualität, was äußerst modern und massenkompatibel ist. Obwohl es seit einigen Jahren immer mehr von ihnen gibt, fallen Gothics in der Öffentlichkeit kaum noch auf.

Gothics sind ständig auf der Suche nach der eigenen Existenz. Meist zurückgezogen in den eigenen vier Wänden, verfassen Sie tiefsinnige und nachdenkliche Gedichte, hören melancholische Musik oder drücken ihre Gefühle und Gedanken in selbsgemalten Bilder aus. Auch das Treffen und Diskutieren mit gleichgesinnten Freunden kommt bei Gothics nicht zu kurz. Einmal im Jahr findet in Leipzig, das berühmte „Wave Gotik Treffen“ statt. Es ist mittlerweile das weltweit größte Festival der Szene geworden und lockt jedes mal tausende Anhänger der schwarzen Szene nach Leipzig. Shows von Feuer- und Licht, Führungen über Leipzigs schönste Friedhöfe, gruselige Lesungen, düstere Filme und freizügige Fetisch-Partys, Kirchenkonzerte, Mittelaltermärkte und „Szenemessen“ – das Programm könnte nicht breiter und vielfältiger sein.

Gothics bevorzugen nicht zwangsläufig einen „schwarzen“ Wohnstil. Man kann jedoch sagen, das die meisten Gothics, Elemente der Szene in Gestaltung und Dekoration der Wohnung einfließen lassen. Beliebte Möbelteile erinnern oft an Möbel aus der Renaissance und dem Barock. zum Beispiel: Thronstühle, prunkvolle Spiegel oder Betten mit eingearbeiteten Ornamenten. Meist sind die Möbel in schwarz gehalten, können aber auch in anderen Farben sein, je nach Geschmack. Oft steht in Wohnungen von Anhängern dieser Szene auch ein Sarg, welcher als Bett genutzt werden kann. Dies zeigt die Nähe der Gothics zur Thematik des Todes. Deren intensive Beschäftigung mit dem Sinn des Lebens führt unweigerlich zur Frage nach dem Ursprung und dem Ende allen Seins. Auch die Wände sind oft schwarz gestrichen um das Gefühl der Trauer und Abgeschiedenheit tagtäglich zu erfahren und zu fühlen. Bei der Dekoration werden meist Gegenstände aus Fantasie und Mystik genutzt, zum Beispiel: Drachen, Totenköpfe, Pentagramme, schwarze Engel usw. Die meisten Gothics orientieren sich bei der Wohnungseinrichtung nach einem Retro-und Vintagestyle.

Sehr beliebt sind Gegenstände mit auffälligen Ornamenten und Verzierungen. Auch Kerzenhalter sind meist in Gothichaushalten zu finden. Diese drücken ebenfalls den Hang zum Mittelater und alten Traditionen aus. Meist zieren Bilder von düsteren Gestalten oder auch vampirgleichen Frauen die Wände, wie zum Beispiel Bilder von der berühmten spanischen Künstlerin Voctoria Frances. Auch in der Gothic-Szene bekannt ist der spanische Künstler Luis Royo, der Vertreter der „Heroic Fantasy art“ ist. Zu seinen Hauptthemen gehören Frauen und eine düstere Endzeit. Gothics haben auch ihren eigenen Musikstil.Besonders dieser ist ein wesentlicher Faktor der Individualität und zugleich Abgrenzung nach außen und Gemeinsamkeit nach innen. Dunkle und schaurige Gitarren- oder Keyboardklänge, meist auch Dark-Metal und Mittelaltermusik, sorgen für Klangerlebnisse, die zu der gefühlten Lebenslage oder Emotionalität passen. Mittlerweile gibt es auch Onlineshops, die ausschließlich Möbel, Musik, Bücher, Kleidung und Dekoration im Gothicstil verkaufen und damit den Gothics die Möglichkeit geben ihren individuellen Wohn-und Lebenswünschen nachgehen zu können.

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