Der Deutsche Aktienindex (DAX) gehört sicherlich zu den bekanntesten Begriffen aus dem Bereich Wirtschaft und Börse. Auch wenn nicht allen klar ist, worum es dabei genau geht, gibt es doch meist eine Ahnung davon, dass es sich dabei um eine wichtige Kennziffer für die wirtschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik handelt. Doch was hat es mit dem DAX als speziellen Index und Indizes im Allgemeinen auf sich?

Mit Indizes den Markt verstehen – Was sind Indizes?

Der DAX ist ein sogenannter Börsenindex und dient als Parameter der Darstellung der Veränderung eines bestimmten Marktsegmentes. Was zuerst kompliziert klingen mag, basiert auf einer leicht nachvollziehbaren Idee. Märkte lassen sich nach bestimmten Kriterien aufteilen, man spricht dabei auch von Marktsegmentierung. Zum Beispiel könnte der Marktbereich „Alle Anbieter von Äpfeln in der Stadt XY“ definiert werden. Das fiktive Marktsegment würde dann alle Unternehmen und Privatanbieter innerhalb der betreffenden Stadt umfassen, die Äpfel auf dem Markt anbieten, gleich sonstiger Unterschiede. Genauso könnten aber auch die umsatzstärksten Unternehmen oder die größten Arbeitgeber der Region zusammengenommen werden. Marktsegmente sind also nach bestimmten Anforderungen vorgenommene Unterteilungen von Gesamtmärkten zum Zwecke der Übersicht und Informationsgewinnung in betrachteten Bereichen.

Ähnlich geht es an der Börse zu. Hier werden in den Indizes ausgewählte Aktien zusammengefasst, die ein bestimmtes Marktsegment abbilden. Der DAX umfasst beispielsweise als Index die Aktien und ihre Wertentwicklung der 30 wichtigsten deutschen Unternehmen. Als wirtschaftliche Kennzahlen spielen Indizes zur Übersicht ganzer Wirtschaftsbereiche eine wichtige Rolle. Auf einen Blick können sie Veränderungen von Branchen, ganzer Volkswirtschaften oder gar globaler Märkte abbilden.

Indizes genauer betrachtet

Um die Bedeutung von Börsen-Indizes zu verstehen, ist die Betrachtung einiger gängiger Indizes hilfreich. Wie bereits erwähnt, sind die Kriterien der Marktunterteilung innerhalb eines sinnvollen Rahmens beliebig. Entsprechend vielfältig präsentiert sich inzwischen die Index-Landschaft an der Börse: Sogenannte All-Share-Indizes dienen zur Abbildung eines gesamten Marktes in einer einzigen Kennzahl. Ein solcher Index ist der HDAX. Hier werden die Aktienkurse von 110 deutschen Unternehmen zusammengefasst, die damit beinahe die ganze Volkswirtschaft der BRD abdecken. Daneben gibt es aber auch kleinere Indizes, die als Auswahlindizes bezeichnet werden. Die Anforderungen zur Aufnahme in diese Auswahllisten können Marktkapitalisierung oder ein Mindestumsatz sein. In Bezug auf deutsche Indizes sind neben dem Dax noch der MDAX und der TecDAX als Beispiele solcher Auswahlindizes zu erwähnen.

Auswahlindizes die jeweils die wichtigsten Unternehmen eines Landes abbilden, werden Länderindizes genannt. Der DAX gehört ebenso zu dieser Indexkategorie wie der bekannte Dow Jones aus den USA oder der Nikkei 225 aus Japan. Diese Auswahl an Aktien der jeweiligen Länder geben effizient und hinreichend genau Auskunft über die wirtschaftliche Verfassung des Landes. Es sind aber auch noch umfangreichere repräsentative Indizes möglich. Von einem Regionen-Index wird gesprochen, wenn die Aktien mehrerer Länder oder Wirtschaftsräume zusammengefasst werden. Der STOXX 600 Europe repräsentiert den Wirtschaftsraum Europas durch die 600 größten Unternehmen. Aber auch noch größere Einheiten können sinnvoll gebündelt werden. Der MSCI World erreicht mit seinen 1600 Aktientiteln aus 23 Nationen ein globales Ausmaß und verschafft in einem einzigen Index ein gutes Bild der wirtschaftlichen Verfasstheit der großen Industrienationen. Hier zeigt sich dann eindeutig die Stärke von Indizes als effiziente Informationsinstrumente.

Neben diesen topografisch geprägten Indizes existieren noch Branchen- und Strategie-Indizes. In den erstgenannten werden einzelne Branchen oder Sektoren versammelt. Dahinter steckt die Idee, dass sich Branchen grundsätzlich in zyklische und nicht-zyklische Sektoren aufteilen lassen. Bestimmend für diese Zuordnung sind jahreszeitliche Schwankungen einzelner Wirtschaftsbereiche von Auf- und Abschwung, sogenannte Konjunkturzyklen. Manche Branchen unterliegen jahreszeitlichen Einflüssen. Beispiel Energiewirtschaft: Hierzulande wird im Winter vielleicht mehr Heizenergie verbraucht, in südlichen Ländern werden im Sommer stromfressende Klimaanlagen betrieben. Der Energieverbrauch schwankt saisonal. Andere Branchen sind nicht derart konjunktursensibel. Gesundheitsleistungen oder Basiskonsum verhalten sich weitaus stabiler über die Jahreszeiten hinweg. Branchen-Indizes versuchen diese Branchen jeweils adäquat zu bündeln.

Eine abstraktere Variante der Indexbildung sind Strategie-Indizes. Diese zielen vor allem darauf ab, bestimmte Anlagestrategien zu unterstützten. Diese Strategien können sich auf wirtschaftliche Aktivitäten innerhalb des Wirtschaftskreislaufes beziehen. Ein Repräsentant der Strategie-Indizes ist der DAXplus Export Strategy Index, der zehn deutsche Unternehmen aus DAX und MDAX auswählt, deren Schwerpunkte in der Exportwirtschaft liegen. Ebenfalls geeignet, um ein strategisches Investment zu unterstützten, ist der DivDAX der Frankfurter Börse. In diesem Index sind die 15 dividendenstärksten DAX-Titel zu finden.

Indexbasierter Handel

Indizes untergliedern die Märkte also nach definierten Kriterien. Die so gewonnenen Segmente werden anhand einer Kennziffer beschrieben, die wirtschaftliche Entwicklungen erfasst. Im Falle der Börsenindizes bezieht sich diese Beschreibung auf die Kursentwicklung innerhalb eines Zeitraumes. Ziel ist eine Marktübersicht und Informationsgewinnung. Dies kann dem Aktien- und Wertpapierhandel zugutekommen:

Es ist zwar nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren, da dieser lediglich eine abstrakte Zusammenfassung verschiedener Aktien-Titel ist, dennoch gibt es indirekte Möglichkeiten, in Finanzprodukte zu investieren, die indexbasiert aufgebaut sind. Die bekannteste Methode stellen hier wohl die ETF‘s dar. ETF steht für Exchange Traded Fund, also börsengehandelter Fonds und bezieht sich genau genommen sowohl auf aktiv wie auf passiv verwaltete Fonds. Die Mehrzahl der ETF‘s sind jedoch passiv verwaltete Fonds, die direkt einen Zielindex abbilden. Das bedeutet, dass die in den Fonds investierte Summe in die Titel des vorbildgebenden Index gemäß ihrer Kurse aufgeteilt ist. Die Wertentwicklung ist an einen Basisindex gebunden, was eine aktive Verwaltung überflüssig macht und so zu einer günstigen Kostenstruktur und höheren Transparenz führt. Ein weiterer Vorteil dieser Investitionsvariante ist die breite Streuung über das Marktsegment in einer einzigen Investition. Einzelne Kursschwächen fallen dadurch nicht so stark ins Gewicht, da sie oft durch starke Kurse innerhalb des Index wieder ausgeglichen werden.

Aber auch im Bereich der aktiv verwalteten Fonds können Indizes hilfreiche Dienste leisten. Hier steht vor allem ihre informative Eigenschaft im Vordergrund. In der passiven Investmentvariante hängt die Rendite von der Qualität und der Ausrichtung des zugrundeliegenden Index ab. In der aktiven Verwaltungsvariante versuchen Fondsmanager durch ihre Anlageentscheidungen oftmals den Index zu schlagen, das heißt mehr Performance zu erzeugen als die zusammengenommenen Titel des Vergleichsindexes. Die jeweils zugrundeliegenden Indizes bilden somit einen Vergleichsmaßstab, um die Wirkung der eigenen Handelsaktivitäten einschätzen zu können. Dies wird auch als Benchmark-Eigenschaft der Indizes bezeichnet. Theoretisch ist es zwar durchaus möglich, jeden beliebigen Index zu schlagen, praktisch ist allerdings zur Vorsicht geboten. Nur selten gelingt es tatsächlich, den zugrundeliegenden Vergleichsindex dauerhaft zu überflügeln.

Neben den aktiven und passiven Fonds-Varianten ist es weiterhin möglich, über derivative Finanzprodukte in einen Index zu investieren. Hierzu werden Optionsscheine oder Index-Futures gezählt, die auf eine bestimmte Entwicklung eines zugrundeliegenden Index wetten. Durch diese Derivate ist es möglich, höhere Rendite im Erfolgsfall zu erzielen, gleichzeitig ist das Risiko aber auch aufgrund des Spekulationscharakters dieser Finanzprodukte deutlich höher als bei indexbasierten Fonds.

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Autor: Xänder


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