Eine Option / Optionsgeschäft ist ein Derivat (Termingeschäft). Hier hat der Käufer die Möglichkeit, nach Einhaltung einer Frist oder zu einem zukünftigen Zeitpunkt zu einem vereinbarten Kurs Objekte zu kaufen oder zu verkaufen.

Handel mit Optionen – Allgemeines

Beim Optionsgeschäft liegt zwischen dem Geschäftsabschluss und seiner Erfüllung ein längerer Zeitraum. Da die Kursentwicklung für diesen Zeitraum nicht exakt vorhersehbar ist, kommt es zu unterschiedlichen Beurteilungen der künftigen Kurse.

Zu unterscheiden sind Call-Optionen (Kaufoptionen) und Put-Optionen (Verkaufsoptionen):

Der Erwerber einer Kaufoption rechnet mit steigenden Kursen. Er erwirbt das Recht, eine vereinbarte Anzahl einer bestimmten Aktie (50 Stück oder ein Mehrfaches) jederzeit innerhalb der Optionsfrist zum Kurs am Tag des Vertragsabschlusses vom Geschäftspartner (Stillhalter) abzurufen. Der Kaufpreis (Basispreis) ist erst bei Abruf fällig. Für das Abrufrecht zahlt der Erwerber der Kaufoption bei Vertragsabschluss eine Prämie (Optionspreis) an den Stillhalter. Die Höhe der Prämie hängt von den Kurserwartungen ab. Zum Abruf der Aktien kommt es, wenn der Börsenkurs der Aktie während der Optionsfrist den Kurs am Abschlusstag + Prämie übersteigt. Der Stillhalter rechnet mit gleichbleibenden oder sinkenden Kursen.

Beispiel

– Der Geschäftspartner (Stillhalter) und der Erwerber schließen eine Kaufoption über 50 BASF-Aktien auf 3 Monate + 5 Tage ab am 10. Juni.

– Basispreis (Börsenkurs am Abschlusstag) = 200 € ; Optionspreis (Prämie) = 30 €

– Zahlung des Optionspreises 50 * 30 € = 1.500,00 € vom Erwerber an den Stillhalter

– Am 20. August liegt der Börsenkurs bei 250 €

– Der Erwerber ruft die Aktien ab (Ausübung der Option) und zahlt den Basispreis 50 * 200 € = 10.000,00 €

– Dann erfolgt die Lieferung von 50 BASF-Aktien vom Stillhalter an den Käufer

– Der Gewinn liegt bei 20 € pro Aktie (Börsenkurs 250€ – Basispreis 200€ – Optionspreis 30€)

Der Erwerber einer Verkaufsoption rechnet mit sinkenden Kursen. Er erwirbt das Recht, eine vereinbarte Anzahl einer bestimmten Aktie (50 Stück oder ein Vielfaches) jederzeit innerhalb der Optionsfrist zum Kurs am Tag des Vertragsabschlusses an den Geschäftspartner (Stillhalter) zu verkaufen. Er zahlt hierfür ebenfalls eine Prämie. Der Stillhalter rechnet mit gleichbleibenden oder steigenden Kursen.

Call-Optionen

Aktueller Kurs ist höher als der Ausübungspreis:

– Handlung des Käufers (Erwerber) : Call-Option durchführen – Recht die Aktie zu kaufen

– Handlung des Verkäufers (Stillhalter) : Pflicht, die Aktie zum Ausübungspreis zu verkaufen

Aktueller Kurs ist niedriger als der Ausübungspreis:

– Handlung des Käufers (Erwerber): Führt die Call-Option nicht durch

– Handlung / Pflicht des Verkäufers (Stillhalter) : Keine Handlungen

Put-Optionen

Aktueller Kurs ist niedriger als der Ausübungspreis:

– Handlung des Käufers (Erwerber): Put-Option durchführen – Recht die Aktie zu verkaufen

– Handlung / Pflicht des Verkäufers (Stillhalter): Pflicht, die Aktie zu kaufen

Aktueller Kurs ist höher als der Ausübungspreis:

– Handlung des Käufers (Erwerber): Führt die Put-Option nicht durch

– Handlung / Pflicht des Verkäufers (Stillhalter) : Keine Handlungen

Vorteile des Optionsgeschäftes für den Erwerber einer Kaufoption sind:

– Begrenzung des Risikos auf die gezahlte Prämie

– Möglichkeit zur Ausnutzung von Kurschancen innerhalb der Optionsfrist

– Verringerung des Kapitaleinsatzes, da zunächst nur die Prämie zu zahlen ist

Der Vorteil des Optionsgeschäftes für den Geschäftspartner (Stillhalter) liegt im möglichen Verdienst der Prämie (Optionspreis).

Wichtige Begriffe beim Handel mit Optionen

Die Effektenkurse

Kurse sind Preise für Wertpapiere. Sie bilden sich aus Angebot und Nachfrage, d.h. Auf Grund der Kauf- und Verkaufsanträge, die an die Börse gelangen und von wirtschaftlichen und politischen Einflussfaktoren abhängig sind. An deutschen Wertpapierbörsen werden Stückkurse und und Prozentkurse notiert. Stückkurse geben den Preis in Euro je Stück an. Aktien werden in Euro je Stück gehandelt. Ein Stück hat dabei meistens einen bestimmten Nennwert. Prozentkurse geben den Kurs je 100 € Nennwert an. Sie werden für festverzinsliche Wertpapiere notiert.

Einheitskurs

Der Einheitskurs wird einmal am Tag für jedes amtlich notierte Papier errechnet. Bei der Kursfestsetzung muss der amtliche Makler alle Kauf- und Verkaufsanträge berücksichtigen, die ihm zur Ausführung im Einheitsmarkt vorliegen.

Variable Kurse

Variable Kurse werden fortlaufend während der gesamten Börsenzeit notiert. Während einer Börsenveranstaltung kann es dabei zu einer Reihe unterschiedlicher Notierungen für das gleiche Papier kommen. Umsätze im variablen Handel können nur über einen Schluss oder das Mehrfache eines Schlusses lauten. Ein Schluss beträgt 50 Stück der kleinsten Stückelung einer Aktie.

Der Effektenhandel im geregelten Freiverkehr

Im geregelten Freiverkehr werden Papiere, die nur regionale Bedeutung haben und deren Emittenten (jemand, der Wertpapier ausstellt) keinen Wert auf amtliche Notierung legen, Papiere, die an anderen Börsen zum amtlichen Handel zugelassen sind, und junge Aktien bis zur amtlichen Notierung gehandelt. Die Preise werden von freien Maklers ausgehandelt.

Kursveröffentlichung

Die amtlich festgestellten Kurse werden während der Börsenzeit an den Maklertafeln und anschließend im Amtlichen Kursblatt der jeweiligen Wertpapierbörse veröffentlicht (in elektronischer aber hauptsächlich in gedruckter Form). Sie werden durch Kurszusätze erläutert:

– Notierungsbeispiel: 316 B (Brief)

Erläuterung: Nur Angebot, keine Umsätze. Zum festgestellten Kurs liegen nur Verkaufsaufträge vor.

– Notierungsbeispiel: 240,50 G (Geld)

Erläuterung: Nur Nachfrage, keine Umsätze. Zum festgestellten Kurs liegen nur Kaufaufträge vor.

– Notierungsbeispiel: 180 bz (bezahlt)

Erläuterung: Angebot und Nachfrage waren ausgeglichen. Umsätze haben stattgefunden. Zum Kurs von 180 liegen keine weiteren Verkaufs- und Kaufaufträge vor.

– Norierungsbeispiel: 268 bzB (bezahlt und Brief)

Erläuterung: Angebot und Nachfrage waren fast ausgeglichen, es liegt aber noch ein Angebot vor. Umsätze haben stattgefunden. Zum Kurs von 268 blieben einige Verkaufsaufträge unerledigt.

– Notierungsbeispiel: 114 etw. BzG (etwas bezahlt und Geld)

Erläuterung: Umsätze haben stattgefunden, es liegt aber zum Kurs von 114 noch eine erhebliche Nachfrage vor. Ein Großteil der Kaufaufträge blieb unerledigt.

– Notierungsbeispiel: 390 T (Taxe)

Erläuterung: Der Kurs wurde geschätzt. Keine Umsätze

– Notierungsbeispiel: 98,20 ex D (ausschließlich Dividende)

Erläuterung: Kursnotiz bei Aktien am Tage der Dividende

Verfallsdatum einer Option

Dieses Datum gibt an, wann das Produkt – also die Option – verfällt. Meistens fällt dieser Tag immer auf den dritten Freitag des Verfallsmonat. Ausgenommen sind Tages- und Wochenoptionen. Hier gibt es abweichende Verfallsdaten.

Ausübungspreis einer Option

Der Ausübungspreis drückt den Kurs bzw. den Wert aus, zu dem die Option ge- oder verkauft werden kann.

Long und Short Optionen

Beim Optionenhandel sind die Begriffe Long und Short sehr geläufig. Eine Long-Option bedeutet, dass jemand eine bestimmte Aktie gekauft hat und auf Preissteigerungen spekuliert.

Short bedeutet, dass jemand eine bestimmte Aktie verkauft, um sie zu einem zukünftigen Zeitpunkt zu einem niedrigeren Preis zurückzukaufen.

Die Differenz zwischen dem Verkaufspreis und dem geringeren Kaufpreis des Produktes ist der Gewinn eines Anlegers.

– Bei einer Long-Option wird Gewinn erzielt, wenn der Kurs der Aktie steigt.

– Bei einer Short-Option wird Gewinn erzielt, wenn der Kurs der Aktie sinkt.

Long-Call / Short-Call und Long-Put /Short-Put Optionen verhalten sich gegenteilig. Das beweist folgende Aufzählung:

1.

Option: Call

Handlung: Gekauft

Begriff: Long Call

Spekulation: Steigender Basiswert

2.

Option: Call

Handlung: Verkauft

Begriff: Short Call

Spekulation: Sinkender Basiswert

3.

Option: Put

Handlung: Gekauft

Begriff: Long Put

Spekulation: Sinkender Basiswert

4.

Option: Put

Handlung: Verkauft

Begriff: Short Put

Spekulation: Steigender Basiswert

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Autor: Xänder


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