Nur wenige Bands haben die Power Metal Szene im letzten Jahrzehnt derart geprägt wie Hammerfall. Anfangs noch belächelt hat sich die Band stetig weiterentwickelt und kann mittlerweile auf eine fast zwanzigjährige Geschichte und 7 Studioalben zurückblicken. Dabei ist die Band stets authentisch und ihrem Stil treu geblieben. Um ihr neues Album „Infected“ zu promoten luden die Schweden zu zwei exklusiven Pre-listening shows inklusive vollem Live-Set ein. Diese fanden in Hamburg und Osnabrück statt und wurden vom Headbangers Ballroom veranstaltet.


Etwa 300 Leute warten schon vor dem Ballroom als der Einlass um kurz nach Acht mit leichter Verspätung beginnt. Hervorzuheben ist hier auch die große Anzahl auswärtiger Fans, die es sich nicht nehmen lassen bei dieser einmaligen Gelegenheit dabei zu sein. Am Eingang gibt es gratis Patches und Pins und ein eigens für diesen Abend produziertes Shirt. Mit 15 Euro pro Stück ist der Preis durchaus fair.

Etwa eine halbe Stunde später wird es das erste Mal an diesem Abend richtig laut, als Leadsänger Joacim Cans die Bühne betritt und die Anwesenden begrüßt. Da heute Abend ja das neue Album vorgestellt werden soll, wurde auf einen Support-Act verzichtet. Stattdessen ballert kurze Zeit später das düstere Intro von „Infected“ aus den Boxen. Das Album beginnt ein wenig schleppend und man erkennt sofort, dass Hammerfall hier eine neue Richtung einschlagen. Die für Hammerfall typischen hymnenhaften Chöre und Bombast Attacken hört man nur vereinzelt heraus. Die Stücke wirken insgesamt düsterer und schneller und sind geprägt von einem harten Riffing welches mitunter an Accept oder Rammstein erinnert. Für mich ist das Album etwas gewöhnungsbedürftig, es bedarf jedoch noch einer genaueren Untersuchung, bevor hier ein abschließendes Urteil gefällt werden kann. Die Gesamtspieldauer ist mit etwa 60 Minuten ganz ordentlich.

Nun aber zum eigentlichen Höhepunkt des Abends, dem Live-Set.

Nach dem kurzen Intro, welches im ersten Stück des Abends „Threshold“ mündet, betritt die Band die Bühne und wendet sich sofort dem Publikum zu, welches schwer begeistert ist. Die Stimmung ist ausgelassen und Hammerfall haben leichtes Spiel die Meute in Bewegung zu bringen. Die Band ist gut drauf und zu Späßen der Marke: „according to the Poster on the door, we must be Hammerfall….“ aufgelegt. Der Sound ist druckvoll und ordentlich abgemischt, die Lightshow zwar nicht außergewöhnlich aber solide.

Es folgt eine bunte Mischung von älteren sowie neueren Stücken welche allesamt fett abgefeiert werden, bevor das erste Stück vom neuen Album „Let’s Get It On“ vorgestellt wird. Sänger Joacim Cans animiert die Fans zum mitklatschen, jedoch will der Funke noch nicht so recht überspringen. Irgendwie scheint das Publikum sich erst noch an die neue stilistische Ausrichtung gewöhnen zu müssen. Der sonst durchweg guten Stimmung tut dies aber keinen Abbruch. Das ist sicherlich auch auf die gute Songauswahl und die Tatsache, dass Hammerfall in ihrer Karriere noch kein wirklich schlechtes Album abgeliefert haben zurückzuführen.Im Zugabenblock folgt dann noch das obligatorische „Hearts On Fire“ und die Single Auskopplung vom neuen Album „One More Time“, welches sehr gut ankommt.

Alles in allem also ein gelungener Abend. Gute Stimmung, guter Sound, gute Preise und eine gut aufgelegte Band. Positiv ist außerdem zu bewerten, dass die Band nach dem Konzert noch für Autogramme, Fotos und kleine Gespräche zur Verfügung stand.

Die Setlist:

  • Threshold
  • Riders Of The Storm
  • The Dragon Lies Bleeding
  • Blood Bound
  • Any Means Necessary
  • Let’s get it on
  • Heeding The Call
  • Last Man Standing
  • Punished & Enslaved
  • Renegade
  • Let The Hammer Fall

  • One More Time
  • Hearts On Fire

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