Wertung: 4 von 10

Der Werbetext für Gothika bezeichnet den Sound dieser Band als exzeptionelle Mischung aus 80er Jahre Popmusik und New Wave sowie New Romantic, Industrial und schlussendlich Gothic. Exzeptionell bedeutet laut Duden außergewöhnlich und genauer hätte ich es gar nicht ausdrücken können.


Gothika sind zwei äußerst androgyn wirkende Japaner in Uniform, die sich der elektronischen Musik der Gothicszene verschrieben haben. Nachdem 2007 die ursprüngliche Band Euthanasie sich aufgelöst hatte, entstand Gothika. Ob nun der Name an den 2003 erschienenen gleichnamigen Film angelehnt wurde, oder doch eher an dessen Anspielung auf die Horrorromane des 18ten Jahrhundert blieb mir verschlossen.

Jedenfalls hat diese außergewöhnliche Band am 23.10.09 ihr zweites Werk veröffentlicht, welches “ZeitGeist” heißt. Nach drei EP’s mit Euthanasie, einer EP mit Gothika und dann endlich einem vollen Album namens “120 Days Of Sodom” (2008) haben sich Gothika bereits einen gewissen Geheimtippstatus erspielt, rühmen sich mit gewissem, hohen Bekanntheitsgrad in Russland und schicken sich nun an, Europa zu erobern.

Wie lässt sich nun die Performance auf “ZeitGeist” beschreiben? Ich muss eindeutig zwischen Musik und Gesang unterscheiden. Musikalisch bieten Gothika eine satte Leistung, zweifellos unterhaltsam, tanzbar und abwechslungsreich.

Der Gesang aber bereitet mir eine Gänsehaut, keinesfalls aber eine positive. Zugegeben, die japanische Sprache ist oft gewöhnungsbedürftig oder enorm melodisch empfunden. Aber hier wird ein Kauderwelsch als Gesang präsentiert, der nach kurzer Zeit enorm nervtötend ist und “ZeitGeist” anstrengend macht. Für Menschen, die wenig japanisch gewöhnt sind, verschwimmen die Klänge zu einer undefinierbaren Akustikmasse und wirken wie das undefinierbare Gebrabbel von Säuglingen. Zugegebenermaßen gibt es japanische Bands, denen es deutlich gelingt emotionale Power in ihren Stimmen zu übertragen, diese hier gehört aber nicht dazu. Es wirkt gelangweilt und langezogen.

Wer jedoch zu den vielen, schwarz/pink/türkis gestreiften, emotionalen, nipponphilen Jugendlichen gehört, dem Visual Kei/Cosplay angehört oder einfach nur alles kauft, was aus Japan rüberschwappt, wird sicher seinen Spaß haben. Anderen kann ich diese Erscheinung nicht empfehlen.

Tracklist

  • 01. Overture
  • 02. Gusano
  • 03. Abattoir
  • 04. Precious Earth
  • 05. Papilio
  • 06. Master Sergeant
  • 07. Army March Drawn Sword Police
  • 08. Partisan
  • 09. Echolalia
  • 10. Titan
  • 11. Adonis
  • 12. Echolalia [Remixed By Suicidal Romance]
  • 13. Gusano [Biohazard-Mix By Ira-K Organisation]
  • 14. Echolalia [Remixed By Neon Synthesis]
  • 15. Army March Drawn Sword Police [0075-Mix By Dee Lee From 2 Bullet]
  • 16. Adonis (DJ RAM & SD Hard Porn Mix) Remixed by DJ RAM & SD
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