Die Frage, was ein ETF ist, lässt sich schnell beantworten: ETF steht für Exchange Traded Fund und bezeichnet einen an der Börse gehandelten Investmentfonds. Natürlich bleibt diese kurze Antwort eine ausführlichere Erklärung schuldig. Um ein erstes Verständnis zu entwickeln, was ETF‘s eigentlich sind, muss erst einmal auf die Struktur der Finanzmärkte eingegangen werden:

Börsengehandelte Fonds – Was sind ETF‘s?

Geben Unternehmen Finanzinstrumente wie Aktien oder Anleihen aus, geschieht dies auf dem sogenannten Primärmarkt. Dieses Marktsegment ist der Teil des Finanzmarktes, auf dem Marktteilnehmer Finanzinstrumente nach dessen Ausschüttung, auch Emission genannt, erstmalig erwerben können. Der bekannteste und gleichzeitig am besten organisierte Primärmarkt ist die Wertpapierbörse. Unternehmen schütten Aktien aus und Käufer können diese dann erwerben. Doch der Primärmarkt ist längst nicht das einzige und größte Segment des Finanzmarktes.

Handel mit Indizes: Warum sollte man in ETFs investieren?

Handel mit ETFs: Warum sollte man in ETFs investieren?

An Marktvolumen übertroffen wird der Primärmarkt vom Segment des Sekundärmarktes. Hier werden Finanzinstrumente nicht ausgeschüttet und direkt vom Emittenten, also dem Herausgeber der Wertpapiere oder ähnlich gearteter Urkunden, erworben, sondern bereits in Umlauf gebrachte Papiere gehandelt. Der Sekundärmarkt ermöglicht es Anlegern und Investoren also, Wertpapiere zu verkaufen oder anderen Marktteilnehmern abzukaufen. Der Primärmarkt fungiert somit als Voraussetzung für den Sekundärmarkt, ähnlich wie die Warenproduktion Voraussetzung für den Handel mit den hergestellten Waren ist.

Das „natürliche“ Habitat der ETF‘s ist der Sekundärmarkt. Als börsengehandelter Fonds werden sie zwar von Investmentgesellschaften zusammengestellt, indem diese Geld von Anlegern sammeln und investieren, doch in der Regel nicht von den Gesellschaften direkt erworben. Stattdessen findet der An- und Verkauf auf dem Sekundärmarkt statt. Dies geschieht so: Als Investmentfonds bestehen ETF‘s aus einer Bündelung verschiedener Anlageklassen, die in einem Paket zu verschiedenen Anteilen zusammengefasst sind. Diese Anlageklassen können Rohstoffe, Immobilien, Edelmetalle oder Wertpapiere sein, in die in unterschiedlichem Verhältnis zueinander investiert wird und als Ganzes ein Finanzkonstrukt binden, dass der Kapitalanlage dient. Investmentfonds stellen somit eine Art Sammelstelle für Anlagegelder dar. Anteile an diesen Fonds können nun wie Aktien oder Wertpapiere an der Börse gehandelt werden.

ETF‘s näher betrachtet

Es lohnt, sich genauer mit börsengehandelten Fonds auseinanderzusetzen. Die älteste Form börsengehandelter Fonds sind sogenannte Indexfonds. Die Idee dazu kam, wie so viele andere auch in der Finanzwelt, aus den USA. Hier stellte der im Jahre 1970 von der Vermögensverwaltung State Street auf den Markt gebrachte Standard and Poor‘s Despositary Receipt (SPDR abgekürzt und liebevoll Spider genannt) den ersten Indexorientierten Investmentfonds dar. Indexfonds sind aus Wertpapieren bestehende Anlagepakete, deren Zusammensetzung von einem Börsenindex bestimmt sind. Börsenindizes beziehen sich auf eine bestimmte Auswahl aller an der Börse gehandelten Aktien. Diese Auswahl unterliegt Zugangskriterien und wird als Börsensegment bezeichnet. Die bekanntesten Börsenindizes sind der DAX (Deutscher Aktien Index), der Dow Jones (kurz für Dow Jones Industrial Average, auch als DJIA abgekürzt) oder der Nikkei (Nikkei Heikin Kabuka / Nikkei 225) aus Japan. In diesen Indizes sind die jeweils kursstärksten Aktien bzw. größten Unternehmen der jeweiligen Länder gebündelt.

Diese genannten Börsenindizes sind zwar die bekanntesten, aber längst nicht die einzigen. Je nach Sachgebiet gibt es eine Vielzahl anderer Indizes, die insgesamt den gesamten Börsenmarkt segmentieren. Dies schafft Übersicht und erleichtert es Anlegern dadurch, gezielt investieren zu können. Hier setzen die Indexfonds an: Soll ein ETF beispielsweise den DAX abbilden, so ist in diesem Falle das Anlagevermögen anteilig gemäß der aktuellen Kurse in die darin aufgeführten Aktien investiert. Die Verwaltung eines solchen Fonds findet also passiv durch die Entwicklung des nachgebildeten Index statt. Auch wenn Indexfonds die vielleicht häufigste Form der ET-Fonds darstellen, sind sie nicht deren einzige. Im Allgemeinen ist es möglich, die im Fonds verzeichneten Titel nach unterschiedlichen Kriterien zu selektieren, wovon die Möglichkeit, einen Index als Vorlage zu nehmen, nur eine darstellt. Der große Gegenentwurf zu indexbasierten Fonds sind deshalb aktiv verwaltete Fonds. Hier wählt ein Verwalter die Titel des Fonds aktiv aus. Dabei soll nicht nur einfach ein bestimmtes Börsensegment abgebildet werden, sondern durch aktive Handelstätigkeit an Rendite übertroffen werden. Grundlage der Entscheidungen wie und wo investiert wird, bilden bei aktiven Fonds wie im Aktienhandel auch, Methoden wie etwa die Fundamentalanalyse, die aus wirtschaftlichen Kennzahlen die mögliche Renditeentwicklung der Wertpapiere vorauszusagen versucht oder die Technische Analyse, deren Prognosen mit der Kursentwicklung arbeiten.

Durch die Bündelung verschiedener Aktien in den ETF‘s sind Anleger vor einzelnen Einbrüchen besser geschützt als bei Einzelaktien oder einem beliebig zusammengestellten Portfolio. Doch wie sieht es allgemein mit der Sicherheit dieser Fonds aus? Zuerst eine gute und grundsätzliche Nachricht: ETF‘s werden als Sondervermögen getrennt vom sonstigen Unternehmensvermögen einer Investmentgesellschaft verwahrt und können damit im Falle einer Insolvenz nicht Teil der Insolvenzmasse werden. Anteile an ETF‘s sind damit geschützt vor eventuellem Zugriff durch Gläubiger. Diese Eigenschaft verbindet alle Investmentfonds. Abseits davon, steckt, was die Sicherheit der börsengehandelten Fonds betrifft, der Teufel im Detail. Da es neben den indexbasierten auch aktiv verwaltete Fonds gibt, hängt bei diesen viel von der Kompetenz der Verwaltung ab. Zwar können aktiv verwaltete Fonds, wie bereits erwähnt, beliebige Indizes theoretisch schlagen, doch in der Praxis findet dieses nur selten statt. Im Schnitt sind weniger als 20 % der aktiv verwalteten Fonds stärker als der vorbildgebende Index und erzielen eine Überrendite. Ein weiteres, sehr technisches Sicherheitsdetail mit großen Einfluss ist die Art der sogenannten Replikation. Hinter diesem Wort steckt zwar lediglich die einfache Idee, einen Index möglichst genau abbilden zu wollen, doch wie dies tatsächlich verwirklicht wird, kann auf zwei unterschiedliche Weisen passieren. In der physischen Replikation erwirbt die Investmentgesellschaft tatsächlich alle Titel des abgebildeten Index. Diese Abbildungsform wird daher auch mitunter als direkte oder vollständige Replikation bezeichnet. Die zweite Form der Replikation ist die synthetische Replikation. Hier werden die Wertpapiere lediglich indirekt vom ETF-Anbieter über einen weiteren Vertragspartner erworben. Vom Aspekt der Sicherheit ist die erste Replikationsform vorzuziehen, da die Sicherheit im Falle der synthetischen Replikation von einem zusätzlichen Vertragspartner abhängt.

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Handeln mit ETF‘s

Der Name ist bei den ETF‘s Programm: Exchange bezeichnet sowohl Austausch als auch Börse. Für den Erwerb eines ETF-Anteils wird lediglich ein Wertpapierdepot benötigt. Ist dies vorhanden, können ETF‘s mittels der Wertpapierkennnummer (WKN) und der ISIN wie Aktien eindeutig identifiziert, aufgefunden und gehandelt werden. Kauf und Verkauf der börsengehandelten Fonds funktionieren ebenfalls wie bei Aktien und wie diese können sie börslich oder außerbörslich gehandelt werden. Dazu können Anleger für den börslichen Handel Handeslplätze wie Xetra oder die unterschiedlichen Börsen nutzen, für den außerbörslichen Handel stellen Online-Broker eigene Handelsplätze zur Verfügung.

Fazit:

ETF‘s stellen für Privatanleger gut handhabbare Finanzinstrumente dar. Vor allem indexbasierte Fonds sind kostengünstig und transparent, können aber selbstverständlich den ihnen zugrundeliegenden Index nicht übertreffen. Aktiv verwaltete ETF‘s können den Markt durch Überrendite schlagen, doch dazu sind hohe Kompetenz der Fondsverwaltung und vielleicht etwas Glück nötig.

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Autor: Xänder


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