Wertung: 7 von 10

Old School Death Metal gibt es nicht nur aus dem Norden Europas oder den USA zu hören. Auch die Spanier verstehen etwas von altlastigem Schwermetallgeriffe. Die Mannen von Graveyard (auf keinen Fall mit den Retro-Rockern aus Schweden zu verwechseln) sind der lebende Beweis dafür und das aktuelle Album „The Sea Grave“ ist ein klares Statement der Spanier.


Der Death Metal-Geheimtipp von der iberischen Halbinsel hat sich für den zweiten Langspieler einige Zeit gelassen. Nach vier Jahren folgt mit „The Sea Grave“ der Nachfolger zu „One With The Dead“ von 2009. Das Ergebnis ist ein Brocken Todesmetall der alten Schule, der sich vornehmlich am Schwedentod der frühen 90er Jahre orientiert, aber auch einen gewissen Doom-Anteil aufweist, der an die Musik von Asphyx erinnert. Aber was könnte besser zu dem Konzept passen, welches sich die Spanier für ihren aktuellen Silberling zurechtgelegt haben: Inhaltlich beschäftigt sich „The Sea Grave“ mit dem Cthulhu-Mythos des Schriftstellers H.P. Lovecraft. Völlig losgelöst von irgendwelchen modernen Einflüssen oder ausgiebigem Griffbrettgefrickel gibt es donnerndes Death Metal-Getöse auf die Ohren, das an sich so gar nicht nach Spanien klingt. Man fühlt sich vielmehr an schwedische Bands erinnert. Der Sound ist deftig und stellenweise recht rumpelig. Genau so, wie man es für diese Art Metal mag. Das Album beginnt mit dem Song „The Visitations Of The Great Old Ones“ und dieser steht im Grunde genommen Pate für das, was Graveyard uns die gesamten 40 Minuten Spielzeit über um die Ohren pfeffern. Treibendes, düsteres Riffing, das hier und da mit langsamen Passagen durchsetzt ist, aber immer direkt den Kopf zum Nicken bringt. Weitere Anspieltipps sind „In Deep Slumber“ und das mächtige „Of He Who Sleeps“. Das Album ist durch ein Intro, ein kurzes Zwischenspiel zum Ende der Platte und einem Outro ein wenig gegliedert. Ist aber ansonsten musikalisch auf bereits bekannten Pfaden angesiedelt. Das, was Graveyard machen, das machen sie definitiv gut, und das besondere Schmankerl ist das düstere Konzept hinter den Songs, das Kennern des Cthulhu-Mythos die vom Sound gemalten Bilder noch mehr mit bösen, finsteren Details zu füllen vermag.

Hier wird nicht die Absicht verfolgt neue Klanggefilde auszuloten oder mit Extremen der Musik zu experimentieren, so wie es in moderneren Kreisen des Death Metal gepflegt wird. Graveyard schaffen es mit altbekannten, aber höchst wirksamen Mitteln Bilder im Kopf entstehen zu lassen und genau das ist es, was „The Sea Grave“ irgendwie besonders macht. Mit anderen Worten: Hier gibt es das kleine, gewisse Etwas. Das Zusammenspiel von Sound, Songs und Artwork (das Cover spiegelt das Gesamtkonzept wunderbar wieder) schafft ein rundum gelungenes Death Metal-Album, dem man ruhigen Gewissens als altbackenem Todesmetall-Anhänger das ein oder andere Ohr widmen kann.

Tracklist

  • 01. R’lyeh I
  • 02. The Visitations of the Great Old Ones
  • 03. Faces of the Faceless
  • 04. Blood of Vengeance
  • 05. In Deep Slumber
  • 06. The Nurturing of the Cadaver
  • 07. …And the Gods Grant Thee Death
  • 08. Who Art Thou, O Witch, That Seekest Me?
  • 09. Cult of the Shadows Pt. II: I Am the Lord of Spirits
  • 10. R’lyeh II
  • 11. Of He Who Sleeps
  • 12. R’lyeh III
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