Dem Handel mit Devisen, kurz: Devisenhandel, begegnen die meisten Menschen in ihrem Leben. Dabei wird der Wert einer Währung ermittelt und in eine andere umgerechnet. Möchte ein europäisches Unternehmen amerikanisches Bier kaufen, so muss es in US-Dollar bezahlen. Hierzu geht das Unternehmen an den Devisenmarkt, tauscht Euro gegen US-Dollar zum aktuellen Wechselkurs und bezahlt den Bierhändler in US-Dollar. Daneben nutzen Finanzinstitutionen und Privatpersonen Devisen als Anlagemöglichkeit.

In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie über das Thema Devisen und Devisenhandel wissen müssen.

1. Was sind Devisen?

Devisen sind Zahlungsmittel in einer fremden Währung in Form von Buchgeld. Die Zahlungsmittel umfassen bargeldlose Forderungsrechte wie Wechsel oder Reiseschecks. Devisen verkörpern eine Kaufkraft in einer ausländischen Währung und stellen somit eine sofortige Geldzahlung in dieser dar.

Devisen unterscheiden sich von Sorten. Der Begriff »Sorten« bezeichnet Bargeld, das außerhalb des Währungsraumes zirkuliert, indem es gesetzlich zugelassen ist. Beispielsweise können deutsche Touristen in der Türkei, in der das gesetzliche Zahlungsmittel die türkische Lira ist, häufig mit Euro bezahlen. Devisen verkörpern zwar ebenfalls eine Kaufkraft in der ausländischen Währung, sind allerdings kein Bargeld.

Handel mit Indizes: Warum sollte man in Devisen investieren?

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2. Was ist der Devisenmarkt?

Der Finanzmarkt ist in drei Teilmärkte aufgeteilt: Geld-, Kapital- und Devisenmarkt. Auf dem Devisenmarkt werden Devisen zu einem ausgehandelten Wechselkurs getauscht. Der Tausch der Währungen erfolgt in Form von Buchgeld. Der Devisenmarkt wird von Tradern auch Forex genannt. Forex steht für »Foreign exchange market«, zu Deutsch: Fremdwährungsmarkt.

Auf dem Devisenmarkt wird inländisches in ausländisches Geld umgewandelt. Zu den Marktteilnehmern gehören Kreditinstitutionen, Handelshäuser, Unternehmen und Privatpersonen. Zentralbanken und Staaten können ebenfalls am Marktgeschehen teilnehmen, um den Wechselkurs zu regulieren. Die Volksrepublik China nutzt Devisenmarktinterventionen als wirtschaftspolitisches Instrument. Die amerikanische Zentralbank Fed und die Europäische Zentralbank EZB greifen selten in den Devisenmarkt ein.

Der Devisenmarkt ist nicht lokalisierbar. Es handelt sich um einen dezentralen, globalen Markt. Die Marktteilnehmer handeln entweder direkt untereinander oder nutzen Handelsnetze.

3. Wie funktioniert der Devisenhandel?

Der Käufer erwirbt eine Währung zu einem bestimmten Wechselkurs. Beispielsweise tauscht er US-Dollar gegen Yen oder Euro gegen US-Dollar. Die Wechselkurse werden in Währungspaaren angegeben. Die Ausgangswährung steht an der ersten Stelle und die Zielwährung folgt. EUR/USD bedeutet demzufolge, dass Euro in US-Dollar getauscht werden. Da die Währungspaare festgelegt sind, gibt es den Wechselkurs »USD/EUR« nicht.

Der Wechselkurs gibt an, wie hoch der Wert einer Währung in einer anderen Währung ist. Liegt der Wechselkurs von EUR/USD bei 1,22, ist 1 Euro 1,22 US-Dollar wert. Das Prinzip von Angebot und Nachfrage lenkt den Wechselkurs. Investieren viele Anleger in den Euro, so steigt der Wert der Währungseinheit und andersherum.

4. Vorteile von Devisenhandel

Der Handel mit Währungen ist für viele Anleger eine beliebte Investitionsmöglichkeit. Dafür gibt es zahlreiche Gründe.

Unabhängigkeit von Raum und Zeit

Der Händler kann von überall auf das digitale Marktgeschehen zugreifen und handeln. Es gibt keinen festen Handelsplatz wie die Frankfurter Börse oder Londoner Börse. Daher rührt die zeitliche Ungebundenheit. Währungen werden so lange gehandelt, wie eine Börse geöffnet hat. Daher kann werktags jederzeit gehandelt werden.

Märkte sind zu konkreten Zeiten aktiv. Ist in Asien Handelstag (23:00 bis 8:00 GMT), wird der japanische Yen (JPY) stark gehandelt. Dasselbe trifft auf die europäische (7:00 bis 16:00 GMT) und amerikanische (12:00 bis 20:00 GMT) Handelssitzung zu, in denen der Euro oder der US-Dollar stark gehandelt werden.

Handelbar in beide Richtungen

Jedes Währungspaar lässt sich in beide Richtungen handeln. Der EUR/USD kann sowohl gekauft als auch verkauft werden. Dem Forex-Trader ist es egal, ob ein Wert fällt oder steigt. Er verdient auch an einer Finanzkrise, wenn er den entsprechenden Wert verkauft.

Den Hebel nutzen und die Gewinne maximieren

Mit einem Hebel hat der Anleger die Möglichkeit, ein Vielfaches des eigenen Geldes zu investieren. Liegt der Hebel bei 1:500, investiert der Anleger das 500-Fache. Dadurch kann der Marktteilnehmer auch von kleinen Bewegungen profitieren. Ein so hoher Hebel findet ausschließlich beim Devisenhandel Verwendung. Beim Kaufen von Aktien bieten Banken meist keine Hebel-Option an. Indizes oder Rohstoffen werden mit einer niedrigeren Hebel-Option angeboten.

Der Vorteil eines hohen Hebels, die Maximierung des Gewinns, kann gleichermaßen ein Nachteil sein. Daher hat die europäische Aufsichtsbehörde ESMA 2018 entschieden, dass Broker höchstens einen Hebel von 1:30 für die Hauptwährungspaare und einen Hebel von 1:20 für die Nebenwährungspaare anbieten dürfen. Die Einschränkung betrifft Anleger; für professionelle Anleger gelten andere Bestimmungen.

Mit einem Hebel von 1:30 verfügt der Devisenmarkt über den derzeit höchstmöglichen Hebel.

Der größte Markt der Welt ist immer in Bewegung

Das durchschnittliche Handelsvolumen des Devisenmarktes liegt bei 5 Billionen US-Dollar pro Tag. Damit ist der Währungsmarkt der größte Markt der Welt. Für Händler ist das reizvoll, da sie an den Bewegungen des Kurses verdienen. Die Devisenmärkte stehen niemals still. Die hohe Volatilität bietet Händlern viele Einstiegsmöglichkeiten in den Markt. Daher ist Forex für Daytrader geeignet.

Die Hauptwährungspaare sind besonders volatil. Die sechs Hauptwährungspaare sind: EUR/USD, GBP/USD, AUS/USD, USD/CAD, USD/CHF und USD/JPY. Nach dem US-Dollar wird der Euro am häufigsten gehandelt.

Geringe Einstiegsbarrieren

Die meisten Forex-Broker erheben nur eine geringe oder keine Ordergebühr. Es gibt keine Kontoführungsgebühr. Manche Anbieter erheben allerdings einen kleinen Aufschlag auf den Spread.

Die Kontoaktivierung ist bei den meisten Brokern einfach. Die Mindesteinzahlung ist niedriger als beim Handel mit Aktien oder Indizes.

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5. Wie und wo können Devisen gehandelt werden?

Devisen werden an der Börse gehandelt. Die meisten Trader nutzen einen Broker, um einen Zugang zur Börse zu erhalten. Der Trader erwirbt beim Broker das Recht auf die jeweilige Währung.

Es gibt verschiedene Online-Broker, die den Handel mit Devisen anbieten. Bei der Auswahl eines passenden Anbieters sollte beachtet werden, dass dieser seriös ist. Informationen zum Broker, wie Telefonnummern oder andere Kontaktmöglichkeiten, sollten problemlos gefunden werden. Der Broker sollte zudem durch eine bekannte Regulierung überwacht werden und über die entsprechenden Lizenzen verfügen.

Um zu handeln, muss sich der Trader beim Broker anmelden und Geld auf das Handelskonto überweisen. Anschließend kann derjenige die Währungspaare handeln.

Es gibt verschiedene Handelsinstrumente. Der Wert kann sofort ge- oder verkauft werden. Der Trader kann eine Pending-Order einstellen, wodurch der Wert gehandelt wird, wenn der Kurs einen definierten Marktpreis erreicht hat. Der Handel mit Optionen ist ebenso möglich.

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Autor: Xänder


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