Wertung: 7 von 10

Nennt es Industrial, nennt es Darkwave, nennt es Gothic Rock, oder einfach alles zusammen! Die Hamurger Kombo Grimm, deren Name doch eine starke Allusion auf ein sehr berühmtes Bruderpaar ist, bedient sich zwar auch der deutschen Sprache, hat aber mit Märchenerzählungen nicht viel gemein.


Vielmehr arbeitet das erste Opus Magnum der Band „Kalt wie Dein Herz“ mit gesellschaftskritischen Themen und tiefgründigen Texten, über die man mehr als einmal drüberlesen sollte.

Musikalisch gehen Grimm vorsichtig ausgedrückt in Richtung Rammstein, Depeche Mode und Schiller, auf der Basis von Industrial Klängen und einer großen Portion Electro. elf Tracks, die teilweise sehr abwechslungsreich sind, teilweise aber auch eher nicht sehr gut funktionieren werden gekürt von einem Hidden Track, der ca.3 Minuten nach dem letzten offiziellen Song des Albums anklingt und zu den Glanzleistungen gehört. Hätte dieses Lied einen Namen, würde es „Liebe Tod“ heißen, zumindest besteht der Refrain aus dieser Wortkombination und passt ansonsten wie die Faust aufs Auge. Die Ballade klingt so mal ganz anders als das „eigentliche“ Album. Es wird fast ganz auf Synthesizer und elektronische Elementen verzichtet und stattdessen klassische Instrumente eingesetzt, wie Piano und Streicher. Aber genug zur Krönung von „Kalt wie Dein Herz“.

Den Opener „Konsumier Mich“ kann man getrost als schlichten, aber gut tanzbaren Industrialsong mit Ohrwurmcharakter bezeichen. „Parasit“ macht in dem Tempo weiter und steckt an Qualität nicht zurück. Unterstützt wird Sänger Jan Sörensen von der Musicalsängerin Carina De Jesus, die im Grunde genommen einen guten Job macht. Wobei für meinen Geschmack manche Vocalpassagen ihrerseits zu viel des guten sind, wie beispielsweise bei „Liederjan“. „Feurio!“ gehört zu den Anspieltips des Albums. Ein düsteres Lied mit tiefem Gesang und schleppender Melodie, deren Energie sich im Refrain entlädt, bei dem man am liebsten mitsingen möchte.

Wer jetzt aber das Gefühl hat, dass sich das Album perfekt zum Tanze an einer Rabenschwarzen Nacht im Hyde Park Osnabrück eignet, denkt falsch. Denn die Songs werden langsamer, schwerer und zäher, weshalb man den Stil nicht als durchgängig Industrial bezeichnen kann.

Fazit:„Kalt wie Dein Herz“ ist ein sehr interessantes, abwechslungsreiches Album und gerade für ein Erstlingswerk erstaunlich gut und professionell produziert und komponiert. Die Stimme des Sängers passt perfekt zu der Musik, die Texte haben Inhalt und Qualität. Auch wenn das nicht unbedingt meine Musikrichtung ist, bin ich überrascht, dass mir dieses Album wirklich gut gefällt.

Tracklist

  • 01. Konsumier Mich
  • 02. Parasit
  • 03. Feurio!
  • 04. Tanzen
  • 05. Schön
  • 06. Ameisen
  • 07. Prophet
  • 08. Energie
  • 09. Tiefer
  • 10. Zuckerkuss
  • 11. Liederjan

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