Hanfanbau und Legalisierung als große Zukunftschance – Umdenken durch Corona-Krise?

Nach wie vor hat der Coronavirus unsere Welt fest im Griff und droht auch die nächsten Monate nicht locker zu lassen. Je nachdem, wo wir wohnen, bestimmen schon seit einiger Zeit Ausgangssperren und -beschränkungen unser tägliches Leben und es ist noch keine wirkliche Lockerung in Sicht. Im Gegenteil, glaubt man den Berechnungen, dann befinden wir uns derzeit erst im Anfangsstadium des Sturms. Weiterhin für uns geöffnet haben (zumindest derzeit noch) die Anlaufstellen für die wichtigsten Bedarfsgüter des täglichen Lebens – etwa Supermärkte, Apotheken, aber auch die Post- und Bankfilialen. Wenn man den vielen mehr oder weniger lustigen Facebook- und WhatsApp-Bildern Glauben schenkt, ist auch der gesteigerte Alkoholkonsum derzeit durchaus salonfähig.

Der Run auf die Coffee-Shops

In Holland stellte man rasch fest, dass auch Coffee-Shops zu den essentiellen Einrichtungen gehören, und während hierzulande Klopapier und Nudeln hoch im Kurs stehen, war/ist es in den Niederlanden Cannabis. Wenige Minuten, nachdem im Fernsehen die Schließung von Schulen, Bars und Clubs angekündigt wurden, standen Menschenschlangen vor den Coffee-Shops, um sich für die nächsten Wochen mit ausreichend Cannabis einzudecken (ich erzähle euch wohl wirklich kaum was Neues, wenn ich erwähne, dass in den Niederlanden der Besitz von weniger als 5 Gramm Cannabis erlaubt ist).

Ähnliche Szenen spielten sich auch in den USA ab, Cannabisshop-Betreiber berichteten über eine Umsatzsteigerung von über 30 % ab dem 19.03.2020. Dies wirkte sich auch auf die Aktien diverser Cannabis-Unternehmen aus, so wurden die Aktien von Aphria von „Neutral“ zu „Kaufen“ aufgestuft und OrganiGram erlebte eine Aufstufung von „Underperformed“ zu „Neutral“. Der Aufschwung gilt jedoch nicht grundsätzlich für alle Cannabis-Unternehmen, wer sich hierfür genauer interessiert, muss die Turbulenzen am Aktienmarkt genau im Auge behalten.



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Hanfernte im Frankenwald
Hanfernte im Frankenwald (frankenwaldhanf.de)

Was bedeutet die Corona-Krise für den Hanfanbau in Deutschland?

Hier muss deutlich unterschieden werden, dass wir vorher über psychoaktiv wirksames Cannabis, das THC, gesprochen haben, welches in Deutschland nicht legal ist. Wird hierzulande Hanf angebaut, dann dient er entweder der Textilindustrie, der Bauwirtschaft oder der Herstellung von Arzneimitteln bzw. CBD. Was es mit dem Cannabinoid CBD auf sich hat, haben wir in einigen Artikeln, welche jeweils am CBDonnerstag erschienen sind, bereits erläutert. Fest steht, dass CBD eigentlich in einer solchen Ausnahmesituation wie momentan ganz besonders gefragt sein müsste. Wie wir letztens bereits erläutert haben, stärkt CBD das Immunsystem. Allerdings wirkt es auch angstlösend und entspannend, bzw. kann unterstützend bei depressiver Verstimmung eingenommen werden. Außerdem hilft es dabei, den Schlaf zu verbessern. Und wer sich Sorgen um seinen Arbeitsplatz, gekürzte Gehälter, die Gesundheit der Angehörigen etc. machen muss, kann von all dem eigentlich nur profitieren.

Wie oftmals erwähnt, ist CBD nicht psychoaktiv wirksam und daher völlig legal zu erwerben. Natürlich sind momentan auch die Hanfshops hierzulande geschlossen, aber es ist kein Problem, CBD online zu erwerben. Wichtig ist dabei, darauf zu achten, dass es sich um einen vertrauenswürdigen Händler handelt (wie Nordic Oil beispielsweise). Die Corona-Krise hat auch dazu geführt, dass sich die Kriminalität verändert hat, und so sprießen dubiose Online-Shops, welche durch Kundenabzocke reich werden wollen, wie die Pilze aus dem Boden. Zu diesem Thema empfehlen wir dir den ausführlichen Artikel von metaller.de, in dem die gängisten Methode der Abzocker samt Gegenmaßnahmen vorgestellt werden.

Für alle Messen und Veranstaltungen rund um den Hanf bedeutet es natürlich momentan genauso Stillstand und Absagen wie für alles andere aus dem Kultur-, Informations- und Unterhaltungsbereich. Wer sich also momentan zu diesem Thema ausführlich informieren will, schaut am besten immer donnerstags bei uns vorbei.

Uwe Gremer bei der Hanfernte
Uwe Gremer bei der Hanfernte (frankenwaldhanf.de)

Nach der Krise mit Hanfanbau durchstarten?

Momentan wissen wir nicht wirklich viel mit Bestimmtheit, außer dass die Welt nach Corona noch für längere Zeit eine andere sein wird. Vielleicht haben manche ihr Bewusstsein für Gesundheit/gesunde Ernährung entdeckt. Wieder anderen ist ihre Existenzgrundlage durch die Corona-Krise weggebrochen, und sie sind auf der Suche nach einem neuen Betätigungsfeld. Manch einer hat die Quarantäne möglicherweise zum Nähen oder Werken genutzt und Hanf als Werkstoff für sich entdeckt. In jedem Fall sprechen einige Faktoren dafür, dass alles rund um Hanfprodukte, zum Beispiel von Frankenwald Hanf, auch nach der Corona-Krise mindestens genauso gefragt sein wird wie vorher.

Wer sich mit einem Hanf-Startup selbständig machen will, hat dennoch mit einer Menge bürokratischer Hürden zu kämpfen, denn der Hanfanbau ist strikt geregelt. Nutzhanf anzubauen ist nur Unternehmen der Landwirtschaft erlaubt. Der Anbau wird von der BLE (Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung) kontrolliert, jeder Nutzhanfbau muss gemeldet und genau dokumentiert werden. Beginnt der Hanf zu blühen, muss dies ebenfalls gemeldet werden. Dann wird von der BLE eine Probe entnommen, um den THC-Gehalt zu bestimmen. Dieser darf nicht über 0,2 % liegen. Erst, wenn die BLE ihr OK erteilt hat, darf der Nutzhanf geerntet und weiter verwendet werden. Aufgrund dieser Umstände ist es für ein Hanf-Startup wichtig, einen verlässlichen Partner in Bezug auf den Anbau zu finden, da die wenigsten wahrscheinlich selbst über einen landwirtschaftlichen Betrieb verfügen.

Hanf steht wie kaum ein anderes Produkt für ökologisch wertvoll und nachhaltig, diese Ideologie fließt auch meistens ins Geschäftsmodell mit ein. CBD-Öl ist ein reines Naturprodukt, ebenso wie Hanfsamen oder Hanföl. Auch die Naturkosmetik mit Hanf verzichtet auf künstliche Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe. Manche Shops setzen auch auf CBD-Tee oder CBD-Honig, auch bei letzterem ist die Kooperation mit einem Bio-Imker wieder von Bedeutung.
Fest steht, dass die Akzeptanz für Hanfprodukte in der Bevölkerung zunehmend steigt, und CBD-Shops und „Hanffachgeschäfte“ das Schmuddel-Image längst verloren haben. Der Verkauf von Blüten und somit auch von Tee ist zwar nach wie vor ein gesetzlicher Streitpunkt, der nicht wirklich genau geregelt ist, hier gilt es wohl, eine einheitliche Rechtssprechung abzuwarten.

Hanf Startup als Franchisepartner

Wem es zu riskant oder zu kompliziert ist, selbst einen kompletten Businessplan für sein Startup zu überlegen, kann sich überlegen, ob er lieber in ein bestehendes Geschäftsmodell als Franchisepartner einsteigt. Der Vorteil bei diesem Modell ist ganz klar, dass du dir nicht selbst den Kopf über die gesetzlichen Rahmenbedingungen zerbrechen musst, die Marke schon Einzug am Markt gehalten hat und du auf Rat und Erfahrung deiner Franchisepartner zurückgreifen kannst. Selbst kreativ werden und eigene Ideen einzubringen, ist hingegen bei diesem Geschäftsmodell etwas schwieriger.

Falls du also aufgrund der Corona-Krise oder aus anderen Gründen auf der Suche nach einer neuen Herausforderung bist und du dich für das vielseitige Naturprodukt Hanf interessierst, ist eine Existenzgründung auf diesem Sektor durchaus überlegenswert. Auch wenn ein Geschäftslokal momentan vielleicht noch kein Thema ist, der Online-Handel boomt auf jeden Fall. Und womit? Mit Recht!

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Autorin: CBDoris

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