Und diese neue Garde nimmt uns wieder mit auf ein Abenteuer, das so abwechslungsreich ist wie die bunten Kostüme der Superhelden selbst. Zunächst ruft man mit „Calling the Choir“, einem schnellen und melodischen Song, der sofort ins Ohr geht, den Battle Choir zu den Bannern. Auch das darauf folgende „Now or Nevermore“ drückt ordentlich aufs Tempo und überzeugt durch einen klasse Refrain und starke Riffs. Auffällig ist hier vor allem die sehr melodische Ausrichtung des Songs. „Mornin Dew“ lädt dann zum Tanzen und Trinken ein und könnte auch fast als Soundtrack zum nächsten Pirates of the Carribean-Film durchgehen. Unterstrichen wird dieser Eindruck vor allem durch die kräftigen Männerchöre und das dominante Akkordeon.

Präsentieren sich die „neuen“ Grailknights auf „Calling the Choir“ zunächst sehr Power Metal-lastig so geht es in „Absence of Gravity“ musikalisch wieder zurück zu den Wurzeln. Hier beweist vor allem Sänger Sir Optimus Prime, dass er seine Death Metal-Stimme nicht verloren hat und immer noch harte Growls singen kann. Gekonnt werden die so entstehenden harten Strophen mit schon fast epischen Refrains verbunden. Ein klasse Song. Insgesamt kann man sich nicht dem Eindruck erwehren, dass unsere Krieger aus Grailham City dieses Mal ein besonderes Augenmerk auf die Mantel- und Degen-Thematik gelegt haben. Denn neben dem bereits erwähnten „Mornin Dew“ erzählen auch die schöne ruhige Ballade „Anna Lee“ und der „Sea Song“ von Schiffen, Meeren und Piraten. Letzterer Song sollte dem ein oder anderen schon von den Liveshows im letzten Jahr bekannt sein.

Zum Ende des Albums präsentieren sich die Grailknights dann noch mal von ihrer härteren Seite, denn mit „Far and away“ hat man wieder ein Stück, das stark an die Grailknights zu Melodic Death Metal-Zeiten erinnert. Fast schon brutal klingen die Screams am Anfang des Songs im Vergleich zu den vorherigen Stücken. Aber auch hier streuen die Jungs im Mittelteil wieder absolut partytaugliche Mitsing-Passagen ein, die auch live für ordentlich Stimmung sorgen werden. Und wie könnte man ein Superhelden-Metal-Album besser abschließen als mit dem Coversong „Holding out for a Hero“ von Bonnie Tyler. Hier zeigt sich noch einmal, dass sich die Grailknights auch wirklich für nichts zu schade sind und ziemlich viel Humor besitzen.

Insgesamt also eine super Platte, die ein Pflichtkauf für alle Fans der Band ist. Aber auch Party-Metaller, die auf Humpa-Melodien, Mitgröl-Hymnen, schnelle Riffs und treibende Beats stehen, sollten hier mal ein Ohr riskieren. Und auch wenn das Album ohne Songs der Marke „Nameless Grave“ oder „Moonlit Masquarade“ vielleicht nicht ganz an die Klasse der Vorgängeralben heran kommt, so melden sich Gralsritter damit doch eindrucksvoll zurück und machen Lust auf mehr.

Tracklist:

  • 01. Calling the Choir
  • 02. Now or Nevermore
  • 03. Mornin Dew
  • 04. Absence of Gravity
  • 05. Victorious
  • 06. Anna Lee
  • 07. Desert Star
  • 08. Sea Song
  • 09. End of the World
  • 10. Far and Away
  • 11. Holding out for a Hero (Bonus Track)