Unser Planet ist stark beansprucht und spürt immer deutlichere Folgen des Klimawandels. Dabei sind fossile Energiestoffe fraglos eine der wichtigsten Ursachen. Wir sollten uns deshalb der Tatsache bewusst sein, dass mit dem Verbrauch fossiler Brennstoffe ein wachsendes Problem besteht. Da die Preise am Markt weiterhin steigen und eine immer höhere Anfrage herrscht, prognostizieren viele Top-Analysten, dass unsere Rohölressourcen bald aufgebraucht sind. Rohöl ist leider keine erneuerbare Ressource und wird eines Tages endgültig weg sein. Nach fast 150 Jahren des Bohrens und Frackings glauben Experten für fossile Brennstoffe, dass die Ölproduktion bereits ihren Höhepunkt erreicht hat. Es muss ein brauchbarer Ersatz gefunden werden.

Der Erdöl-Treibstoff wird vom Biotreibstoff überholt

Frankenwald Hanf

Frankenwald Hanf

Biokraftstoffe könnten eine Lösung für dieses Problem sein, doch welche Folgen könnte der Ersatz fossiler Energieträger durch Biokraftstoffe auf den Planeten haben? Henry Ford war der erste Hersteller, dessen Fahrzeuge mit Hanf-Biokraftstoffen angetrieben werden konnten. Sein Modell T (auch „Tin Lizzie“) lief entweder mit Benzin oder auf Hanf basierenden Kraftstoffen. Mit der Entdeckung großer Erdölvorkommen Anfang des 20. Jahrhunderts kam auch seine Idee für einen nachhaltigen, auf Pflanzen basierenden Kraftstoff für die Automobilindustrie zum Ausdruck. Die erneuerbaren Kraftstoffe sind eine wertvolle und umweltfreundlichere Ressource, die zwar viele Vorteile, aber auch einige Nachteile bietet.

Dem konventionellen Diesel aus Erdöl ist der Biotreibstoff in vielen Punkten überlegen. Hanföl verbrennt nicht umweltbelastend, sondern CO2-neutral. Es vermeidet sauren Regen, da es keinen Schwefel enthält. Es entstehen auch erheblich weniger Rußgase und keine schädliche Aromate oder Benzole. Des Weiteren ist der Biotreibstoff biologisch abbaubar, da er weder Boden- noch Grundwasserschäden verursacht. Bio-Diesel erscheint nicht auf der Liste der Gefahrgüter, da das Explosionsrisiko bei einem Flammpunkt von rund 170 °C sehr gering ist. Dementsprechend kann es auch kostengünstiger transportiert werden.

Hanf als Rohstoff für Biokraftstoffe bietet zahlreiche Vorteile

Frankenwald Hanf

Frankenwald Hanf

Zu den wesentlichen Vorteilen der Verwendung von Hanf als Rohstoff für Biokraftstoffe gehört die Tatsache, dass Hanf auch auf weniger fruchtbarem Boden und sogenanntem marginalen Land wachsen kann. Das heißt, dass diese Pflanze nicht unbedingt auf einem Ackerland angebaut werden muss. Dennoch werden den optimalen Bedingungen die meisten Samen erzeugt.

Flächenverbrauch für Biokraftstoffe

Für die Herstellung von Biokraftstoff werden je nach geographischem Gebiet unterschiedliche Rohstoffe angebaut, darunter: Mais und Sojabohnen (USA), Zuckerrübe und Rohrzucker (Südamerika), Palmöl (Asien) und Raps (Europa). Zum Gedeihen benötigen diese Pflanzen fruchtbare und große Bodenflächen. Es werden ganze Regenwälder zerstört, um Ölpflanzen anzubauen. In diesen Regionen haben die Waldverluste ein bisher nie gekanntes Ausmaß erreicht und den Lebensraum für zahllose, auch gefährdete Arten zerstört.


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Bodenentgiftung durch Hanfanbau

Frankenwald Hanf

Frankenwald Hanf

Der übermäßige Einsatz von chemischen Pestiziden, Herbiziden und einer Vielzahl anderer Agrochemikalien hat den Boden und das Wasser in vielen Fällen kontaminiert, wodurch auch alle zukünftig angebauten Kulturen beeinflusst werden. Rückstände von Pestiziden sind in der Landwirtschaft in einer Vielzahl gängiger Produkte enthalten, darunter in Wasser, Wein, Fruchtsäften und sogar in Tierfutter. Selbst in der Muttermilch wurden Pestizidrückstände gefunden.
Während die festgestellten Werte nach Sicherheitsstandards weit unter den „sicheren Grenzen“ liegen, befürchten Experten, dass diese Zahlen weiterhin unterschätzt werden. Pestizidexpositionen treten häufig durch Hautkontakt (Lotionen, Kosmetika), Einnahme (Obst, Gemüse) und das Einatmen (Luft, Rauchen) in den Körper ein. Als endokrine Disruptoren können diese Chemikalien die menschlichen Hormone Östrogen und Testosteron nachahmen und die Produktion und den Stoffwechsel der natürlichen Hormone hemmen. Der Anstieg von Autismus und ADHS sowie Fälle von Krebs sind auch mit einem höheren Verbrauch von Pestiziden verbunden.

Die Hanfpflanze – ein natürlicher Schwamm für Toxine

Hanf ist die industrielle Version von Cannabis Sativa und kann für die biologische Sanierung des Erdbodens verwendet werden. Es handelt sich dabei um ein Verfahren zur Wiederherstellung des Bodens vor toxischer Verschmutzung. Im Wesentlichen zieht Hanf als Phytoremediator die Giftstoffe wie ein Schwamm aus dem Boden. Landwirte weltweit bauen heutzutage Hanf an, um ihre Felder wiederherzustellen. Hanf wurde sogar verwendet, um radioaktive Strahlung aus dem Boden zu entfernen, nach der radioaktiven Katastrophe in Tschernobyl.

Untersuchungen zeigten, dass Hanf auch Cadmium aus dem Boden wirksam absorbieren kann, genauso wie ein breites Spektrum an Giftstoffen, darunter Metalle, Pestizide, Rohöl und Giftstoffe in Mülldeponien. Der zur Entgiftung der Böden angebaute Hanf darf zwar nicht für den menschlichen Verzehr verwendet werden, doch aus den geernteten giftigen Pflanzen kann immer noch ein umweltfreundlicher Biokraftstoff hergestellt werden.

Hohe Effizienz des Biokraftstoffs

Forscher der University of Connecticut fanden heraus, dass das Saatgut von Cannabis Sativa (sogenannter Industriehanf) zur Erzeugung eines nachhaltigen Dieselkraftstoffs verwendet werden kann. Ein Forscher gab an, dass die meisten Hanflandwirte heute wahrscheinlich genug Hanf produzieren (können), um genügend Brennstoff für Ihre Farm zu erzeugen. Mit diesem (teilweise auch giftigen) Rohstoff können zwei Arten von Biokraftstoff hergestellt werden:
Hanf-Biodiesel wird aus Hanföl hergestellt und kann in jedem herkömmlichen Dieselmotor verwendet werden. Eine UConns Forschung ergab, dass Hanföl eine Umwandlung von 97% in Biodiesel erreichen kann und alle Labortests besteht. Ein Kraftstoff, der von einer Anlage hergestellt wird, die den Boden in einem besseren Zustand hinterlässt, als sie es vorgefunden hat.

Inzwischen kann die Anlage zur Herstellung von Ethanol oder Methanol verwendet werden. Manchmal als „Hanfanol“ oder „Hanfolin“ bezeichnet, wird diese Art von Brennstoff durch einen Prozess namens Cellulolyse hergestellt, der den Hanf fermentiert und destilliert, um Ethanol zu extrahieren. Methanol dagegen wird aus der holzigen Zellstoffmasse in den Stielen von Pflanzen hergestellt. Die Erzeugung von Methanol aus Hanf erfolgt durch einen Trockendestillationsprozess.

Mögliche Nachteile und Auswirkungen

Frankenwald Hanf

Frankenwald Hanf

Es ist jedoch davon auszugehen, dass der Hanfanbau auf großen Ackerflächen negative Auswirkungen auf die Nahrungsmittelpreise haben könnte, sollte er sich als Rohstoff für Biokraftstoffe durchsetzen. Da der Anbau nun auf Ackerflächen stattfinden würde, die früher zum Anbau von Feldfrüchten verwendet wurden, könnte es die Preise für Lebensmittel in die Höhe treiben und für arme Menschen unbezahlbar machen.

Es stellt sich auch die Frage, wie der Hanf an schwer erreichbaren Stellen geerntet und zu Industrieunternehmen zur Erzeugung von Biokraftstoffen transportiert werden soll. Was den Einsatz von Biokraftstoffen betrifft, haben die Zielsetzungen vieler Regierungen mehr Schaden als Nutzen gebracht, vor allem was die Lebensmittelversorgung und Klimaänderung betrifft. Unter diesen Problemen werden jedoch vor allem die Entwicklungsländer und weniger die Industrienationen leiden.

Gesetzliche Hürden beim Hanfanbau

Als kohlenstoffneutrale Ressource nimmt die Pflanze sehr schnell Kohlendioxid (CO2) auf, sogar schneller als Bäume. Außerdem werden Kohlendioxidemissionen aus Biodiesel durch den Photosyntheseprozess in Pflanzen wieder absorbiert. Die Hanfpflanze kann also nicht nur Giftstoffe aus dem Boden abziehen, sondern im Wesentlichen auch CO2 aus der Luft, die wir einatmen.

Beim Anbau von Hanf werden etwa 70% der benötigten Nährstoffe in den Boden zurückgeführt, sodass diese Kultur deutlich weniger Dünger benötigt. Weniger Dünger bedeutet sauberere Wasserversorgung. Die Erzeugung einer erneuerbaren Ressource, die den Boden wieder gesund macht, Giftstoffe aus dem Boden, Luft und Wasser entzieht und gleichzeitig eine brauchbare Energiequelle darstellt, mag wie der Traum eines jeden Bauers klingen. Leider ging die Hanfproduktion mit einer wachsenden Nachfrage nach Synthesefasern rapide zurück und der Marihuana Tax Act von 1937 sorgte für einen bösartigen Ruf von Cannabis Sativa.

Obwohl seit 2014 die industrielle Ernte in den USA wieder erlaubt ist, ist die nötige Infrastruktur für die Erzeugung von Biokraftstoffen aus Hanf noch nicht geschaffen. Die Gesetzgeber erkennen nun eindeutig das Potenzial der Industrie und die Notwendigkeit, diese Hanfbranche wieder zu stärken. Biokraftstoffe aus Hanf könnten die auf Erdöl basierende Ökonomie verändern und eine nachhaltige Energiequelle schaffen, die den Planeten in einem besseren Zustand lässt, als wir ihn vorgefunden hatten.

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Autor: Tanne Nordmann
Fotos: Uwe / Frankenwald Hanf


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