Nicht nur der Beginn der so genannten „fünten Jahreszeit“ wurde an diesem Tag zelebriert, es wurde auch zu ordnungsgemäßen Kopfbewegungen beim 1. „Headbanger´s Carnival“ nach Neuenkirchen-Vörden geladen. Geboten wurde mit den Auftritten von MiauW , Fair Pride , Gunslinger und Acid Queen eine geballte Mischung aus Hardrock, Metal, Classic Rock und Glam- bzw. Hairmetal.



Mit dem Zug anreisend bot sich bei Ankunft der erste positive Eindruck – so bestand der vor uns liegende Fußweg lediglich in dem Umrunden des Bahnhofs um auf der anderen Seite direkt am Veranstaltungsort angekommen zu sein. Anders als man sich einen ländlichen Bahnhof möglicherweise vorstellt glänzte der „Kulturbahnhof“ vor allem durch eine moderne, neuwertige und sehr beeindruckende Ausstattung.

Begonnen wurde der Abend mit der aus Osnabrück stammdenen Band Miauw. Die, laut eigener Aussage Hardrock spielenden, mich persönlich auch sehr an Stonerrock erinndernden, Bandmitglieder hebten sich nicht nur durch eine musikalisch sehr eindrucksvolle Darbietung hervor, sondern brachten durch Humor und Sympathie viel Gefallen an ihrem Auftritt mit sich. Die Aussage des „Kater d’Allézandro“ (Gitarrist), „Kater Anus“ (Sänger / Bassist) sei „sehr wortkarg, aber eine geile Sau!“ ist nur teilweise zu zustimmen: als wortkarg gab er sich während des Auftritts eher weniger und Ansagen zu Songs wie „Scheiße, Ficken, Hitler“ taten ihr übriges um mit dem gerade mal dritten Auftritt dieser Band eine sehr professionelle Einstimmung für den Abend zu bieten.

Mit Fair Pride folgte eine fünf-köpfige Formation aus Nienburg (Weser), welche sich dem Heavy Rock verschrieben haben. Der Bühnenpräsenz zu Gute kam vor allem, dass der Sänger kein Instrument zu bedienen hatte und somit viel Freiraum für Aktivitäten auf und vor der Bühne hatte. Leider war dafür, unangebrachter Weise, genügend Platz geboten, da die Anzahl des Publikums nach wie vor zu Wünschen übrig ließ – die, die den Weg in das ländliche Neuenkirchen-Vörden gefunden haben, waren jedoch sichtlich begeistert. So konnte der Sänger Danny seine gesangliche Leistung, welche durch schnelle Wechsel von hohem und tiefem Gesang, gepaart mit zwischenzeitlichen Screamparts, auch innerhalb des Publikums präsentieren und nicht nur er stellte unter Beweis, dass bei dieser Band keine musikalischen Amateure am Werk waren.

Mit einer Mischung aus Judas Priest, Saxon, einer Prise Santana und einer ordentlichen Ladung Motörhead-Einfluss sollte es nun weiter gehen. Der dritte Auftritt dieses Abends sollte mehr als nur Co-Headliner sein: die Osnabrücker Band Gunslinger feierte mit ihrem Konzert gleichzeitig ihren an diesem Tag erscheinenden Longplayer ´´Better Times´´. Nachdem sie vor kurzem ihre Musik noch einem polnischen Publikum präsentierten, sollte nun als erstes das Einheimische in den Genuss der neuen Songs kommen, welche mit viel Freude und Energie auf der Bühne zelebriert wurden. Zwar war die Anzahl der Menschen, die diese Chance wahrnehmen wollten, auch weiterhin zu gering, was die Band selbst allerdings nicht davon abhielt, dennoch ihr Bestes zu geben um die Anwesenden zufrieden zu stellen. Diese quittierten diese Leistung auch anerkennend, nur die Bewegung im Publikum selbst ließ etwas zu wünschen übrig – des öfteren kam der Eindruck auf, es fehle nur der „Stein des Anstoßes“ und niemand wolle den Anfang machen. An Performance und musikalischer Darbietung der Band selber lag es jedenfalls nicht und von diesen Musikern wird man sicherlich noch hören und hören wollen.

Den Abschluss bildeten dann die ebenfalls aus Nienburg stammenden Acid Queen, eine Band, die augenscheinlich im „falschen“ Jahrzehnt die Bühnen dieser Welt betrat, die zeitliche Diskrepanz aber mit erstaunlicher Souveränität wieder zu beseitigen wusste und das Publikum selbst einfach zwei bis drei Jahrzehnte zurück versetze. Mit ihrer Mischung aus Hair Rock und Glam Metal, basierend auf dem typischen 80s Rock, standen Acid Queen ihren früheren Idolen musikalisch wie in Hinsicht Perfomance in nichts nach. Mit „In Hell“ und dem nach der Band betitelten Stück „Acid Queen“ zog man das Publikum gleich zu Beginn in ihren Bann, bevor man mit „It Hurts“ etwas ruhigere Töne anspielte um dann dem Publikum bis zum Ende wieder die Möglichkeit zum richtigen (hair-)rocken zu bieten. Zugegeben, die Band selbst waren diejenigen, die es am besten umzusetzen wussten und brachten dafür direkt ihren eigenen Ventilator mit um die Haare auf der Bühne auch richtig in Szene zu setzen. Auch der Hinweis „Die Theke läuft nicht weg!“ bewog die Masse nicht, sich direkt vor die Bühne zu bewegen – kurzerhand wurde von drei jungen Männern, die sich davon angesprochen schienen, der sich vor ihnen befindene Stehtisch genommen und wurde mit ihnen zusammen der Bühne näher gebracht. Doch davon unbeeindruckt waren auch Acid Queen die Freude an ihrem Schaffen sichtlich anzusehen und hielt sie nicht davon ab, den Anwesenden ihren mich des öfteren an Gun´N´Roses mit Frontfrau erinnernden Hair Rock näher zu bringen – was ihnen durchaus gelungen ist.

Insgesamt ist fest zu halten, dass dieser Abend in Hinsicht Organisation, Location und vor allem auch bezüglich der Bands deutlich mehr Publikum verdient hätte – leider war für einige der Ort Neuenkirchen-Vörden nur unter schwierigen Umständen zu erreichen, so ist an der Zugverbindung Richtung Osnabrück Seitens der Bahn noch Verbesserungsbedarf.

Besonders die Ton- und Lichttechnik des Kulturbahnhofes ist auffallend überdurchschnittlich in diesem gepflegten, frisch renovierten Bahnhof, welcher das erste Mal vor 111 Jahren seine eigentliche Funktion begann und in jedem Fall ein Besuch wert ist, was die vorgestellten Bands bereits alleine gewesen wären. Das Publikum, dem die Anreise gelungen ist, war jedenfalls zufrieden mit dem durchaus gelungen Abend.

Tracklist Acid Queen:

  • 1. In Hell
  • 2. Acid Queen
  • 3. It Hurts
  • 4. Rock´n´Roll Slutmachine
  • 5. Pig Face
  • 6. Clean your Boots
  • 7. Super Bitch
  • 8. Til Death
  • 9. Good Night Tonight
  • 10. Mirror Mirror

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