Rohöl entstand schon vor Jahrmillionen und besteht aus Rückständen von Pflanzen und Tieren, welche einst die Urmeere bewohnten. Erst seit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts mit Erfindung der Kerosinlampe wurde Rohöl erstmals als Energiequelle genutzt. Seitdem wurden etwa 650 Milliarden Barrel Öl gefördert. Es wird vermutet, dass sich noch weitere 2.000 Milliarden Barrel in der Erde befinden.

Die OPEC geht davon aus, dass die Nachfrage nach Öl weltweit weiter steigen wird, wobei der größte Teil dieser Nachfrage aus Asien kommen wird. Während konventionelle Ölquellen bislang günstig waren, muss immer mehr Erdöl aus Schiefergestein, Sand oder Tiefseeöl gewonnen werden.

Erdöl ist und bleibt weiterhin der bedeutendste Rohstoff der Industrienationen. Er wird als Treibstoff nahezu aller Transportmittel sowie als Rohstoff für Kunststoffe verwendet.

Der Handel mit Rohöl findet an der New Yorker Mercantile Exchange (NY MEX), der Londoner International Petroleum Exchange sowie der Singapore Exchange statt. Die Sorten Light Sweet Crude Oil und Brent Crude Oil werden in New York gehandelt.

Brent Öl – Brent Oil

Handel mit Rohstoffen: Brent Oil - Warum sollte man in Brent Oil investieren?

Handel mit Rohstoffen: Brent Oil – Warum sollte man in Brent Oil investieren?

Die Ölsorte Brent unterscheidet sich von den anderen durch ihre chemische Zusammensetzung. Die Sorte Western Texas Intermediate (WTI) umfasst die amerikanische Benchmark, während die Nordseesorte Brent in Europa gehandelt wird. Brent wird aufgrund eines Vorkommens in der Nordsee als solcher bezeichnet. Dort wird der Rohstoff seit 1976 gefördert. Die Bezeichnung Brent Oil umfasst heute nicht mehr nur diese eine Förderquelle, sondern beinhaltet insgesamt 19 Ölfelder, die sich alle in der Nordsee befinden.

Zwar zählt die Menge des Brent Öls nicht zur größten Fördermenge in der Welt. Sie liegt sogar hinter der des Mittleren Ostens. Dennoch gilt der Preis eines Brent- Barrels als internationale Referenz. Weltweit orientieren sich die Kurse der meisten Ölsorten an dem des Brent-Barrels.

Geschichte und Zukunft des Brent Öls

In den letzten Jahren unterlagen die Kurse der Ölsorte Brent starken Schwankungen. Zwischen 2006 und 2008 stieg der Kurs des Brent Öl stark an und erreichte mit 146,31 US-Dollar einen historischen Höchststand. Nach 2008 fiel der Preis wieder stark ab und lag im Januar 2009 noch bei 40,36 US-Dollar. Anschließend erfolgte wieder ein Anstieg bis auf etwa 120 US-Dollar im Jahr 2011. Seit Ende 2014 fiel er wieder stark und erreichte einen Tiefstwert von 49,97 US-Dollar. Durch die günstigen Preise können Käufe getätigt werden, die das Ziel haben, diese Positionen nach einem Preisanstieg wieder zu verkaufen. Die Energienachfrage steigt ständig weiter an, sodass wieder von stark ansteigenden Preisen ausgegangen werden kann.

Handel mit Brent Öl

Brent kann in verschiedenen Formen gehandelt werden. Der Handel ist über den Kassamarkt physisch oder durch derivative Instrumente möglich. Zu diesen zählen Zertifikate, CFDs, ETFs, Rohstoff-Fonds oder Rohstoff-Indexfonds.

Bevor man an den Handel mit Rohöl denkt, sollten vorher umfassende Informationen über das Handelsinstrument eingeholt werden. Zahlreiche Portale im Internet bieten Meldungen zum Ölpreis. Dort erhalten Anleger umfassende Informationen zum Rohstoff Öl und zur Sorte Brent Oil. Zudem werden alle relevanten Daten beginnend bei der historischen Entwicklung bis zum aktuellen Börsenpreis geliefert. Anleger sollten Konjunkturdaten, den Devisenhandel sowie saisonale Einflüsse beobachten, da auch diese Faktoren Angebot und Nachfrage nach Brent Öl beeinflussen.

Der Kauf von Brent Öl geschieht an der Börse meist in Form von Wertpapieren. Ein physischer Kauf ist ebenfalls möglich. Er stellt aber eher eine Ausnahme dar. Brent Öl wird auf Futures Märkten gehandelt, die bereits heute die Nachfrage von morgen widerspiegeln.

Öl kann auch in Form von Wertpapieren gekauft und verkauft werden. Die Börse bietet Öl-ETCs, Zertifikate und Öl-Fonds an. Anleger können zudem durch Aktien von Ölförderunternehmen indirekt am Ölpreis partizipieren. Daneben ist der Handel mit Ölderivaten möglich. Anleger müssen jedoch beachten, dass der Ölpreis täglichen Schwankungen unterliegt und von vielen Faktoren abhängig ist.

Durch CFDs können Anleger direkt auf den Preis von Brent Öl spekulieren. Allerdings sind dies Contracts for Differences aufgrund ihrer Hebelwirkung einem hohen Risiko ausgesetzt. Hohe Gewinne stehen einem schnellen Kapitalverlust gegenüber.

Kauf von Brent Öl

Brent Öl wird hauptsächlich durch Future-Kontrakte gehandelt. Anleger gehen eine bindende Verpflichtung ein, zu einem bestimmten Zeitpunkt eine vorher festgelegte Menge an Öl zu kaufen oder zu verkaufen. Entscheidend ist die Differenz zwischen dem vereinbarten Preis in der Gegenwart und dem Preis zu einem festgelegten Termin in der Zukunft. Diese Terminkontrakte sind standardisiert, wodurch alle Teilnehmer dieselben Qualität, Menge und Lieferbedingungen erhalten. Anleger können Brent Öl auch an einem Spot-Markt kaufen. Hier wird Öl kurzfristig gekauft oder verkauft. Das Öl wird „on the spot“, das bedeutet auf der Stelle an einem der großen Ölhäfen gehandelt. Dieses Zentrum befindet sich für Europa in Rotterdam.

Das größte Angebot zu Brent Öl wird an der Interncontinental Exchange – ICE in London offeriert. Der Handel ist montags bis freitags von 1.00 Uhr bis 23.00 Uhr möglich. Kontrakte auf Brent Oil sind dort bis zu 72 Monate im Voraus aufgelistet. Das Trading mit Kontrakten erfolgt in einer Größenordnung von 1.000 Barrel. Ein Barrel Öl entspricht etwa 159 Litern. Die Quotierung eines Kontrakts erfolgt in US-Dollar je Barrel. Der Handel ist möglich ab 0,01 US-Dollar (Minimum Tick).

Technische Analyse von Brent Oil

Wer als Anleger auf dem Ölmarkt spekulieren möchte, sollte wissen, welche Faktoren für einen Kursanstieg oder eine Kurssenkung ausschlaggebend sind. Grundsätzlich hängt der Preis natürlich von Angebot und Nachfrage ab. Das Angebot entsteht durch die Ölgesellschaften, die das schwarze Gold fördern. Einen wesentlichen Faktor spielt dabei die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC). Diese Länder regulieren den Preis für das Öl über ein Quotensystem, das direkten Einfluss auf die Kurse an den Finanzmärkten hat. Weitere Faktoren sind die Entdeckung neuer Vorkommen sowie die Nutzung von Ölschiefer.

Eine technische Analyse liefert Daten für die weitere Kursentwicklung. Der Kurs für Brent Öl unterliegt der Stimmung auf dem Markt und kann sich schnell durch psychologische Effekte verändern. Auslöser sind zum Beispiel wichtige Ereignisse und Veröffentlichungen. Anleger können zudem technische Signale wie Unterstützungen oder Widerstände als Indikatoren für den Handel mit Positionen heranziehen. Ebenso können Investoren eine Fundamentalanalyse vornehmen, wenn sie mit den Kursen von Brent Öl handeln möchten. Das Angebot richtet sich natürlich nach der produzierten Menge und insbesondere die Quoten der OPEC. Die Nachfrage orientiert sich an der Wirtschaftslage der Verbraucherländer, die Brent Öl importieren. Das Wirtschaftswachstum in Europa beeinflusst den Ölpreis stark. Eine florierende Industrie führt zu mehr Energieverbrauch und somit auch zu einem Preisanstieg bei Öl. Wichtig ist auch der Kurs des US-Dollars und sein Wechselkurs zum Euro.

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Hebel bei Terminkontrakten auf Brent Öl

Brent Oil kann am besten mit CFDs gehandelt werden. Beim CFD Handel kaufen Anleger nicht den Basiswert selbst, sondern hinterlegen eine Art Sicherheitsleistung, die auch als Margin bezeichnet wird. Anleger können dadurch mit geringem Kapitaleinsatz viel Geld bewegen und auf steigende aber auch fallende Kurse des Basiswertes, wie hier Brent Öl setzen. Bei den CFDs handelt es sich um gehebelte Produkte bei denen eine Sicherheitsleistung (Margin) Anleger partizipieren an der Kursentwicklung in voller Höhe, wobei die Margin den Hebel bestimmt. Somit wird weniger Kapital in die Handelsposition gebunden als bei einer Direktinvestition.

Die Margin beträgt bei vielen CFDs auf Rohstoffe fünf Prozent, wodurch das eingesetzte Kapital bis zum zwanzigfachen gehebelt werden kann. Anleger, die beispielsweise 1.000,00 Euro einsetzen wollen, können bei einer Margin von fünf Prozent ein Kapital in Höhe von 200.000,00 Euro bewegen.

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Autor: Q-Bitch


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