Wer GWAR kennt, der hat auch schon von den extrem blutigen Bühnenshows dieser geisteskranken Amerikaner gehört. Aber glaubt mir, ihr wisst erst dann was Sache ist, wenn ihr live dabei wart: wenn ihr in vorderster Reihe gestanden habt und euch das Blut in rauen Mengen ins Gesicht geklatscht ist, wenn ihr durchnässt worden seid von den Körperflüssigkeiten sterbender Kreaturen – völlig nebensächlich dass es sich dabei um Kunstblut handelt, und die massakrierten Viecher allesamt aus Kunststoff und Pappmaché bestehen.

Für zartbeseitete dürfte das ganze dennoch ein ziemlicher Schock gewesen sein, denn vor allem die Innereien und die Innenansichten auf so machen ausgeweideten Körper wirkten ziemlich echt und vor allem eklig. Man befand sich quasi in einem Live-Horrorfilm, wenn man auf Horror steht ist das ein echt geiles Erlebnis! Alleine schon die Bühnenshow wäre mir 20 € Eintritt wert gewesen, aber natürlich war da auch noch die Musik, und von der gab es ebenfalls reichlich.

Von neun bis halb elf wurde gespielt (eigentlich sollte das Konzert um 20:00 Uhr beginnen, aber was soll’s), hauptsächlich Songs von der aktuellen Scheibe „War Party“, aber auch ein paar alte Schätze von den Alben „Scumdogs of the Universe“ und „America Must Be Destroyed“ – allesamt Kracher, die in das aktuelle musikalische Konzept (Thrash/Neo-Thrash) der Band passen. Zwischendurch ständig Metzeleinlagen, aufs Schafott geführt wurden die Plastikversionen zahlreicher bekannter Persönlichkeiten, die stets passend zum Song ausgewählt waren. Nur um ein paar zu nennen: Arnold Schwarzenegger – tranchiert, Paris Hilton – geschlachtet, Osama bin Laden – ausgeweidet, George W. Bush – entmannt.

Der Sound war übrigens durchgängig hervorragend, live klingen GWAR noch eine ganze Nummer härter, was mir sehr gut gefallen hat.

Das Publikum im gut gefüllten „Hyde Park“ ging ziemlich ab, pogte herum und ließ sich begeistert mit vergossenen Lebenssäften zuspritzen. Einige wagten es sogar, inmitten dieser roten Fontänen Stagediving zu betreiben. Viele hatten sich gezielt weiße T-Shirts angezogen, am Ende des Abends waren diese dann völlig rot gefärbt. Um ein bisschen Abwechslung ins Farbenspiel zu bringen, spuckte zwischenzeitlich ein eklig mutiertes Baby Erbrochenes ins Publikum, typischerweise war das Zeug grün.

Der absolute Wahnsinn war erreicht, als Oderus Urungus, der Sänger der Band, damit anfing, an seinem riesigen, behaarten Monster-Penis herumzureiben, und anschließend eine volle Ladung Ejakulat in die Menge wichste. Hatte ich eigentlich erwähnt dass ich in der ersten Reihe stand? Ich hab das Zeug mitten ins Gesicht bekommen. Das mag jetzt vielleicht ein bisschen eklig klingen, aber ich sage euch, so einen Spaß hatte ich schon lange nicht mehr!

Nach sage und schreibe 18 Songs ging das Konzert dann zu Ende, ein blutigeres wird Osnabrück wohl nicht sehen.

Vor der Bühne stand die rote Suppe knöchelhoch, das Publikum – vollständig durchnässt. Als das Licht anging sah es aus wie im Schlachthaus. Noch während die Techniker ihre Hardware abbauten und das „Hyde Park“-Personal damit beschäftigt war, das Blut zu entfernen, wurden die ersten Gothics eingelassen – schließlich war es ja Donnerstag, im Park ging es gleich weiter mit düsterer Musik. Ich glaube, die armen Grufties haben sich ganz schön erschrocken was GWAR da mit ihrem „Hyde Park“ angestellt haben…

Fazit:

Geiler Sound, geile Beleuchtung, geile Band und die blutigste Bühnenshow die ich je gesehen habe. Und das alles Dank dem osnabrücker Konzertveranstalter-Urgestein Carlo Korte, der wieder einmal eine der bekanntesten Bands in unser Städtchen gebracht hat. Danke Carlo!